Tag 9 und wieder war der Himmel bedeckt, immerhin war es trocken. Wir fuhren nach Höfn zum Einkauf. Den Tag haben wir mit einigen Fototouren verbracht, unter anderem am Hvalnes Leuchtturm und am Bergárfoss in der Nähe von Nesjahverfi. Dies war ein Tipp von Heiða. Ein sehr schöner und interessanter Wasserfall, kommt man doch trockenen Fußes auch hier hinter den Wasservorhang und hat einen schönen Blick ins Tal. Die Drohne erhob sich auch hier, wurde aber von einer Küstenseeschwalbe angegriffen. Daher habe ich mein Fluggerät gleich wieder gelandet, ich will keine kaputte Drohne und keine zerfetzten Vögel haben :). Dennoch war es interessant zu beobachten, wie aggressiv das Verhalten einiger Vögel sein kann. Diese Schwalben greifen auch gerne Touristen an und attackieren diese mit ihren Schnäbeln.

Was nun tun? Ursprünglich hatten wir einiges vor an diesem Tag. Da es zwar bedeckt war, jedoch nicht regnete, entschlossen wir uns, auf die Stokksnes Halbinsel zu fahren. Kurz vor dem Almannaskarðsgöng, einem Tunnel, der durch das Vestrahornmassiv führt, biegt man rechts ab und hat noch etwa 4 Kilometer Piste vor sich, ehe man in einem Café Tickets für den kostenpflichtigen Zugang zum Bergmassiv lösen kann. Nach einigem Überlegen haben wir entschieden, Tickets zu lösen und haben uns gegen 18:00 Uhr auf dem Weg zum Vestrahorn gemacht. Was soll ich sagen… auf unsere Kosten sind wir nicht gekommen, das Bergmassiv lag in dichtem Nebel eingehüllt. Nur selten linsten Teile des Gebirges durch die Nebelbank.

Dennoch machten wir das Beste draus und haben einen Spaziergang am schwarzen Strand unternommen. Schwarze Dünen mit Buschbewuchs, Tümpel und Priele haben unseren Weg gesäumt und so wateten wir Meter um Meter durch das mystisch wirkende Land. Leider habe ich versäumt, unsere Route zu tracken, im Nachhinein hätte mich sehr interessiert, welchen Zickzack-Kurs wir gewandert sind. Eine gute Stunde dauerte unsere Wanderung, bis uns die einsetzende Dunkelheit wieder zu unserem Auto gezwungen hat. Der Rückweg war leicht unheimlich, der Nebel, die seltsame Lichtstimmung und nicht zuletzt jeder dritte Schritt, der einen geschätzte 20 cm tief in den matschigen Sand sinken ließ… das alles hatte einen leichten Tatsch von einem Horrorfilm. Doch schließlich schafften wir es heil zum Auto.

Am Abend unterhielten wir uns lange mit Heiða. Ihr Hund Fönn wich nicht von unserer Seite. Wir kochten noch Kartoffeln als Proviant für die kommenden Tage ab und erkundigten uns nach dem Wetter für den nächsten Tag. Noch ein weiteres Mal sollte die Islandkarte von lauter kleinen Regenwolkensymbolen gesäumt sein. Wir waren ja bereits daran gewöhnt, hätten aber auch nichts dagegen gehabt, wenn mal ein paar Sonnensymbole aufgetaucht wären. Zu dem Zeitpunkt haben wir noch nicht gewusst, dass unser Wunsch bald in Erfüllung gehen sollte...

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des neunten Tages:

 

Bergarfoss

Stokksnes im Nebel