An diesem siebten Tag wurden wir erwartungsgemäß wieder von einem bewölkten Himmel begrüßt. Da es nicht geregnet hat, waren wir jedoch nicht weiter eingeschränkt. Wir sind recht früh aufgebrochen, um unsere Reise weiter in Richtung Osten fortzusetzen. Nach 15 Kilometer legten wir einen unplanmäßigen Fotostopp am Skógafoss ein. Der Grund war lediglich der, dass zu dieser frühen Stunde keine oder nur wenige Besucher dort anzutreffen sind. Die Lichtbedingungen allein waren kein Grund für diesen Fotostopp, wir wollten den Wasserfall "für uns allein haben", was auch der Fall war. Außer uns waren noch drei weitere Personen anwesend.

Nach einigen wenigen Bildern setzten wir unsere Fahrt fort in Richtung „Dyrhólaey“, einem Felsen, der aufgrund seiner namensgebenden Form wie ein Schlüsselloch aussieht: der „Türlochfelsen“. Da der Aussichtspunkt auf den Felsen weit in den Atlantik ragt und sich auch etwa 100 Meter über die Umgebung erhebt, wehte ein starker Wind. Wegen der Drohne habe ich mein Anemometer, ein Windmessgerät, mitgenommen. Zeitweise gab es Windgeschwindigkeiten von 87km/h! Aufgrund des starken Windes haben wir nur eine kleine Runde am Aussichtspunkt gedreht. Die Aussicht war aufgrund der Bewölkung auch nicht sehr toll, so dass wir recht schnell in Richtung „Reynisfjara“, dem schwarzen Strand, gefahren sind.

Nach etwa 13 Kilometern haben wir den berühmten Schwarzen Strand erreicht. Der Parkplatz war schon sehr voll, was uns verwundert hatte. Trotz des starken Windes und des trüben Wetters haben wir uns hier eine ganze Weile aufgehalten. Die versteinerten Trolle, die Reynisdrangar, drei bis zu 60 Meter hohe Gesteinssäulen im Meer, sind auch bei ungünstigem Wetter einen Besuch wert. Der Wellengang war sehr hoch, so dass sich ständig hohe Wellen an den Säulen gebrochen hatten. Gischt spritzte in die Luft, weiße Wellen trafen auf den schwarzen Sand und starker Wind peitschte immer wieder groben schwarzen Sand umher. Da war schnelle Reaktion gefragt, denn Kameras und Objektive mussten abgedeckt werden, will man keine bleibenden Schäden auf den Glasflächen haben, umherfliegender Sand wirkt dann wie Schmirgelpapier. Trotz fehlendem Sonnenschein kamen wir jedoch auch hier fototechnisch auf unsere Kosten.

Zur Mittagszeit sind wir wieder in Vík í Mýrdal eingetroffen, was wir ja bereits am Vorabend besucht hatten. Vík ist ein kleines Städtchen, durch welches man unweigerlich fahren muss, wenn man der Ringstraße folgt. Mittlerweile mit 318 Einwohnern, zählt Vík eher zu der Kategorie „Dorf“ oder „Gehöft“. Dennoch gibt es hier alles, was man zum Leben braucht: Tankstellen, Apotheken, Einkaufscenter, Bekleidungsgeschäfte, Imbissbuden, Hotels und vieles mehr. Sogar einen Sportplatz gibt es. Wir essen zu Mittag und decken uns im Einkaufscenter mit neuen Vorräten ein. Vík bietet immer eine willkommene Gelegenheit für eine Pause.

Unweit von Vík í Mýrdal befindet sich etwa 3 Kilometer abseits von der Ringstraße die „Hjörleifshöfði“ und eine Halbhöhle, deren Umrisse von innen betrachtet an „Yoda“ aus Star Wars erinnert. Deshalb trägt die Höhle auch mehr oder weniger offiziell den Namen „Yoda cave“. Weil der Umweg nicht groß ist und eine Höhle bei jedem Wetter begangen werden kann, statteten wir der Höhle einen kurzen Besuch ab. Die geplante Wanderung über den Felsen haben wir nicht unternommen, da der Himmel mit einem Einheitsgrau übrzogen war. Eine spektakuläre Aussicht war demnach also nicht zu erwarten, so dass wir unseren Aufenthalt auf die Höhle beschränkt haben.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir den "Fjaðrárgljúfur“, einen Canyon, in welchen man nach einer kurzen Wanderung einen fantastischen Einblick hat. Auch hier spielt das Wetter kaum eine Rolle. Egal ob bei Sonnenschein, Bewölkung oder Schnee… der Blick in den Canyon mit dem darin fließenden Fluß „Fjaðrá“ ist immer einen Abstecher wert, zumal der Parkplatz am Canyon gerade mal 3 Kilometer von der „1“ entfernt liegt. Inklusive Wanderung zur Aussichtsplattform am Ende des Canyons und zurück sowie einigen Fotostopps haben wir eine gute Stunde Zeit benötigt. Der Canyon selbst verläuft leicht im Slalom, ist von grünen Moosen gesäumt, welche mit den grauen Felsen im tollen Kontrast stehen. Am Ende des Canyons gibt es auch einen interessanten Wasserfall.

Die Fahrt führte uns weiter nach Kirkjubæjarklaustur. Dort lag auch unsere nächste Unterkunft. Wir kamen auch zu früh an, so dass wir uns noch eine gute Stunde Zeit um die Ohren schlagen mussten. Der Himmel war noch immer sehr eingetrübt, mittlerweile setzte auch starker Regen ein, so dass es auch nicht viele Möglichkeiten zu Unternehmungen gegeben hat. Zwar hatten wir ursprünglich geplant, einen nahegelegenen Wasserfall zu besuchen, doch aufgrund des Regens hatten wir beide keine große Lust darauf: im Trüben liegende Wasserfälle hatten wir in den Tagen zuvor zur Genüge!

Eine kleine Sightseeing-Tour und ein Skyr-Imbiss im Auto und die Zeit war gekommen, um die Unterkunft in Kirkjubæjarklaustur zum Checkin aufzusuchen. Das Wetter machte für den Rest des Tages nicht mehr mit, so dass wir uns dazu entschlossen hatten, den Tag chillend ausklingen zu lassen. Dazu gehörte unter anderem das Betrachten von Katzenvideos auf Youtube :).

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des siebten Tages:

Schaf

Die Reynisdrangar

Die Reynisdrangar
   
Die Reynisdrangar