2019 09 19 (2)Anscheinend hatte die Sonne auch an Tag 5 keine Lust, für uns zu scheinen, der Himmel war wieder grau und teilweise regnete es auch. Also waren wir gezwungen, entweder wieder dunkle Höhlen oder Erdlöcher aufzusuchen, in welchen wir uns vor dem Regen verstecken konnten oder uns als Alternative der Bildung zu widmen und ein Museum aufzusuchen. Aber das ist eben Island und so versuchten wir, aus der Wettersituation das Beste zu machen. Bei jedem Wetter gibt es etwas zu erleben, so dass wir uns vom grauen Himmel keinen Strich durch die Rechnung machen ließen. Bei den vielen Wasserfällen ist es ohnehin an der Tagesordnung, nass zu werden... :)

2019 09 19 (2)Unser geplanter Weg sollte uns die Südküste entlang weiterführen, so dass wir uns für letzteres entschlossen haben. In Hvolsvöllur (gesprochen: kvols-vöt-lur) gibt es seit einigen Jahren mit dem „Lava Centre“ ein neuartiges und modernes Museum rund um Island und seinen Vulkanismus. Zwar ist der Eintrittspreis mit 3.590 Kronen pro Nase, also 26 Euro, recht teuer, doch im Nachhinein haben wir es nicht bereut. Islands Entstehungsgeschichte wird ebenso beleuchtet und visualisiert wie die Erklärung verschiedener Vulkan- und Lavatypen. Die prominentesten Vulkane Islands werden vorgestellt, wann sie zuletzt ausgebrochen sind und was die Folgen der Eruptionen waren. All das ist interaktiv und hochmodern. Es gibt auch einen „Earthquake corridor“, einen Gang, bei dessen Betreten und Nachdenken über den Namen sich schon ein etwas mulmiges Gefühl einstellt: nach dem Zufallsprinzip wird der Korridor durch Rüttelplatten durchgeschüttelt und so soll ein Erdbeben simuliert werden. Das Ganze wird untermalt von tiefem und lautem Grollen aus Surroundboxen, so dass man durchaus eine Vorstellung bekommen kann, wie sich so ein Erdbeben anfühlt.

2019 09 19 (2)Die Zeit verging wie im Fluge und so haben wir uns eineinhalb Stunden im Museum aufgehalten. Hvolsvöllur liegt kurz vor dem bekannten Wasserfall Seljalandsfoss, welcher direkt an der Ringstraße liegen. Unser Primärziel für diesen Tag war der weniger bekannte Kvernufoss, ein Wasserfall der Kverná, die keine zwei Kilometer östlich des ebenfalls sehr bekannten Skógafoss etwa 20 Meter in die Tiefe stürzt.

Ähnlich dem Seljalandsfoss kann man hinter dem Kvernufoss gehen und den Wasserfall quasi von hinten bestaunen. Für mich war dies nicht das erste Mal am Kvernufoss, bereits in 2017 habe ich diesen Ort aufgesucht. War ich vor zweieinhalb Jahren noch allein an diesem Wasserfall, pilgerten dieses Mal schon etwa 30 Personen über einen Zeitraum von einer guten Stunde dort hin. Ich gehe davon aus, dass es in Zukunft noch etwas mehr werden, aber die Wanderung von etwa 800 Metern nehmen nur Kenner auf sich. Die Wanderung ist nicht schwierig und der Anblick der Umgebung ist einfach nur traumhaft. Jedoch werden sich hierher wohl kaum viele Bustouristen verirren.

Das Wetter war nicht optimal, jedoch war es zum Glück trocken, dass die DJI wieder ihre Runden fliegen durfte. Dabei sind sehr schöne Bilder und Videos herausgekommen.

Um etwa 17:00 Uhr haben wir in unserer Unterkunft in Ásólfsskáli eingecheckt. Dies ist nicht direkt eine Ortschaft, aber eine kleine Ansammlung von Gehöften und Häusern mit einer Kirche. Dies liegt zwischen dem Seljalandsfoss und dem Skógafoss am Fuße des Eyjafjallajökull in einer idyllischen Umgebung mit zwei weiteren kleinen Wasserfällen und einem Canyon. Die Unterkunft war in einem Bauernhof, der Pferde- und Schafzucht betreibt. Annika, unsere Gastgeberin, hat uns freundlich empfangen und uns wertvolle Tipps zur Erkundung der Umgebung gegeben. Am Abend haben wir uns lange unterhalten. Sie erzählte von ihrer Familie und wie sie den Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahre 2010 erlebt hatten.

2019 09 19 (2)An diesem fünften Tag sollte planmäßig nichts mehr gelaufen. Das übliche Laden aller Kameraakkus gehörte ebenso zum automatischen Tagesablauf wie das Sichten der Bilder. Doch abends haben wir uns kurzerhand entschlossen, die 65 Kilometer nach Vík í Mýrdal zu fahren, um die bekannte Kirche im Licht der Abenddämmerung zu fotografieren. Doch ein starker Wind machte es nahezu unmöglich, vernünftige Aufnahmen zu erhalten. Mit ausgebreiteter Jacke direkt über das Stativ gebeugt versuchten wir den störenden Wind abzuhalten. Es muss fast so ausgesehen haben, als ob sich Batman mit seinem Umhang schützend auf die Kameras stürzt...

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des fünften Tages:

Der Kvernufoss

Der Kvernufoss

Der Kvernufoss
   
Nebelverhangen