2019 09 18 (1)Am nächsten Morgen sind wir aufgewacht und schon hörten wir die Regentropfen an die Fenster prasseln. Der dritte Tag wurde also mit isländischem Regenwetter eingeläutet. Dennoch entschlossen wir uns, den zehn Kilometer entfernt gelegenen goldenen Wasserfall, den Gullfoss, anzufahren. Kurz vor 08:00 Uhr haben wir diesen erreicht und aufgrund der frühen Uhrzeit sowie des schlechten Wetters waren wir abgesehen von drei anderen „Hanselen“ allein. Ein kurzer Marsch an die Besucherplattformen, ein paar obligatorische Handyfotos und das war es. Ein wirklich schönes Motiv hat dieser Doppel-Wasserfall an diesem Morgen nicht dargestellt. Ziemlich durchgenässt und durchgefroren haben wir uns im Hotel ein zünftiges Frühstück gegönnt mit Spiegeleiern, Speck, heißen Bohnen, Brot und allem was dazu gehört.

2019 09 18 (2)Gestärkt und aufgewärmt haben wir überlegt, was wir mit der Tagesplanung anstellen würden. Ursprünglich war eine Fahrt ins Landesinnere geplant in Richtung der nächsten Unterkunft am Háifoss, dem dritthöchsten Wasserfall Islands. Doch bei diesem Wetter wäre das kein Vergnügen gewesen. So hatten wir uns umentschieden und sind entlang der Südküste in Richtung Seljalandsfoss gefahren. Der Seljalandsfoss liegt direkt an der Ringstraße und ist etwa 130 Kilometer von Reykjavík und 110 Kilometer vom Geysir entfernt. Man erkennt den 66 Meter hohen Wasserfall schon von weitem aus mindestens 15 Kilometern Entfernung. Etwa einen Kilometer nach der Abzweigung von der Ringstraße befindet der sich meist überfüllte Parkplatz. An diesem sind wir zunächst nur vorbeigefahren und haben Pauschaltourismus und Fensterscheibenfotografie betrieben, siehe Bild. Unser eigentliches Ziel befindet sich zehn Kilometer weiter in Richtung Nordosten: die Nauthúsagil, ein schmaler Canyon unterhalb des bekannten Eyjafjallajökull mit einem Wasserfall am Ende.

2019 09 18 (6)Dieser Canyon kann zwar gut mit einem Auto angefahren werden, doch eine halbstündige Wanderung mit teilweise nassen Füßen ist unumgänglich. Man wird von einem kleinen Bachlauf und einem einladenden kleinen Canyon begrüßt. Das Wasser ist flach, größere Steine machen es einem relativ einfach den Wasserfall trockenen Fußes zu erreichen. Doch die eine oder andere Tücke hält die Location für einen bereit: ins Wasser gelegte Bretter erfordern höchste Vorsicht, will man nasse Schuhe vermeiden. Highlight ist mit Sicherheit der immer enger werdende Durchlass. Schließlich erreichen wir einen kleinen, etwa zwei Meter hohen Wasserfall. An dessen linker Seite ist ein Seil befestigt, dessen man sich bedienen muss, will man diesen Wasserfall in Richtung Ende des Canyons erklimmen. Unsere ausgefahrenen Fotostative haben wir während der Wanderung als Trekkingstock benutzt, damit wird auch der Balanceakt über die Steine erleichtert. Nicole leistete sich einen kleinen Fehltritt, konnte sich aber rechtzeitig abfangen und ist mit einem Schuh kurz im Wasser gelandet. Nichts passiert, die Socken wurden nicht einmal nass.

Ich würde den Weg nicht als außergewöhnli2019 09 18 (7)ch schwer bezeichnen, doch es ist stets Aufmerksamkeit und Vorsicht gefragt. Trittsicherheit sollte vorhanden sein, Nicole und ich haben unser Fotostative ausgefahren und diese als quasi drittes Bein genutzt, um nicht in den nassen Fluten zu landen. Die Strapazen werden durch einmalige Eindrücke belohnt, wird man doch von einem etwa zehn Meter hohen Wasserfall in einer Grotte erwartet. Spätestens hier wird man etwas nass, da die Gischt des Wassers in der Grotte umherfliegt, gerade für Langzeitbelichtungen stellt dies den Fotografen vor einige Herausforderungen, also unbedingt Putztücher für die Kameraobjektive mitnehmen!

Wir hielten uns etwa eine Stunde in der Nauthúsagil auf. In dieser Zeit sind zwei kleine Grüppchen à drei Personen gekommen, die aber nach wenigen Minuten wieder verschwunden sind. Der Rückweg war etwas leichter. Aus dem Canyon herausgekommen, stellten wir fest, dass es noch immer regnete. Dies haben wir mit den Felsen über uns beziehungsweise in der ohnehin nassen Umgebung des Wasserfalls überhaupt nicht wahrgenommen. Am Auto angekommen, haben wir die Rückfahrt in Richtung Unterkunft an der „26“, dem Landvegur, angetreten.

Die Unterkunft war schnell bezogen. Diese war ein kleines Hüttchen mit Küche im Eingangsbereich, Sitzgelegenheit im mittleren und Schlafgelegenheit im hinteren Bereich. Eine Unterkunft, die ich sofort wieder buchen würde. Da das Wetter mittlerweile einen Gang hochgeschalten hatte und aus dem Wind ein mittlerer Sturm geworden ist, ließen wir den Tag bereits am Nachmittag ausklingen.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des dritten Tages:.

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Auf dem Weg in die Nauthúsagil

Auf dem Weg in die Nauthúsagil

Der Wasserfall am Ende