Die Gelegenheit, das Örtchen Seyðisfjörður ausgiebig zu fotografieren, konnten wir aufgrund des Wetters leider nicht wahrnehmen. An diesem Morgen jedoch wollten wir zumindest die „Rainbow road“ fotografieren und sind daher zeitig um 06:30 Uhr aufgestanden, um die für Fotografen interessante sogenannte „blaue Stunde“ nutzen zu können. Die beleuchtete Kirche mit der davorliegenden regenbogengepflasterten Straße unter tiefblau erscheinendem Himmel… so war zumindest die Wunschvorstellung. Ansatzweise haben wir es hoffentlich hinbekommen… Das Bild hierzu seht ihr unter dem Blogeintrag des vorherigen Tages.

Um 08:30 Uhr waren wir bereits wieder „on the road“ in Richtung Norden. Der gewaltige Dettifoss sollte das Hauptziel dieser Tagesetappe sein. So setzten wir unsere Fahrt auf der Ringstraße fort, ehe wir zur Weiterfahrt nach rechts in die „864“ abbiegen mussten. 32 Kilometer Schotterpiste lagen vor uns. Mit jedem Kilometer besserte sich auch das Wetter, so dass wir Hoffnung auf schöne Fotos am Wasserfall hatten. Um etwa 10:45 Uhr Dort angekommen lag noch ein Fußmarsch von etwa 500 Metern vor uns. Der Parkplatz war zwar schon recht voll, dennoch waren es keine Menschenmassen, die sich am Wasserfall bewegten. Es ist wie im scheinbar überfüllten Supermarkt...: es verläuft sich halt... :).

Man steht da schon mit etwas Ehrfurcht beim Betrachten der gewaltigen Wassermassen, die da in jedem Moment hinunterstürzen. Im Hinterkopf spielt sich bei mir die Eröffnungsszene aus „Prometheus – dunkle Zeichen“ ab, in welcher ein großgewachsenes humanoides Alien am Dettifoss steht und in die Fluten stürzt. Mir fällt auf, dass im Gegensatz zum südlichen Island, wo jede Spate, jeder Wasserfall und quasi jedes Erdloch mit Absperrungen versehen ist, keinerlei Geländer oder sonstige Sperrungen vorhanden sind. Hier muss man wirklich aufpassen, keinen falschen Schritt zu tun, wenn man nicht in den unweigerlichen Tod fallen will…

Die Wolkendecke ist mittlerweile großflächig aufgebrochen, kurzzeitig ist auch ein intensiver Regenbogen über den Wassermassen zu sehen. Eindrücke, die man so schnell nicht vergisst. Die zwei Stunden Aufenthalt sind wie im Fluge vergangen, kurz vor 13:00 Uhr haben wir die Weiterfahrt angetreten. Wir sind nicht die „864“ zurück, sondern weitergefahren. Nur wenige Kilometer flußabwärts in nördlicher Richtung liegt der Hafragilsfoss, dem wir auch einen kurzen Besuch abgestattet haben. Hier hätte ich gerne die Drohne kreisen lassen, im Gegensatz zum Dettifoss wäre es hier erlaubt gewesen. Doch ein recht starker Wind machte mir hier einen Strich durch die Rechnung.

Die Fahrt ging weiter in Richtung Norden. Nach 20 Kilometern Schotterpiste stießen wir auf die asphaltierte „85“, den Norðausturvegur. Wir machten einen kurzen Abstecher in die Ásbyrgi-Schlucht. Schon von der Straße aus erkennt man eine kreisförmig zusammenlaufende Schlucht, in welche man bis an deren Ende fahren kann. Drohnenaufstiege sind hier leider verboten, da die Schlucht zum Vatnajökull Nationalpark gehört, in welchem Drohnenflüge generell verboten bzw. genehmigungspflichtig sind. Ursprünglich war vorgesehen, den Dettifoss auch von der anderen Uferseite anzufahren. Hier hätten wir in die „862“ wieder in Richtung Süden einbiegen müssen. Doch wir haben uns kurzfristig umentschieden, zum einen da wir den Dettifoss bereits intensiv besichtigt haben und zum andren da wir eine Weiterfahrt an der Küste in Richtung sonniges Wetter bevorzugt haben.

Diese Wahl war goldrichtig. Der Himmel war mittlerweile zum größten Teil blau und stellenweise verlief die Straße sehr nah an der Küste entlang. An einem Parkplatz machten wir einen Fotostopp, bei welchem ich mit der Drohne ein paar Kilometer geflogen bin. Die Weiterfahrt brachte uns an unseren nördlichsten Punkt des Islandaufenthalts und führte uns durch Húsavík, wo wir auch unsere Skyr- und Kartoffelvorräte auffrischten. Dort haben wir auch eine kurze Pause eingelegt und die Sonnenstrahlen genossen. Húsavík selbst wird uns als ruhiges und beschauliches Städtchen in Erinnerung bleiben. Bekannt ist Húsavík vor allem durch die Walbeobachtungstouren, die hier ihren Startpunkt haben. In den Meeresgebieten von Islands Norden ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Sichtung von Walen wohl am vielversprechendsten.

Eigentlich war geplant, die Ringstraße entlang aus östlicher Richtung zu unserer Unterkunft in der Nähe des Mývatn zu kommen. Doch stattdessen kamen wir aus nördlicher Richtung angefahren und haben die Unterkunft in Laugar bezogen. Gleich im Anschluss sind wir –zum Glück- zum Mývatn, einem See vulkanischen Ursprungs, aufgebrochen. Der Himmel war mittlerweile wieder etwas mehr von Wolken bedeckt, doch tolle Lichtstimmungen gab es mehr als genug. Zahlreiche Pseudokrater am und im See, Schafe auf Hügeln, die über dem See untergehende Sonne und einen Abstecher zum „Námafjall“, einem Berg mit Hochtemperaturgebiet und Solfataren sorgten für einen eindrucksvollen Abschluss dieses tollen Tages im Norden Islands. Nachdem die frisch gekauften Kartoffeln abgekocht wurden, haben wir uns auch zur Ruhe gesetzt.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des elften Tages:

Der Dettifoss

Selfies am Dettifoss Aus der Luft
Die Straße Pseudokrater Schaf
Go away... Stimmung am Mývatn Námafjall
Schlammtopf Hverarönd Schlammtopf

Tag 12. Wir verlassen das Hvítafell Guesthouse in Laugar um 08:00 Uhr und fahren nochmals zum Námafjall bzw sind kurz vorher abgebogen, um zur Grjótagjá (isl. Für „Felsspalte“) zu fahren. Dies ist wie der Name schon sagt eine Felsspalte vulkanischen Ursprungs aufgrund einer Verwerfungszone. Zu Beginn unserer Reise standen wir am Þingvellir und betrachteten denselben Riss, der die amerikanische und eurasische Kontinentalplatte voneinander trennt. Dieser zieht sich über die ganze Insel und kommt auch am Mývatn wieder besonders zum Vorschein. In dieser Felsspalte steht Wasser, welches von einem unterirdischen See gespeist wird. Die Grjótagjá (isl. "Grottenhöhle") war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Badehöhle beliebt, bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen. Doch aufgrund erhöhter vulkanischer Aktivitäten in diesem Gebiet hatte sich die Wassertemperatur von 30 Grad auf 60 Grad erhöht, was das Baden natürlich unmöglich machte. Inzwischen hat das Wasser eine Temperatur von 43 Grad, das Baden ist noch immer verboten. Gegen 09:00 Uhr erreichten wir die Grjótagjá und machten darin einige Weitwinkelfotos. Da nur wenig Tageslicht hinein fällt, ist ein Stativ für sinnvolle Fotos unbedingt mitzunehmen. Platz hat es nicht wirklich darin, mehr als zwei bis drei Fotografen passen nicht rein, ohne dass man sich dabei gegenseitig auf den Aufnahmen hat. Da wir recht früh dran waren und die ersten waren, konnten wir unsere Wunschfotos jedoch recht schnell machen. Im Übrigen wurde diese Höhle im Jahre 2013 in der Filmwelt berühmt, da eine markante Szene aus „Game of Thrones“ dort gedreht worden ist.

2019 09 27 (4)Die Weiterfahrt führt uns entlang der Ringstraße zum Goðafoss (isl. „Götterwasserfall“), einem der bekanntesten Wasserfälle Islands. Auf eine Breite von etwa 100 Metern stürzt der Skjálfandafljót etwa 12 Meter halbkreisförmig in die Tiefe und wird dabei von mehreren Felsen unterbrochen. Die Form erinnert etwas an die Niagarafälle. Trotz des schlechten Wetters –zeitweise gibt es Nieselregen- sind viele Besucher am Goðafoss. Tiefhängende Wolken machen es schwer, reizvolle Aufnahmen zu bekommen. Ich habe mich daher auf Detailaufnahmen konzentriert, die ich im Nachgang zu Schwarzweißaufnahmen verarbeitet habe, um die Dramatik zu erhöhen. In einer Regenpause mache ich auch Luftaufnahmen, insbesondere die Sicht von oben nach senkrecht unten auf den Wasserfall bringt interessante Perspektiven hervor…

Nur wenige Meter vom Goðafoss entfernt muss man in eine Schotterpiste, die „842“ abbiegen. Folgt man dieser Piste etwa 40 Kilometer, gelangt man zum Aldeyarfoss. Auf Bildern erkennt man hier einen gewaltigen Wasserfall, in dessen Fluten man lieber nicht stürzen möchte. Von zahlreichen Basaltsäulen gesäumt, gehörte er vorab zu meinen Fotofavoriten. Der Eindruck vor Ort war durchaus imposant und begeisternd, doch der wolkenverhangene Himmel sorgte in meinen Augen nicht für zufriedenstellende Fotoaufnahmen. Würde ich diesen Wasserfall noch einmal anfahren? Ja, aber nur bei optimalem Wetter und nachts mit evtl. Aussichten auf Polarlichter.

Weiter geht es in Richtung Akureyri, dem „kleinen Reykjavík im Norden Islands“. Folgt man der Ringstraße, so kann seit Januar 2019 die Strecke durch einen neuen Tunnel, den Vaðlaheiðargöng, abgekürzt werden. Man spart einige Kilometer und Minuten und im Winter evtl. Stress. Doch die Durchfahrt kostet 1.500 Kronen, also etwa 11 Euro. Hochmodern wie die Isländer sind, kann man sich hierfür eine App herunterladen und im Voraus bezahlen für jede einzelne Fahrt oder sogar bis zu 100 Fahrten, so dass es dann nur noch 700 Kronen (5,15 Euro) je Fahrt kostet.

Wir haben uns zur Spazierfahrt außenrum entschlossen, sind also nicht durch den neuen Tunnel nach Akureyri gefahren. Dort angekommen haben wir zuerst das Auto mit Diesel und im Anschluss wir uns mit Lebensmitteln versorgt. Die vielen Bónus Einkaufsmärkte im ganzen Land waren dabei unsere primäre Anlaufstelle, da man dort alles zu relativ günstigen Preisen bekommt. Wir haben uns auch gleich auf den Weg zu unserer Unterkunft gemacht, denn für diesen Tag hatten wir nichts mehr auf dem Programm stehen, außer die Klärung der Frage, wo wir an diesem Abend essen gehen würden.

Eine Tatsache erhöhte jedoch unseren Stresspegel leicht: der vorhergesagte kP-Index erhöhte sich auf Werte zwischen 5 und 6. Je höher der Zahlenwert, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von Polarlichtern. Können auf Islands Breiten schon ab kP-Werten um 2 Polarlichtaktivitäten beobachtet werden, ist ein Auftauchen bei Werten um 6 schon nahezu sicher. Die Wetterprognosen für Akureyri waren für diese Nacht nicht gut, der Himmel sollte bedeckt bleiben. So mussten wir uns also entscheiden, ob wir an Ort und Stelle unter einer dichten Wolkendecke verharren und polarlichttechnisch leer ausgehen oder aufbrechen und auf die Jagd gehen würden.

Auf der Webseite des isländischen Wetterdienstes vedur.is hatte ich ohnehin die ganze Zeit die Wetterlage verfolgt. Auf dieser Seite gibt es nicht nur Wettervorhersagen, sondern auch Prognosen zur Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern und wo man diese am besten beobachten kann. Ich studierte die entsprechenden Karten nahezu stündlich aufs Neue und so haben Nicole und ich uns dazu entschlossen, nach dem Abendessen in westlicher Richtung zu fahren.

Gesagt, getan. Noch in der Abenddämmerung haben wir Akureyris Ortsschilder in westlicher Richtung hinter uns gelassen. Auch wenn man in Akureyri gerne an roten Ampeln steht, die roten Herzchen sind einfach zu süß, so haben wir zugesehen, möglichst schnell möglichst viel Land hinter uns zu lassen. Nach etwa 50 Kilometern sind wir ersten Wolkenlücken entgegengefahren. Ein kurzer Stopp, mit dem bloßen Auge war nichts zu erkennen. Die Spiegelreflexkamera hergeholt, auf höchsten ISO-Wert gestellt und freihändig in den Himmel gehalten du siehe da… grüne Flecken am Himmel sind auf dem Display zu sehen. Nach ein paar Kilometern Weiterfahrt wurden die Wolkenlücken größer und wir konnten unsere ersten Polarlichter während dieses Islandaufenthalts fotografieren.

Blassgrüne Vorhänge tanzten über den Himmel zwischen den Sternen, Wolken unterbrechen dieses Schauspiel immer wieder, Aufregung und Stress, beim Fotografieren alles richtig zu machen kommen auf. Insbesondere Nicole setzte sich selbst ziemlich unter Druck, machte am Ende aber doch alles richtig. Dann fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter. Bei Sauðárkrókur, 100 Kilometer von Akureyri entfernt, hatten wir schließlich unseren Fotostandort gefunden. Gerade rechtzeitig, denn die erste Polarlichtsichtung hatte sich lediglich als Vorgeplänkel erwiesen. Nun waberten über den kompletten sternklaren Himmel Vorhänge von Aurora borealis. Schnell zuckende oder langsam dahingleitende Lichter, der ganze Himmel war in Bewegung. Nicole ist mit dem Fotografieren nicht hinterhergekommen und ich wusste auch nicht, was ich mit meinen beiden Kameras anstellen sollte. Instinktiv bediente ich beide mit Weitwinkelobjektiven bestückte Kameras. Schließlich klappte es am Ende dann doch noch ganz gut. Doch neben all der Fotografie wollten wir auch eines nicht zu kurz kommen lassen, nämlich das Genießen dieses unglaublichen Spektakels mit dem bloßen Auge!

Nach etwa einer halben Stunde hat die Aktivität nachgelassen. Das Firmament war zwar noch immer in ein deutlich sichtbares Blassgrün gehüllt, doch die sich bewegenden Beamer waren nicht mehr auszumachen. Da wir gut 100 Kilometer von Akureyri entfernt waren und uns mehr als eine Stunde Heimfahrt bevorstehen würde, hatten wir uns dazu entschlossen, die Heimreise anzutreten. Während der Fahrt hatten wir immer wieder den Blick aus dem Auto in die dunkle Nacht geworfen, doch zumindest in dieser ersten Nachthälfte hatten sich keine weiteren Polarlichter mehr gezeigt. Zudem hatte sich der Himmel auch immer weiter mit Wolken bedeckt, je näher wir an unsere Unterkunft gekommen sind. Zufrieden und noch immer aufgeregt fielen wir ausgelaugt ins Bett.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des zwölften Tages:

Der Goðafoss

Der Goðafoss Der Goðafoss
Der Goðafoss Nach der Fahrt Erste Aurora
Aurora bei Varmahlíð Aurora bei Sauðárkrókur Aurora bei Sauðárkrókur

Da wir von Akureyri bisher noch so gut wie überhaupt nichts zu sehen bekommen haben, wollten wir vor unserer Abreise wenigstens noch eine Sightseeingtour machen. Mit dem Auto sind wir an die bekannte Akureyrarkirkja gefahren und sind dort etwas herumgelaufen. Die anmutende, 1940 fertiggestellte lutherische Kirche ist ein Wahrzeichen von Akureyri. Die darauf zulaufende Treppe bietet zahlreiche Fotomotive, auch wenn an diesem Tag der Himmel wieder bedeckt war. So versuchten wir uns fotografisch an dieser Kirche, die aufgrund der absoluten Symmetrie eine kleine Herausforderung dargestellt hat. will man die fluchtenden Linien parallel und symmetrisch im Bild festgehalten haben.

Aufgrund unserer Polarlichtodyssee in der vergangenen sind wir die Ringstraße bereits am Vorabend in westlicher Richtung unterwegs gewesen. So haben wir entschieden, unsere Weiterfahrt einen anderen Weg anzutreten. Unsere Route führte uns in nördlicher Richtung über Dalvík, Ólafsfjörður, Siglufjörður und somit über den ziemlich nördlichsten Teil der Insel. Dass diese teilweise wirklich entlegenen Orte hauptsächlich vom Fischfang und deren Weiterverarbeitung leben, war nicht schwer zu bemerken: während der Durchfahrt einmal das Fenster heruntergekurbelt und schon wusste man Bescheid… ich als Nichtfischesser könnte mir ein Leben hier nur schwer vorstellen, auch kaum vorzustellen, dass man sich daran gewöhnen könnte...

Eines unserer Tagesziele war das Schwimmbad bei Hofsós. Auf dieses bin ich durch Bilder aus dem Internet aufmerksam geworden. Ein blaues Schwimmbecken mit Aussicht auf die Fjorde Islands machte uns diesen Umweg schmackhaft. Nach gut 130 Kilometern und einigen Fahrtunterbrechungen aufgrund Sichtungen von Fotomotiven haben wir Hofsós erreicht. Der Eintritt kostet 1.000 Kronen pro Nase. Ohne Badebekleidung gründlich duschen ist übrigens Gesetz auf Island. Also haben wir das Gesetz geachtet und sind bei 10 Grad Außentemperatur in das 30 Grad warme Wasser. Ohne viel Bewegung wird das recht schnell kühl und entweder man zieht fleißig Bahnen im etwa 25 m x 10 m großen Becken oder man wechselt in das 38 Grad warme Thermalbecken, welches aber deutlich kleiner ist.

Nach gut zwei Stunden hatten wir genug und haben Hofsós verlassen, aber nicht ohne vorher noch die Stađarbjargavík zu besichtigen. Keine 20 Meter vom Parkplatz des Hofsós Schwimmbades entfernt führt eine Holztreppe zur Küste hinab, wo eindrucksvolle Basaltsäulen ins Meer ragen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs gab es so gut wie keinen Wellengang, so dass wir dort noch einmal Ruhe auftankten und die Umgebung genossen haben.

Ein kurzer Halt beim Glaumbær Kirchdorf und die Durchfahrt durch Sauðárkrókur und Weiterfahrt brachte uns von der „76“ und „75“ schließlich wieder auf die Ringstraße. Blönduós lautete unser nächster Stopp, das ist eine kleine Ortschaft mit 900 Einwohnern an der Ringstraße. Dort tankten wir nochmals und erledigten unsere Einkäufe. Der Himmel hatte zwischenzeitlich ziemlich aufgeklart, die Sicht und die Lichtstimmung waren toll. Vom Parkplatz des Supermarktes aus konnten wir sogar schon schemenhaft das Ziel unserer Reise erkennen: den Hvitserkur „Dinofelsen“ an der Ostseite der Vatnsnes Halbsinsel. 15 Kilometer Luftlinie trennten uns noch vom Ende der Tagesetappe, doch die Fahrt sollte noch eine Stunde dauern, waren es doch tatsächlich noch 62 Straßenkilometer. That’s Iceland… besonders deprimierend ist die Fahrt in den Fjorden, wenn das Ziel in weniger als 8 Kilometern Luftlinie liegt, doch der gesamte Fjord ausgefahren werden muss und noch 60 Kilometer zurückgelegt werden müssen.

Um 18:30 Uhr haben wir unser Ziel erreicht. Die Sonne neigt sich dem Westhorizont entgegen. Wir haben schnell eingecheckt und sind dann noch kurz an den Hvitserkur „Dinofelsen“ hinuntergelaufen. Diese fünfzehn Meter hohe Basaltfelsenformation ragt aus dem Ozean heraus und erinnert in seiner Form an einen trinkenden Troll, eine Kuh oder eben an einen Dino. „Hvitserkur“ bedeutet „weißes Hemd“. Weiß ist der Felsen teilweise durch Ausscheidungen von Seevögeln. Der Sage nach soll es sich hierbei um einen von der Sonne versteinerten Troll handeln, der ein nahegelegenes Kloster mit Steinen beworfen haben soll.

Ich habe den Hvitserkur ausgesucht, da mir im Wesentlichen zwei Fotomotive in Gedanken vorgeschwebt sind. Zum einen hatte ich mit Polarlichtern in der Nacht spekulierte und zum anderen stellt der Felsen zu jeder Jahreszeit ein dankbares Fotomotiv zum Sonnenaufgang dar. Was soll ich sagen…: fast hätte es zu beidem gereicht, doch die Polarlichter sind verschwunden, kurz bevor wir den Felsen um 05:00 Uhr in der Früh erreicht haben. Darüber hinaus setzt die Dämmerung auf Island aufgrund der Lage in hohen Breitengraden viel früher vor Sonnenaufgang ein, als wir es von Süddeutschland aus gewöhnt sind.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des dreizehnten Tages:

Siglufjörður

Ford Kuga Bei Hofsós
Aus der Luft Islandpferd Islandpferd
 
Beim Hvitserkur Beim Hvitserkur  

Der Sonnenaufgang sollte erst um 07:30 Uhr sein. Bis dahin sollte es noch zweieinhalb Stunden dauern. Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits am Strand neben dem Hvitserkur gestanden. Die Temperaturen bewegten sich nahe am Gefrierpunkt. Nicole spielte zähneknirschend mit, als ich meine Unlust bekundet hatte, wieder in die Unterkunft zurückzukehren, nur um eine gute Stunde später aufgrund der Morgendämmerung wieder erneut losziehen zu müssen. Also sind wir am Felsen geblieben und haben einige Nachtaufnahmen gemacht. Früh am Morgen haben wir noch nicht geahnt, dass uns mit dem 14. Tag der fotografisch ergiebigste Tag bevorstehen würde. Zum Einen sollte uns ein fantastischer Sonnenaufgang am Hvitserkur erwarten, zum Anderen sollte uns die Fahrt zur Snæfellsnes Halbinsel eine sonnige Tagesetappe bieten. Doch nun der Reihe nach...

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs am Hvitserkur Felsen war grade Ebbe, so dass wir aufgrund des niedrigen Wasserstands auch auf die andere Seite des Felsen gelangen konnten. Watend und mit der Handyfunzel leuchtend suchten wir uns den Weg durch den schwarzen und nassen Sand. Doch schneller als uns lieb war, hat uns der steigende Wasserstand wieder von unserem Fotostandort weg in Richtung Strand vertrieben. Auf durch das Wasser abgeschnittene Wege zurück zum trockenen Festland hatten wir dann doch keine Lust. Außerdem war uns das zu gefährlich. Zudem kann ich jetzt von mir behaupten, auf einer gestrandeten Qualle ausgerutscht zu sein…

Pünktlich wie die Maurer ist die Sonne am gegenüberliegenden Horizont der Halbinsel Skagi aufgegangen. Wir haben uns so positioniert, dass die aufgehende Sonne unter dem „Hals des Dinos“ zu sehen ist. Es war gar nicht schlecht, dass wir unseren idealen Fotostandort so früh behauptet hatten, da einige andere Fotografen diese Idee scheinbar ebenso gehabt haben. Das lange Warten in der kalten Nacht hat sich gelohnt und an diesem Standort habe ich Fotos machen können, die mir mit am besten gefallen haben.

Da die Unterkunft bis dato die am wenigsten attraktive war, haben wir zugesehen, dass wir unsere Sachen gepackt haben und verschwunden sind. Noch am Abend haben wir uns Kartoffeln abgekocht, die uns wieder für eine Weile als Proviant dienen sollten. Das alles war recht schnell im Auto verstaut und so waren wir bereits um 09:00 Uhr schon wieder unterwegs nach Stykkishólmur und zur Snæfellsnes Halbinsel. 220 Kilometer haben vor uns gelegen und das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. Südlich der Vatnsnes Halbinsel sind wir wieder auf die Ringstraße gelangt. Bei meinem Besuch in 2017, bei welchem ich Island allein unsicher gemacht hatte, bin ich aus südwestlicher Richtung kommend bis zum Hvitserkur gefahren. So habe ich persönlich zu diesem Zeitpunkt die Insel also genau einmal umrunden können. Bis zu Nicoles Umrundung sollte es noch einige Kilometer dauern...

Nach unzähligen Fotostopps haben wir Stykkishólmur, ein kleines Hafenstädtchen im Norden der Snæfellsnes Halbinsel erreicht. Wir suchten einen Souvenirshop auf, machten einen kleinen Spaziergang am Hafen und am Leuchtturm, haben die Gegend genossen und sind dann schließlich weiter in Richtung unserer nächsten Unterkunft gefahren. Der Selvallafoss, ein etwas versteckter Wasserfall, ist noch weitgehend unbekannt, obwohl dieser nur etwa fünf Fußminuten von einem Parkplatz entfernt ist. Hier haben wir nochmals eine längere Pause eingelegt und haben das tolle Wetter genossen. Der Parkplatz war zwar ziemlich voll, den Gang um Wasserfall haben allerdings nur wenige auf sich genommen.

Ziel unserer Tagesetappe war Grundarfjörður, ein Städtchen mit 890 Einwohnern. Man bekommt hier alles, was man braucht und das verschlafene Örtchen hat einen markanten Hausberg: den Kirkjufell. Dies bedeutet übersetzt „Kirchberg“ und der Name rührt von seiner spitz zulaufenden Form her. Von einer bestimmten Stelle aus kann man zwei schöne Wasserfälle als Vordergrund mit dem Berg im Hintergrund fotografieren. Diese Szenerie gehört zu den am häufigsten fotografierten Motiven auf Island. Zusammen mit einem Sonnenaufgang oder Polarlichtern am Himmel ist dies aber ein wahrhaft idyllischer und paradiesischer Ort. Weniger paradiesisch ist die mittlerweile astronomisch hohe Anzahl von Touristen rund um diese Location. Klar, wir sind auch Touristen und haben eigentlich am wenigsten das Recht, uns zu beschweren. Deshalb behelfen wir uns einiger Tricks, die Schönheit der Gegend am besten genießen zu können. Dazu gehört, sich nahe der Sehenswürdigkeiten, in diesem Falle dem Kirkjufell, eine Unterkunft zu buchen. Dann muss man sich selbst überwinden, zu unchristlichen Zeiten das Bett zu verlassen und auf Motivsuche zu gehen. Beherzigt man diese Aspekte, so ist die Wahrscheinlichkeit, weitgehend ungestört zu sein, am höchsten.

Ein Flug mit der Drohne und ich konnte Grundarfjörður aus einer etwas anderen Perspektive sehen. Nach dem Flug eilten wir noch schnell zum Kirkjufell, um noch das letzte Licht des Tages einfangen zu können. Da wie vermutet recht viele Touristen am Parkplatz zugegen waren, sind wir noch ein paar Meter weiter gefahren, um den sich im ruhigen Wasser einer Lagune spiegelnden Berg zu fotografieren.

Am Abend in der Unterkunft angekommen, haben wir uns erst einmal „was Vernünftiges“ zu essen gemacht: Pasta Bolognese. Nach Tagen Kartoffeln und Wurst haben wir uns auf ein solches Mahl gefreut. Der Blick aus dem Fenster offenbarte einen tollen Sternhimmel und die aufgeregten Rufe der koreanischen Zimmernachbarn ließen uns vermuten, dass es draußen Polarlichter geben würde. Dem war auch so und schließlich konnten wir auch in Grundarfjörður noch einige Polarlichter fotografieren, ehe wir dann die Lichter ausknipsten.

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Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des vierzehnten Tages:

Morgendämmerung

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang Guggsdu? Der Hrútafjörður
Der Hrútafjörður Fotoshooting Fotoshooting
Bei Stykkishólmur Stykkishólmur Stykkishólmur
Der Selvallafoss Der Selvallafoss Am Selvallafoss
Aus der Luft  Aus der Luft Die "54"
Der Kirkjufell Der Kirkjufell Der Kirkjufell
 
Grundarfjörður Grundarfjörður und Aurora  

Wir starteten früh, am Himmel war keine Wolke zu sehen. Der Gipfel des Kirkjufell war bereits in Sonnenlicht getaucht, die übrige Umgebung lag noch im Schatten. Das Gästehaus hatte einen Waschplatz für PKW, dieses Angebot habe ich dankend angenommen, um das am Kuga haftende Hochlandmaterial abzuspritzen. Klarer Himmel, sauberes Auto… perfekte Voraussetzungen, um die Snæfellsnes Halbinsel zu umrunden. Von Grundarfjörður aus haben wir mit bester Laune die Fahrt angetreten und legten zahlreiche Fotostopps ein. Die Ingjaldshólskirkja, die Lóndrangar Felsformation, das Fischerdörfchen Arnarstapi oder einfach nur der Verlauf der Straße haben uns mehr Fotomotive geboten, als uns lieb war. Spontan nach links abgebogen, haben wir sogar gut 700 Höhenmeter (mit dem Auto) zurückgelegt, um dem Gipfel des Snæfellsjökull etwas näher zu kommen. Bereits vom Boden nahe der Küstenlinie aus hatte mich der Vulkan fasziniert. Bei wolkenfreiem und tiefblauem Himmel hatte ich ihn noch nie zu Gesicht bekommen. An der Westflanke sind Ströme erkalteter Lava zu erkennen. Die Gletscherkappe auf dem Gipfel setzte dem ganzen sprichwörtlich noch die Krone auf, es war einfach ein Anblick nicht von dieser Welt. Die Aussicht auf die Halbinsel war gigantisch, man konnte den Esja Gebirgszug bei Reykjavík in über 120 Kilometern Entfernung erkennen.

Wir haben uns richtig Zeit für die Fahrt gelassen. Für die 180 Kilometer von Grundarfjörður bis Borgarnes haben wir etwa achteinhalb Stunden benötigt. Es war zu keinem Zeitpunkt langweilig, im Gegenteil, die Zeit ist wie im Fluge vergangen, das tolle Wetter tat sein Übriges dazu. Zu diesem Zeitpunkt ist mir allerdings klar geworden, dass es bis zur Hauptstadt Reykjavík und somit quasi zum Ende des Urlaubs lediglich noch 80 Kilometer sind. Die Runde um die Ringstraße ist also nahezu komplett. Ich habe die Entfernungsangabe zu Reykjavík auf den Wegweisern zwar immer wieder gesehen, so richtig bewusst geworden ist es mir allerdings erst an diesem Tag.

Wir sind also wieder im Bereich um die Hauptstadt angekommen. Ein Tankstopp in Borgarnes sollte nochmal sicherstellen, dass uns der Sprit nicht ausgeht. Der noch immer blaue und wolkenlose Himmel begleitete uns bis ins Þingvellir. Ganz in der Nähe zum Eingang in den Nationalpark lag unsere Unterkunft für die kommende Nacht. Dort angekommen, wollten wir noch das letzte Licht des Tages nutzen und das zerfurchte Tal im Abendlicht fotografieren. Doch als wir die Parkgebühren per Kreditkarte am Automaten bezahlen wollten, hat Nicole bemerkt, dass ihre Karte verschwunden ist. Durch intensives Nachstellen des Tagesablaufs konnte sie nur im Tankautomaten in Borgarnes steckengelassen worden sein. Unsere Fotovorhaben haben wir natürlich abgeblasen und leiteten alles Notwendige in die Wege, um die Kreditkarte zu sperren. Eine Fahrt ins 80 Kilometer entfernte Borgarnes war keine Option, da die mittlerweile gesperrte Karte ohnehin nur noch ein wertloses Stück Plastik war.

Da aber auch meine Kreditkarte bereits seit dem vierten Tag nicht mehr funktioniert hatte, und unsere Bargeldreserven quasi auf ein Minimum geschrumpft war, schwante uns schön Übles, dass wir die letzten drei Tage auf Island ohne Einkäufe überstehen müssten. Wir hofften, dass unsere normale EC-Karten uns zumindest zu Bargeld an einem Automaten verhelfen würden. Doch Island ist nicht so sehr mit Geldautomaten übersät, der dem Þingvellir nächstgelegene, um 19:00 Uhr noch zugängliche ATM war laut Google Maps im 40 Kilometer entfernten Reykjavík z ufinden. Wir sind also die Strecke bis nach Mosfellsbaer gefahren und haben dort zum Glück beide Bargeld erhalten. Die letzten Tage auf Island waren gerettet.

Erleichtert haben wir die Rückfahrt ins Þingvellir in unsere Unterkunft angetreten. Unterwegs haben wir noch eine herrliche Sicht auf das in der Abenddämmerung liegende Reykjavík genossen. Der 120 Kilometer entfernte Snæfellsjökull strahlte prominent in der Ferne, die gesamte Snæfellsnes Halbinsel war am Horizont zu erkennen. Logisch, dass wir hier noch eine erhöhte Position gesucht hatten und eine Fotosession eingelegt haben.

In der Unterkunft angekommen, atmeten wir erst einmal auf, der Tag war doch ziemlich lang, anstrengend und ereignisreich. Plötzlich piepste Nicoles Handy und sie wurde per Facebook von einem Unbekannten angeschrieben. Dieser fragte sie, ob sie sich derzeit auf Island aufhalte und ihre Kreditkarte vermisse. Nach ein paar Zeilen Unterhaltung wurde nicht nur klar, dass die Kreditkarte tatsächlich im Slot des Tankautomaten in Borgarnes vergessen wurde, sondern sie wurde auch noch gefunden und dieser Jemand meldete sich bei ihr. Weiter noch, auch das Flugzeug des ehrlichen Finders sollte am Donnerstag um 07:25 Uhr von Reykjavík nach Frankfurt fliegen, am Ende stellte sich sogar heraus, dass wir nicht nur dasselbe Ziel hatten, sondern im Flieger auch noch in derselben Reihe gesessen haben…

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des vierzehnten Tages:

Die Ingjaldshólskirkja

Der Snæfellsjökull Die Weite der "54"
Lóndrangar Making-of Lóndrangar
Lóndrangar Snæfellsjökull Snæfellsjökull & me
Snæfellsjökull & me On the line Lóndrangar
Der Selvallafoss Lóndrangar & me That's us
Gatklettur Lonely house I Lonely house II
Stapafell Snæfellsjökull summit Snæfellsjökull summit
Búðir Am Þingvellir Aurora @ Þingvellir
Aurora @ Þingvellir Aurora selfie Aurora selfie

Der erste Tag des neuen Monats und somit der vorletzte nutzbare Tag unseres Urlaubs hat mit durchwachsenem Wetter und Nebelbänken begonnen. Ursprünglich hat der tagesplan vorgesehen, nochmal ins Þingvellir zu fahren. Dies hatten wir jedoch nicht mehr für notwendig gehalten, da wir das Þingvellir bereits am zweiten Tag bei bestem Wetter erlebt hatten. So hatten wir mehr oder weniger eine Fahrt ins Blaue unternommen mit dem Ziel, das beste Wetter mitzunehmen. Ein Blick auf die Wetterkarte hat uns verraten, dass südlich des Þingvellir die Wolkendecke aufreißen sollte. Gesagt, getan und so ist der Himmel mit jedem Kilometer in südlicher Richtung mehr und mehr aufgerissen. Nicht weit von unserer Unterkunft entfernt liegt der Þórufoss. Dies ist ein von der Straße aus nicht sichtbarer Wasserfall. Er ist zwar nur 12 Meter hoch, beeindruckt jedoch aus der Ferne und bietet tolle Möglichkeiten, sich im Vordergrund zu positionieren, um schöne Portraitaufnahmen zu machen. Auch dieser Wasserfall ist bekannt durch „Game of thrones“.

Da wir für diesen Tag nicht wirklich einen festen Plan hatten, haben wir uns kurzerhand entschlossen, die Reykjanes Halbinsel unsicher zu machen, da unser Tag ohnehin in Reykjavík enden würde. So besuchten wir den Kleifarvatn und konnten dort tolle Luftaufnamen machen. Dem nur 6 Kilometer entfernte Hochtemperaturgebiet um Krýsuvík statteten wir ebenfalls einen Besuch ab, doch da aufgrund einer Fotosession einzelne Teile der Pfade gesperrt waren – gerade die interessantesten Stellen waren zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht zugänglich- sind wir relativ schnell wieder von dort aufgebrochen. Von einer Rundfaht um die Reykjanes Halbinsel haben wir uns mehr erhofft.

Eine Weiterfahrt zur „Brücke zwischen den Kontinenten“ hat uns schon wieder recht nahe an Reykjavík herangebracht. Dort ist eine Verwerfung an der Erdoberfläche zu sehen, die auf einen Bruchgraben zwischen den beiden Kontinentalplatten (Nordamerika und Eurasien) zurückzuführen ist. Auf dem Weg in Richtung Hauptstadt haben wir auch festgestellt, dass es hier einen Planetenweg entlang der „425“ im Westen der Reykjanes Halbinsel gibt. Für die Tatsache, dass wir ursprünglich keinen wirklichen Plan für diesen Tag hatten, haben wir doch recht viel unternommen und sind erst gegen 17:00 Uhr in Reykjavík angekommen. Wir haben gleich unser Hotelzimmer im „Leifur Eiriksson“ bezogen. Dies ist ein Hotel direkt an der berühmten Hallgrímskirkja. Ein Blick aus unserem Fenster fiel direkt auf diese wunderschöne Kirche.

Das Wetter macht am Spätnachmittag leider nicht mehr mit. Doch für einen Spaziergang durch Reykjavík hat es gereicht. Wir klapperten die gängigen Sehenswürdigkeiten im Norden der Stadt ab: die Hallgrímskirkja, de Harpa, die Sólfarid Skulptur, die Einkaufsstraßen und abends haben wir schließlich noch im Hardrock Café gegessen.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des sechzehnten Tages:

Am Þórufoss

Am Þórufoss Am Þingvallavatn
Am Þingvallavatn Gegenlicht Am Kleifarvatn
Krýsuvík Miðlína Miðlína
   
Sólfarid