Hier folgt mein Blog zur Islandreise in 2019. Es ist viel Text, aber auch viele Bilder. Wer nur die Bilder durchsehen will, kann dies duch Klick auf das erste Bild starten und navigiert sich einfach mit den Pfeiltasten oder per Mausklick weiter. Viel Spaß!

Vorwort:
2019 08 02 (1)Island. Zum vierten Mal. Langweilig? Keineswegs! Die Frage nach der Langeweile bekomme ich häufig gestellt. Aber so wie Skifreunde jedes Jahr aufs Neue nach Tirol fahren oder Sonnenanbeter jeden Sommer unter der Südseesonne verbringen, so hat mich die größte Vulkaninsel der Erde in ihren Bann gezogen. Als Hobbyfotograf hat man es schwer, auf Island keine guten Motive zu finden. Zudem gibt es jedes Mal etwas Neues zu entdecken, kein Besuch ist wie der andere. Die sogenannte Ringstraße umrundet während 1.341 Kilometer die gesamte Insel. Doch will man Islands Schönheit hautnah erleben, muss man die seit August 2019 durchgängig asphaltierte Nationalstraße 1 häufig verlassen und sich ins Landesinnere bewegen. Nicht selten sind diese Straßen dann Schotterpisten, die einen im Mietfahrzeug dann gehörig durchschütteln. Auf den folgenden Seiten möchte ich euch mein viertes Islandabenteuer etwas näherbringen. Zunächst die Hardfacts:

17 Tage, 4.451 Kilometer Autofahrt, 124 Kilometer Wanderungen und auch die neue Drohne war mit 90 Flugkilometern dabei. Dass dabei keine Langeweile aufgekommen ist, kann ich euch garantieren. Neben den an der Ringstraße gelegenen Städte und Sehenswürdigkeiten, hatten meine Planungen auch einige Abstecher ins Hochland vorgesehen. Viele Wasserfälle und andere Hotspots befinden sich abseits der touristisch erschlossenen Wege. Nach Timms und meinem ersten Besuch im Jahre 2015 war mir klar, dass ich die Insel nochmals heimsuchen werde. Außer während meines Solo-Aufenthalts im Februar 2017 hatte ich Island stets in Begleitung Anderer besucht. So hatten mich im Herbst 2018 Karin und Katrin von meinem Fotostammtisch begleitet. Während des letztjährigen Urlaubs entwickelte sich ein Whats-App-Schriftverkehr zum Thema Fotomotive auf Island, der mittlerweile dazu geführt hat, dass ich mit der entsprechenden Person liiert bin: meine Freundin Nicole. So dauerte es nicht lange, bis ich auch sie zu infizieren versuchte und bereits im Januar 2019 planten und buchten wir die Reise.

Nachfolgend möchte ich euch den Ablauf der Reise vorstellen, untermalt mit zahlreichen Bildern und Beschreibungen. Die Vorfreude auf die Reise ist bald der Aufregung gewichen. Die Tatsache, dass es bald losgehen würde machte uns klar, dass die Zeit schneller vergeht, als einem lieb ist.

2019 09 16 (1)Da war er also, der Tag der Abreise am 16. September. Frankfurt Airport ist eigentlich der Flughafen meiner Wahl, insbesondere, wenn es ohnehin in Richtung Norden geht. Arbeitskollegin und gute Bekannte Vesna Weiß hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, uns zum Flughafen zu fahren und nach unserer Rückkehr auch wieder abzuholen. Hierfür sei ihr an dieser Stelle nochmals dafür gedankt. Der Flug startete pünktlich und ist ohne Zwischenfälle verlaufen. Nicole hatte einen Fensterplatz und während des Flugs gab es immer wieder mal etwas zu sehen. Vor allem beim Anflug auf Island konnte man schon aus der Luft Einzelheiten und Orte erkennen, die wir im Laufe des Aufenthalts besuchen werden. So konnte man beispielsweise die Gletscherlagune Jökulsárlón am Fuße des Vatnajökull deutlich erkennen, wie auf diesem Bild zu sehen ist.

Die Landung in Keflavík erfolgte planmäßig. Nach dem Checkout haben wir unser Mietfahrzeug entgegengenommen. Ein Ford Kuga mit Allradantrieb sollte uns die nächsten drei Wochen um die Insel bringen. Eine kurze Inspektion und ich konnte mich schnell mit dem Fahrzeug vertraut machen. Der Weg vom Flughafen war nicht lang, ein 5-km-Abstecher in ein Restaurant und die anschließenden 700 Meter zur Unterkunft ließen den Tag der Ankunft ausklingen. Die Unterkunft direkt in Keflavík war ideal, um nach dem Flug nicht noch ewig mit dem Auto fahren zu müssen. So konnten wir uns auf den bevorstehenden Urlaub einstimmen.

2019 09 17 (3)Die Wetterprognosen hatten wir immer im Auge. So sollte uns der Wettergott zumindest an diesem zweiten Tag wohlgesonnen sein. Daher klingelte der Wecker recht früh, so dass wir so viel wie möglich von diesem schönen Wetter haben werden würden. Keine 500 Meter von der Unterkunft entfernt hatten wir von der Küste aus einen tollen Blick auf das 45 Kilometer entfernte Reykjavík. Die Silhouette des hinter der Hauptstadt gelegenen Esja-Gebirges war aus der Ferne erkennbar und im Gegenlicht der Morgendämmerung zeichneten sich Wolken und aufsteigende Dampfsäulen ab. Trotz der großen Entfernung konnten Details der nördlichsten Hauptstadt der Erde erkannt werden. Die Hallgrímskirkja und die am Hafen gelegene Harpa Konzerthalle waren auf den Displays unserer Kameras deutlich auszumachen.

2019 09 17 (4)Dann ging die Sonne auf. Vorbeiziehende Vögel zierten unsere Bilder immer wieder als i-Tüpfelchen. Das Orangerot der Morgendämmerung steht im Gegensatz zum Blau des Atlantik, eine bessere Grundlage für ein ansprechendes Foto kann man kaum erwarten. Nach einer halben Stunde sind wir aufgebrochen. Nach Reykjavík sind es etwa 45 Minuten mit dem Auto. Auf der Fahrt zum Flughafen scherzte ich in Vesnas Auto noch, dass wir auf Island mit keinem Stau zu rechnen haben. In Hafnarfjördur, kurz vor Reykjavík, gab es aufgrund einer Baustelle jedoch einen Stau, der die Fahrt etwas verzögerte. Doch der guten Laune dank des blauen Himmels und Sonnenschein konnte das keinen Abbruch tun.

2019 09 17 (6)Östlich von Reykjavík sind wir dann auf die Ringstraße, die sogenannte „1“, gestoßen. Nach nur wenigen Kilometern sind wir jedoch auf die „36“ in Richtung Þingvellir abgebogen. Nach insgesamt 90 Kilometern Fahrt und ersten Fotostopps sind wir im bekannten Þingvellir-Nationalpark angekommen. Bereits der Weg dorthin bietet fantastische Aussichten. Deutlich merkbar gewinnt man mit jedem Kilometer an Meereshöhe, das machte sich auch in einem Temperatursturz bemerkbar. Von einem Parkplatz kurz vor dem Eingang in den Nationalpark aus ließ ich auch das erste Mal die Drohne aufsteigen. Einen längeren Aufenthalt im Nationalpark hatte ich zwar erst für das Ende der Reise vorgesehen, aber aufgrund des tollen Wetters hatten wir uns entschlossen, bereits zu Beginn des Urlaubs einen längeren Marsch durch den Park zu machen. Außerdem widerlegte ich somit die Ansichten von Kollegen, die Reise sei minutiös anhand einer Exceltabelle durchgeplant ;).

2019 09 17 (7)Es war erst 09:00 Uhr, der Parkplatz, für den man mittlerweile 750 Kronen bezahlen muss, war noch ziemlich leer. So konnten wir von der Aussichtsplatform den Blick in das weite Tal noch weitgehend ungestört genießen. Doch es dauerte nicht lang, bis die Touristikbusse aus Reykjavík eingetrudelt sind und sich der Park nach und nach gefüllt hat. Dennoch wanderten wir durch die Allmännerschlucht hinab ins Tal, das Wetter war einfach zu gut, um den Großteil des Tages im Auto zu verbringen. Die Allmännerschlucht (isl. „Allmannagjá“) ist eine eindrucksvolle Schneise zwischen vulkanischem Gestein. Vor 1.000 Jahren hatten hier jährliche AlÞing-Versammlungen stattgefunden. Einwohner aus dem ganzen Land pilgerten hierher, Rechtsprechung und Rechtausübung hatten hier stattgefunden. Im Tal steht eine kleine Kirche, die Þingvallakirkja, zusammen mit einer Reihe kleiner Häuschen. Der Anblick ist schon anmutend, insbesondere ist dies das erste Mal, dass ich das Þingvellir bei gutem Wetter und ohne Schnee besuchen konnte.

2019 09 17 (12)Nach gut zwei Stunden haben wir uns gegen 11:00 Uhr zur Weiterfahrt entschlossen. Doch eine weitere spontane Eingabe führte uns zum überhaupt nicht vorgesehenen Brúarfoss. Dies ist ein Wasserfall ganz in der Nähe des bekannten Geysir „Strokkur“. Bisher hatte ich nur Bilder und Berichte aus dem Internet gesehen. Demnach müsse man eine knappe Stunde Wanderung auf sich nehmen. Wir stellten uns zudem der Herausforderung, dass der Weg zum Wasserfall scheinbar nicht einfach zu finden sei. Doch dank GPS und Smartphone (wie langweilig) stellte dies kein Problem dar und wir folgten unserem Instinkt und dem doch relativ gut erkennbaren Weg. Im Grunde muss man stets entlang des Flusses „Brúará“ laufen. Dieser war zeitweise jedoch sehr matschig, so dass wir wie bei Super Mario von Stein zu Stein hüpfen mussten. Bevor man den Brúarfoss selbst erreicht, gelangt man an zwei weiteren Wasserfällen vorbei, dem eindrucksvollen Hlauptungufoss, an dessen Abfallkante man sehr nah laufen kann sowie den Midfoss, der etwas gemächlicher aber nicht weniger idyllisch erscheint. Mit einigen Fotostopps benötigten wir etwa eine Stunde. Als schwierig würde ich die Wanderung nicht einstufen, mit Fotogepäck kann man jedoch ein klein wenig ins Schwitzen kommen, insbesondere wenn die Sonne scheint und die dicke Winterjacke getragen wird, gell Nicole? ;).

2019 09 17 (18)Der Brúarfoss beeindruckt durch seine Form und Gestalt, zahlreiche kleine Wasserläufe stürzen hier etwa drei Meter hufeisenförmig in die Tiefe. Die namensgebende Brücke (isl. Brú) führt über die Brúará und man steht in etwa 50 Metern Entfernung zum Wasserfall. Es ist zwar scheinbar möglich, zum Wasserfall hinab zu steigen, doch dies geht nur abseits der Pfade und da der Wasserfall auf Privatgelände liegt und man auf Island die Pfade ohnehin nicht verlassen sollte, verzichteten wir darauf. Der Wasserfall ist nicht hoch oder imposant, sondern einfach nur idyllisch, insbesondere durch die dahinterliegenden Berge, die zum Zeitpunkt unseres Besuchs bereits leicht in Schnee gehüllt waren.

2019 09 17 (20)Nach knapp zwei Stunden Fotografieversuchen haben wir den Rückweg angetreten. Dieser war nicht so sehr von Fotostopps unterbrochen, so dass wir nach gut vierzig Minuten wieder am Auto waren, welches wir an einem Parkplatz direkt an der „35“ abgestellt hatten. Schließlich sind wir in Richtung Geysir weitergefahren, wo auch unsere Unterkunft für die kommende Nacht gelegen ist. Letztes Jahr waren wir im Hotel „Litli Geysir“ untergebracht, dieses Jahr hatten wir uns die „Geysir Cottages“ ausgesucht. Bei schönstem Wetter sind wir schließlich am „Strokkur“, dem Geysir, angekommen. Alle paar Minuten bricht er aus und schleudert dabei eine große, bis zu dreißig Meter hohe Fontäne aus heißem Wasserdampf empor. Häufig bricht er auch bis zu drei Mal hintereinander aus und eruptiert dabei bis etwa fünf Meter Höhe. Da mittlerweile Nachmittag war, waren entsprechend viele Besucher zugegen. Meinen Fotowunsch, die Fontäne im Gegenlicht der Sonne aufzunehmen, konnte ich ebenso erfüllen wie den Moment kurz vor dem Durchbrechen der Gasblasen durch die Wasseroberfläche.

2019 09 17 (21)Nach dem Checkin in unsere Unterkunft und einem kleinen Essen gönnten wir uns kurzentschlossen ein Entspannungsbad im Fontana Thermalbad am Laugarvatn, etwa 30 Kilometer vom Strokkur entfernt. Dieses Bad liegt direkt am See, dem Laugarvatn. Das Entspannen in bis zu 39 Grad heißen Wasserbecken ließ die Strapazen des Tages vergessen, schließlich sind über 12 Kilometer Wanderung zusammen gekommen, das haben wir in den Beinen gemerkt...

 

 


 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des zweiten Tages:.

2019 09 17 (1) 2019 09 17 (5) 2019 09 17 (9)

Fotosession am Morgen

Die ersten Luftaufnahmen... Im Þingvellir
2019 09 17 (10) 2019 09 17 (11) 2019 09 17 (14)
Im Þingvellir Im Þingvellir

Die Wanderung entlang der "Brúará"

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Detailaufnahme des Brúarfoss Moments before... der Strokkur Im Fontana Thermalbad

2019 09 18 (1)Am nächsten Morgen sind wir aufgewacht und schon hörten wir die Regentropfen an die Fenster prasseln. Der dritte Tag wurde also mit isländischem Regenwetter eingeläutet. Dennoch entschlossen wir uns, den zehn Kilometer entfernt gelegenen goldenen Wasserfall, den Gullfoss, anzufahren. Kurz vor 08:00 Uhr haben wir diesen erreicht und aufgrund der frühen Uhrzeit sowie des schlechten Wetters waren wir abgesehen von drei anderen „Hanselen“ allein. Ein kurzer Marsch an die Besucherplattformen, ein paar obligatorische Handyfotos und das war es. Ein wirklich schönes Motiv hat dieser Doppel-Wasserfall an diesem Morgen nicht dargestellt. Ziemlich durchgenässt und durchgefroren haben wir uns im Hotel ein zünftiges Frühstück gegönnt mit Spiegeleiern, Speck, heißen Bohnen, Brot und allem was dazu gehört.

2019 09 18 (2)Gestärkt und aufgewärmt haben wir überlegt, was wir mit der Tagesplanung anstellen würden. Ursprünglich war eine Fahrt ins Landesinnere geplant in Richtung der nächsten Unterkunft am Háifoss, dem dritthöchsten Wasserfall Islands. Doch bei diesem Wetter wäre das kein Vergnügen gewesen. So hatten wir uns umentschieden und sind entlang der Südküste in Richtung Seljalandsfoss gefahren. Der Seljalandsfoss liegt direkt an der Ringstraße und ist etwa 130 Kilometer von Reykjavík und 110 Kilometer vom Geysir entfernt. Man erkennt den 66 Meter hohen Wasserfall schon von weitem aus mindestens 15 Kilometern Entfernung. Etwa einen Kilometer nach der Abzweigung von der Ringstraße befindet der sich meist überfüllte Parkplatz. An diesem sind wir zunächst nur vorbeigefahren und haben Pauschaltourismus und Fensterscheibenfotografie betrieben, siehe Bild. Unser eigentliches Ziel befindet sich zehn Kilometer weiter in Richtung Nordosten: die Nauthúsagil, ein schmaler Canyon unterhalb des bekannten Eyjafjallajökull mit einem Wasserfall am Ende.

2019 09 18 (6)Dieser Canyon kann zwar gut mit einem Auto angefahren werden, doch eine halbstündige Wanderung mit teilweise nassen Füßen ist unumgänglich. Man wird von einem kleinen Bachlauf und einem einladenden kleinen Canyon begrüßt. Das Wasser ist flach, größere Steine machen es einem relativ einfach den Wasserfall trockenen Fußes zu erreichen. Doch die eine oder andere Tücke hält die Location für einen bereit: ins Wasser gelegte Bretter erfordern höchste Vorsicht, will man nasse Schuhe vermeiden. Highlight ist mit Sicherheit der immer enger werdende Durchlass. Schließlich erreichen wir einen kleinen, etwa zwei Meter hohen Wasserfall. An dessen linker Seite ist ein Seil befestigt, dessen man sich bedienen muss, will man diesen Wasserfall in Richtung Ende des Canyons erklimmen. Unsere ausgefahrenen Fotostative haben wir während der Wanderung als Trekkingstock benutzt, damit wird auch der Balanceakt über die Steine erleichtert. Nicole leistete sich einen kleinen Fehltritt, konnte sich aber rechtzeitig abfangen und ist mit einem Schuh kurz im Wasser gelandet. Nichts passiert, die Socken wurden nicht einmal nass.

Ich würde den Weg nicht als außergewöhnli2019 09 18 (7)ch schwer bezeichnen, doch es ist stets Aufmerksamkeit und Vorsicht gefragt. Trittsicherheit sollte vorhanden sein, Nicole und ich haben unser Fotostative ausgefahren und diese als quasi drittes Bein genutzt, um nicht in den nassen Fluten zu landen. Die Strapazen werden durch einmalige Eindrücke belohnt, wird man doch von einem etwa zehn Meter hohen Wasserfall in einer Grotte erwartet. Spätestens hier wird man etwas nass, da die Gischt des Wassers in der Grotte umherfliegt, gerade für Langzeitbelichtungen stellt dies den Fotografen vor einige Herausforderungen, also unbedingt Putztücher für die Kameraobjektive mitnehmen!

Wir hielten uns etwa eine Stunde in der Nauthúsagil auf. In dieser Zeit sind zwei kleine Grüppchen à drei Personen gekommen, die aber nach wenigen Minuten wieder verschwunden sind. Der Rückweg war etwas leichter. Aus dem Canyon herausgekommen, stellten wir fest, dass es noch immer regnete. Dies haben wir mit den Felsen über uns beziehungsweise in der ohnehin nassen Umgebung des Wasserfalls überhaupt nicht wahrgenommen. Am Auto angekommen, haben wir die Rückfahrt in Richtung Unterkunft an der „26“, dem Landvegur, angetreten.

Die Unterkunft war schnell bezogen. Diese war ein kleines Hüttchen mit Küche im Eingangsbereich, Sitzgelegenheit im mittleren und Schlafgelegenheit im hinteren Bereich. Eine Unterkunft, die ich sofort wieder buchen würde. Da das Wetter mittlerweile einen Gang hochgeschalten hatte und aus dem Wind ein mittlerer Sturm geworden ist, ließen wir den Tag bereits am Nachmittag ausklingen.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des dritten Tages:.

2019 09 18 (3) 2019 09 18 (4) 2019 09 18 (5)

Auf dem Weg in die Nauthúsagil

Auf dem Weg in die Nauthúsagil

Der Wasserfall am Ende

2019 09 19 (2)Nach dem Aufwachen an diesem Tag stellten wir fest, dass Island auch an Tag 4 keine Sonne für uns bereitgehalten hatte. Zwar regnete es nicht, doch es war noch immer ziemlich windig. Um nicht den ganzen Tag in der Bude zu sitzen, hatten wir uns entschlossen, den etwa 52 Kilometer von der Unterkunft entfernten Háifoss aufzusuchen. Der Háifoss, gesprochen Hauifoss, ist mit 122 Metern nach dem Morsárfoss (240 Meter) im Hochland und dem Glymur (196 Meter) im Westen Islands dritthöchster Wasserfall. Der Wasserfall ist nicht allein, sondern er hat gleich seine ganze Gang mitgebracht. Man kann mindestens sechs Wasserfälle ins Tal stürzen sehen, je nach Regen bilden sich auch weitere kleine Rinnsale, die in die Tiefe stürzen.

Eine einmalige LichtstimmungVon der an der „26“ gelegenen Unterkunft bis zum Abzweig zum Háifoss sind es etwa 44 Kilometer. Hierfür benötigen wir etwa 45 Minuten. Für die übrigen 8 Kilometer sind mindestens 20 Minuten einzuplanen. Zu Beginn der ausgesprochen schlechten Schotterpiste ist auch mit mehr oder weniger breiten Wasserläufen zu rechnen, so dass wir an zwei Stellen furten mussten. Mit einem PKW mit wenig Bodenfreiheit hätte ich mich nicht getraut, die Strecke zu befahren. Ein vor uns in Richtung Háifoss abgebogener Toyota Auris (!) hat sich dann auch umentschieden und Kehrt gemacht. Dies war eine weise Entscheidung, denn selbst mit unserem Ford Kuga hatte ich ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Aber dennoch konnten wir die auf etwa 50 Meter überflutete Straße passieren.

Der HáifossAm Háifoss angekommen wird man auch hier von Mutter Natur für den Aufwand belohnt: nach etwa 300 Metern zu Fuß vom Parkplatz offenbart sich mit jedem Schritt in Richtung Schlucht die Gewaltigkeit der Wassermassen. Dichter Nebel ist immer wieder vom Tal aufgezogen, so dass der Aufenthalt am Háifoss einem Mysterium geglichen hat. Während meines letzten Aufenthalts dort im Oktober 2018 hatten wir gutes Wetter und gute Sicht. Nicole hatte sich mit der Fotografie viel Zeit gelassen, ich habe nach einigen obligatorischen Fotos einfach nur die Naturgewalt genossen. Außer uns waren vier weitere Autos auf dem Parkplatz. Nur wenige nehmen die anstrengende Anfahrt auf sich.

Eine einmalige LichtstimmungSchließlich haben wir auch noch den Weg ins Tal auf uns genommen. Über eine Hühnerleiter über einen Zaun führt ein Pfad hinab ins Tal. Runter geht es immer gut und schnell. Der Gedanke, den mächtigen Wasserfall von seiner Basis aus zu erleben überschattet die Gedanken an den mühseligen und anstrengenden Rückweg den Berg hinauf. Für den Abstieg ins Tal benötigen wir mit zwei Fotostopps eine gute Stunde. Ebenso lang dauerte der nasse Aufenthalt am Fuß des Háifoss. Der Aufstieg war wie erwartet ungleich anstrengender als der Abstieg. Müde und ausgelaugt erreichten wir das Auto und schnauften erst mal durch. Würde ich wieder ins Tal hinab wandern? Auf jeden Fall. Bei Sonnenschein ist sicher auch mit einem eindrucksvollen Regenbogen zu rechnen.

Der RückwegMittlerweile war es nach 15:00 Uhr. Der Nebel hatte sich komplett verzogen, von Regen keine Spur mehr. Der Blick in Richtung Nordwesten offenbarte einen sprichwörtlichen Silberstreif am Horizont. Kurzentschlossen fuhren wir diesem entgegen und anstatt den Abzweig von der „32“ zur „26“ zu nehmen, fuhren wir auf die „F26“, der Sprengisandsleið in Richtung Hochland. Ein in dieser Richtung gelegener Spot, der Sigöldugljufur, ein Canyon mit mehreren Wasserfällen, bestätigte uns diese Wahl ebenso, wie das immer besser werdende Wetter. Ein weiterer spontaner Entschluss ließ uns jedoch auch diesen Canyon sprichwörtlich links liegen und wir bewegten uns weiter in Richtung Landmannalaugar. Doch angesichts der fortgeschrittenen Stunde, es war bereits 17:00 Uhr, hielten wir für einen ausgiebigen Fotostopp an. Nicole beschäftigte sich mit den großen (berge) und kleinen (Moose) Dingen, die Island zu bieten hat und ich packte ein weiteres Mal die Drohne aus und ließ sie über die raue und schwarze Landschaft Islands kreisen.

Typisch isländische LandschaftNachdem der Himmel immer dunkler wurde, zum einen aufgrund der tieferstehenden Sonne und zum anderen durch aufziehende dunkle Wolken, machten wir kehrt. Ein Besuch des Landmannalaugar am späten Nachmittag würde sich bei schlechtem Wetter nicht wirklich lohnen. Auch den auf dem Weg liegenden Hjalparfoss passierten wir ohne Stopp. Mir ist jedoch beim Vorbeifahren aufgefallen, dass die bisherige Zufahrt gesperrt und durch eine alternative Zufahrt 2 Kilometer weiter westlich ersetzt worden ist. Das restliche Tageslicht nutzten wir für einen Abstecher beim Þjóðveldisbærinn, einer Nachbildung eines alten Gehöfts. Darin befindet sich unter anderem ein Museum, wir beschränkten uns jedoch auf die Aufnahme von Fotos, zumal das Museum nur zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten geöffnet hat.

Auch an diesem Tag hatten wir einige Kilometer und Höhenmeter zu Fuß zurückgelegt. Am Abend belohnten wir uns selbst mit einem Gang zu KFC in der Ortschaft Selfoss. Anschließend suchten wir wieder die Unterkunft am Landvegur auf und hofften auf Besserung des Wetters.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des vierten Tages:.

Das Landesinnere Der Haífoss im Nebel Die zahlreichen Wasserfälle

An der 26

Der Haífoss im Nebel

Auf dem Weg ins Tal
Danbo als Motiv Nicole und Danbo als Motiv Danbo und ich als Motiv...
Danbo Nicole und Danbo Danbo und ich
Der Weg zurück Wasserfälle Ein Panorama
Oben angekommen Lost in black and white Kontraste
Lichtblicke Im Visier Straight ahead
Das Gefährt In die Weite Þjóðveldisbærinn

2019 09 19 (2)Anscheinend hatte die Sonne auch an Tag 5 keine Lust, für uns zu scheinen, der Himmel war wieder grau und teilweise regnete es auch. Also waren wir gezwungen, entweder wieder dunkle Höhlen oder Erdlöcher aufzusuchen, in welchen wir uns vor dem Regen verstecken konnten oder uns als Alternative der Bildung zu widmen und ein Museum aufzusuchen. Aber das ist eben Island und so versuchten wir, aus der Wettersituation das Beste zu machen. Bei jedem Wetter gibt es etwas zu erleben, so dass wir uns vom grauen Himmel keinen Strich durch die Rechnung machen ließen. Bei den vielen Wasserfällen ist es ohnehin an der Tagesordnung, nass zu werden... :)

2019 09 19 (2)Unser geplanter Weg sollte uns die Südküste entlang weiterführen, so dass wir uns für letzteres entschlossen haben. In Hvolsvöllur (gesprochen: kvols-vöt-lur) gibt es seit einigen Jahren mit dem „Lava Centre“ ein neuartiges und modernes Museum rund um Island und seinen Vulkanismus. Zwar ist der Eintrittspreis mit 3.590 Kronen pro Nase, also 26 Euro, recht teuer, doch im Nachhinein haben wir es nicht bereut. Islands Entstehungsgeschichte wird ebenso beleuchtet und visualisiert wie die Erklärung verschiedener Vulkan- und Lavatypen. Die prominentesten Vulkane Islands werden vorgestellt, wann sie zuletzt ausgebrochen sind und was die Folgen der Eruptionen waren. All das ist interaktiv und hochmodern. Es gibt auch einen „Earthquake corridor“, einen Gang, bei dessen Betreten und Nachdenken über den Namen sich schon ein etwas mulmiges Gefühl einstellt: nach dem Zufallsprinzip wird der Korridor durch Rüttelplatten durchgeschüttelt und so soll ein Erdbeben simuliert werden. Das Ganze wird untermalt von tiefem und lautem Grollen aus Surroundboxen, so dass man durchaus eine Vorstellung bekommen kann, wie sich so ein Erdbeben anfühlt.

2019 09 19 (2)Die Zeit verging wie im Fluge und so haben wir uns eineinhalb Stunden im Museum aufgehalten. Hvolsvöllur liegt kurz vor dem bekannten Wasserfall Seljalandsfoss, welcher direkt an der Ringstraße liegen. Unser Primärziel für diesen Tag war der weniger bekannte Kvernufoss, ein Wasserfall der Kverná, die keine zwei Kilometer östlich des ebenfalls sehr bekannten Skógafoss etwa 20 Meter in die Tiefe stürzt.

Ähnlich dem Seljalandsfoss kann man hinter dem Kvernufoss gehen und den Wasserfall quasi von hinten bestaunen. Für mich war dies nicht das erste Mal am Kvernufoss, bereits in 2017 habe ich diesen Ort aufgesucht. War ich vor zweieinhalb Jahren noch allein an diesem Wasserfall, pilgerten dieses Mal schon etwa 30 Personen über einen Zeitraum von einer guten Stunde dort hin. Ich gehe davon aus, dass es in Zukunft noch etwas mehr werden, aber die Wanderung von etwa 800 Metern nehmen nur Kenner auf sich. Die Wanderung ist nicht schwierig und der Anblick der Umgebung ist einfach nur traumhaft. Jedoch werden sich hierher wohl kaum viele Bustouristen verirren.

Das Wetter war nicht optimal, jedoch war es zum Glück trocken, dass die DJI wieder ihre Runden fliegen durfte. Dabei sind sehr schöne Bilder und Videos herausgekommen.

Um etwa 17:00 Uhr haben wir in unserer Unterkunft in Ásólfsskáli eingecheckt. Dies ist nicht direkt eine Ortschaft, aber eine kleine Ansammlung von Gehöften und Häusern mit einer Kirche. Dies liegt zwischen dem Seljalandsfoss und dem Skógafoss am Fuße des Eyjafjallajökull in einer idyllischen Umgebung mit zwei weiteren kleinen Wasserfällen und einem Canyon. Die Unterkunft war in einem Bauernhof, der Pferde- und Schafzucht betreibt. Annika, unsere Gastgeberin, hat uns freundlich empfangen und uns wertvolle Tipps zur Erkundung der Umgebung gegeben. Am Abend haben wir uns lange unterhalten. Sie erzählte von ihrer Familie und wie sie den Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahre 2010 erlebt hatten.

2019 09 19 (2)An diesem fünften Tag sollte planmäßig nichts mehr gelaufen. Das übliche Laden aller Kameraakkus gehörte ebenso zum automatischen Tagesablauf wie das Sichten der Bilder. Doch abends haben wir uns kurzerhand entschlossen, die 65 Kilometer nach Vík í Mýrdal zu fahren, um die bekannte Kirche im Licht der Abenddämmerung zu fotografieren. Doch ein starker Wind machte es nahezu unmöglich, vernünftige Aufnahmen zu erhalten. Mit ausgebreiteter Jacke direkt über das Stativ gebeugt versuchten wir den störenden Wind abzuhalten. Es muss fast so ausgesehen haben, als ob sich Batman mit seinem Umhang schützend auf die Kameras stürzt...

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des fünften Tages:

Der Kvernufoss

Der Kvernufoss

Der Kvernufoss
   
Nebelverhangen    

Tag 6 auf Island und immerhin wurden wir mit ein paar Flecken blauen Himmels geweckt. Wir brachen früh auf, so dass wir noch vor 07:00 Uhr am 15 Kilometer entfernten Seljalandsfoss Wasserfall eingetroffen sind. Die leichte Bewölkung verfärbte sich rosa im Licht der Morgendämmerung und zauberte eine mystische Stimmung über die Umgebung. Außer uns waren lediglich sechs Schafe am Wasserfall zugegen. Andere Menschen waren noch nicht anwesend. Wir haben uns eine Weile fotografisch ausgetobt. Aber schon kurz nach 07:00 Uhr sind die ersten PKW angefahren gekommen und es dauerte auch nicht lange, bis die Touristenbusse aus Reykjavík angefahren gekommen sind.

Als es uns zu voll geworden ist, sind wir in Richtung Merkjárfoss gefahren. Dieser ist nicht weit vom Seljalandsfoss entfernt. Etwa vier Kilometer westlich des Abzweigs zum Seljalandsfoss muss man in die „250“ einbiegen und nach etwa 12 Kilometern Schotterpiste gelangt man an diesen schönen Wasserfall. Doch auch der Weg dort hin ist gesäumt von zahlreichen Fotomotiven. Vom Parkplatz sind es lediglich noch 50 Meter zu Fuß. Er besteht aus zwei Fallstufen, die untere davon kann auch wieder „hintergangen“ werden. Fast lädt die Szenerie zu einem Picknick hinter dem Wasserfall ein, doch es wird mit der Zeit dann doch etwas feucht und Nicole ist der Meinung, dass es da sehr eng sei :).

Ganz so schön war das Wetter nun nicht mehr, es hatte sich mittlerweile wieder etwas zugezogen, doch immerhin ist es trocken geblieben. Für den Rückweg haben wir eine andere Route genommen als für den Weg zum Merkjárfoss. Die „261“ führte uns wieder durch Hvolsvöllur, ehe wir dann von dort aus wieder auf die Ringstraße gelangt sind. Zahlreiche Schafe und Pferde sind neben und auf der Straße zu sehen, Fotomotive tun sich hier quasi alle paar Meter auf.

Wir gönnten uns eine Pause in der Unterkunft. Gastgeberin Annika hat uns empfohlen, in einen Canyon unweit des Hauses zu wandern. So starteten wir um 13:30 Uhr unsere Wanderung. Von Annikas genanntem Punkt aus soll man eine tolle Aussicht auf die Umgebung haben. Wir sollten jedoch auf die herabgetriebenen Schafe Acht geben: zum sogenannten „Réttir“ werden die Schafe aus dem Hochland zurückgeholt. Hierzu werden diese von Hütehunden „überredet“, ins Tal in ihre Stallungen zu kehren.

Die Wanderung war toll, sogar die Wolken hatten sich verzogen. Die Landschaft war in ein warmes Sonnenlicht gehüllt, so dass es wieder genügend Fotomotive gegeben hat. So kennt und liebt man Island!

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des sechsten Tages:

Der Seljalandsfoss

Der Seljalandsfoss

Der Seljalandsfoss
Bei Ásólfsskáli Bei Ásólfsskáli Bei Ásólfsskáli
Aus der Luft Aus der Luft Aus der Luft

An diesem siebten Tag wurden wir erwartungsgemäß wieder von einem bewölkten Himmel begrüßt. Da es nicht geregnet hat, waren wir jedoch nicht weiter eingeschränkt. Wir sind recht früh aufgebrochen, um unsere Reise weiter in Richtung Osten fortzusetzen. Nach 15 Kilometer legten wir einen unplanmäßigen Fotostopp am Skógafoss ein. Der Grund war lediglich der, dass zu dieser frühen Stunde keine oder nur wenige Besucher dort anzutreffen sind. Die Lichtbedingungen allein waren kein Grund für diesen Fotostopp, wir wollten den Wasserfall "für uns allein haben", was auch der Fall war. Außer uns waren noch drei weitere Personen anwesend.

Nach einigen wenigen Bildern setzten wir unsere Fahrt fort in Richtung „Dyrhólaey“, einem Felsen, der aufgrund seiner namensgebenden Form wie ein Schlüsselloch aussieht: der „Türlochfelsen“. Da der Aussichtspunkt auf den Felsen weit in den Atlantik ragt und sich auch etwa 100 Meter über die Umgebung erhebt, wehte ein starker Wind. Wegen der Drohne habe ich mein Anemometer, ein Windmessgerät, mitgenommen. Zeitweise gab es Windgeschwindigkeiten von 87km/h! Aufgrund des starken Windes haben wir nur eine kleine Runde am Aussichtspunkt gedreht. Die Aussicht war aufgrund der Bewölkung auch nicht sehr toll, so dass wir recht schnell in Richtung „Reynisfjara“, dem schwarzen Strand, gefahren sind.

Nach etwa 13 Kilometern haben wir den berühmten Schwarzen Strand erreicht. Der Parkplatz war schon sehr voll, was uns verwundert hatte. Trotz des starken Windes und des trüben Wetters haben wir uns hier eine ganze Weile aufgehalten. Die versteinerten Trolle, die Reynisdrangar, drei bis zu 60 Meter hohe Gesteinssäulen im Meer, sind auch bei ungünstigem Wetter einen Besuch wert. Der Wellengang war sehr hoch, so dass sich ständig hohe Wellen an den Säulen gebrochen hatten. Gischt spritzte in die Luft, weiße Wellen trafen auf den schwarzen Sand und starker Wind peitschte immer wieder groben schwarzen Sand umher. Da war schnelle Reaktion gefragt, denn Kameras und Objektive mussten abgedeckt werden, will man keine bleibenden Schäden auf den Glasflächen haben, umherfliegender Sand wirkt dann wie Schmirgelpapier. Trotz fehlendem Sonnenschein kamen wir jedoch auch hier fototechnisch auf unsere Kosten.

Zur Mittagszeit sind wir wieder in Vík í Mýrdal eingetroffen, was wir ja bereits am Vorabend besucht hatten. Vík ist ein kleines Städtchen, durch welches man unweigerlich fahren muss, wenn man der Ringstraße folgt. Mittlerweile mit 318 Einwohnern, zählt Vík eher zu der Kategorie „Dorf“ oder „Gehöft“. Dennoch gibt es hier alles, was man zum Leben braucht: Tankstellen, Apotheken, Einkaufscenter, Bekleidungsgeschäfte, Imbissbuden, Hotels und vieles mehr. Sogar einen Sportplatz gibt es. Wir essen zu Mittag und decken uns im Einkaufscenter mit neuen Vorräten ein. Vík bietet immer eine willkommene Gelegenheit für eine Pause.

Unweit von Vík í Mýrdal befindet sich etwa 3 Kilometer abseits von der Ringstraße die „Hjörleifshöfði“ und eine Halbhöhle, deren Umrisse von innen betrachtet an „Yoda“ aus Star Wars erinnert. Deshalb trägt die Höhle auch mehr oder weniger offiziell den Namen „Yoda cave“. Weil der Umweg nicht groß ist und eine Höhle bei jedem Wetter begangen werden kann, statteten wir der Höhle einen kurzen Besuch ab. Die geplante Wanderung über den Felsen haben wir nicht unternommen, da der Himmel mit einem Einheitsgrau übrzogen war. Eine spektakuläre Aussicht war demnach also nicht zu erwarten, so dass wir unseren Aufenthalt auf die Höhle beschränkt haben.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir den "Fjaðrárgljúfur“, einen Canyon, in welchen man nach einer kurzen Wanderung einen fantastischen Einblick hat. Auch hier spielt das Wetter kaum eine Rolle. Egal ob bei Sonnenschein, Bewölkung oder Schnee… der Blick in den Canyon mit dem darin fließenden Fluß „Fjaðrá“ ist immer einen Abstecher wert, zumal der Parkplatz am Canyon gerade mal 3 Kilometer von der „1“ entfernt liegt. Inklusive Wanderung zur Aussichtsplattform am Ende des Canyons und zurück sowie einigen Fotostopps haben wir eine gute Stunde Zeit benötigt. Der Canyon selbst verläuft leicht im Slalom, ist von grünen Moosen gesäumt, welche mit den grauen Felsen im tollen Kontrast stehen. Am Ende des Canyons gibt es auch einen interessanten Wasserfall.

Die Fahrt führte uns weiter nach Kirkjubæjarklaustur. Dort lag auch unsere nächste Unterkunft. Wir kamen auch zu früh an, so dass wir uns noch eine gute Stunde Zeit um die Ohren schlagen mussten. Der Himmel war noch immer sehr eingetrübt, mittlerweile setzte auch starker Regen ein, so dass es auch nicht viele Möglichkeiten zu Unternehmungen gegeben hat. Zwar hatten wir ursprünglich geplant, einen nahegelegenen Wasserfall zu besuchen, doch aufgrund des Regens hatten wir beide keine große Lust darauf: im Trüben liegende Wasserfälle hatten wir in den Tagen zuvor zur Genüge!

Eine kleine Sightseeing-Tour und ein Skyr-Imbiss im Auto und die Zeit war gekommen, um die Unterkunft in Kirkjubæjarklaustur zum Checkin aufzusuchen. Das Wetter machte für den Rest des Tages nicht mehr mit, so dass wir uns dazu entschlossen hatten, den Tag chillend ausklingen zu lassen. Dazu gehörte unter anderem das Betrachten von Katzenvideos auf Youtube :).

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des siebten Tages:

Schaf

Die Reynisdrangar

Die Reynisdrangar
   
Die Reynisdrangar    

Der Wetterbericht prognostizierte auch für den kommenden Tag keine wesentlichen Besserungen. So sind wir nicht wie geplant bereits um 06:00 Uhr aufgebrochen, sondern wir haben uns Zeit gelassen und haben die Unterkunft erst zwei Stunden später verlassen. Da zu diesem Zeitpunkt zumindest kein Wasser aus dem Himmel gelaufen ist, haben wir dem für den Vortag geplanten Stjórnarfoss einen Besuch abgestattet. Dieser wäre in toller Laufreichweite zur Unterkunft gewesen, es sollte aber nicht so sein, so dass wir kurz vor der Weiterfahrt ein paar Bilder mit der Spiegelreflexkamera und der DJI-Drohne gemacht haben. Ein Wasserfall, den ich auf jeden Fall nochmal besuchen würde.

Dann ging es weiter. Unterwegs immer wieder Wasserfälle, Moosfelder, Lavafelder und… Regen. Doch je näher wir dem Vatnajökull kommen, desto besser wird die Sicht, trockener wird es und… heller wird es, bis schließlich sogar die Sonne durchbricht. Eine Schotterpiste führte uns etwas weg von der Ringstraße. Dort haben wir etwas die Sicht auf den nahen Gletscher geworfen, viele Bilder gemacht und auch die Drohne durfte abheben.

Unsere Fahrt geht weiter. Mittlerweile sind wir an diesem achten Tag schon 300 Kilometer von Reykjavík entfernt. Während meiner Reisevorbereitungen habe ich immer häufiger vom Múlagljúfur gelesen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Canyon, der mit einer etwas längeren Wanderung erreichbar ist.

Der verhangene Himmel war zwar nicht sehr einladend, dadurch könnte aber eine reizvolle Stimmung im Canyon entstehen. Kurz vor der Fjallsárlón Gletscherlagune müssen wir links abbiegen und etwa zwei Kilometer einer Schotterpiste folgen. Dann gelangt man an eine Art Deich, ein Flusslauf ist zu hören, aber durch den Deich nicht zu sehen. Von dort aus beginnt die Wanderung. Durch farblich markierte Pfosten ist der Pfad gekennzeichnet. Ein Wandern abseits des Pfades ist nicht zu empfehlen, da man sonst gleich auf dem sehr empfindlichen isländischen Moos landet. Das Laufen, Berühren oder gar Herausreißen des Mooses sollte auf jeden Fall unterlassen werden!

Nach etwa zwei Kilometern und der Überquerung eines kleinen Baches wird man mit einer fantastischen Aussicht auf den Canyon entlohnt. Ein schmaler Wasserfall, der Hangandifoss fällt in die Tiefe. Ein zweiter Wasserfall, der namensgebende Múlafoss, ist in dichtem Nebel gehüllt und nicht zu sehen. Dennoch gelingen uns tolle Aufnahmen. Die Drohne wurde direkt in den Canyon geflogen und lieferte beeindruckende Filmaufnahmen im Flug. Gerade noch rechtzeitig wurde das Kameraequipment eingepackt, dann setzte wieder Regen ein. Durch den ohnehin schon nassen Boden saugten sich meine mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogenen Wanderschuhe voll mit Wasser, welche ich vor Reiseantritt extra noch einmal imprägniert hatte. Der Rückmarsch zum Auto war nicht vergnügungssteuerpflichtig, ich kam mir vor, als würde ich barfuß durch die Prairie laufen… Am Auto angekommen, wechselte ich Schuhe, Socken und Hosen. In Islands dünn besiedelter Prairie ist das möglich, ohne dass neugierige Augen einen beobachten. Mittlerweile hatte der Regen zum Glück wieder aufgehört.

Weiter geht’s… Wir sind bereits unterhalb des größten Gletschers Europas, dem Vatnajökull mit seinen Gletscherzungen. Einige von ihnen reichen bis nahe ans Meer heran, unter anderem der Breiðamerkurjökull, dessen Eisbruchstücke als Eisberge in die bekannte Jökulsárlón Gletscherlagune abkalben. Diese teilweise hausgroßen Brocken treiben in den 18 km² großen See, ehe sie dann durch die Jökulsá, einen nur einen Kilometer langen Fluss ins Meer gelangen. Dort werden die Eisberge durch den Wellengang zerrieben und teilweise wieder an den schwarzen Strand angespült. Schließlich landen sie dann als klares Gletschereis auf dem schwarzen Sand Islands. Daher rührt der Name Diamond Beach, ein begehrtes Ziel für Fotografen, liegen die Eisbrocken doch wie funkelnde Diamanten auf schwarzem Samt. Im Licht der tiefstehenden Sonne entstehen dadurch reizvolle Motive.

Mit der immer tiefer sinkenden Sonne verabschiedete sich auch das tolle Licht am Diamond Beach. Um 18:30 Uhr haben wir die letzte Tagesetappe in Richtung Höfn angetreten. Unsere nächste Unterkunft liegt in Nesjahverfi kurz vor Höfn. Bereits zum dritten Mal wählte ich die Unterkunft von Heiða Jónsdóttir. Ihr Haus ist umwerfend schön und sowohl sie als auch ihr Schnauzer Fönn sind so herzlich und lieb, dass ich ihre Unterkunft auch bei zukünftigen Islandbesuchen buchen würde. Zwei Nächte werden wir in Nesjahverfi sein. Die dortige Gegend ist besonders interessant. Zum einen ist das nahliegende Höfn ein verschlafenes, aber auch schönes Städtchen. Mit der Stokksnes und dem Vestrahorn Gebirgszug gibt es dort aber eines der fotografischen Highlights auf Island.

An diesem achten Tag haben wir unser Potential allerdings ausgeschöpft und haben nichts mehr unternommen, so dass wir recht früh schlafen gegangen sind.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des achten Tages:

Stjórnarfoss - making of

Der Stjórnarfoss

Der Stjórnarfoss
Der Stjórnarfoss Aus der Luft Wanderung
Wanderung Aus der Luft Portrait
Die Hofkirkja Im Múlagljúfur Am Diamond beach
Am Diamond beach Am Diamond beach Am Diamond beach
   
Am Diamond beach    

Tag 9 und wieder war der Himmel bedeckt, immerhin war es trocken. Wir fuhren nach Höfn zum Einkauf. Den Tag haben wir mit einigen Fototouren verbracht, unter anderem am Hvalnes Leuchtturm und am Bergárfoss in der Nähe von Nesjahverfi. Dies war ein Tipp von Heiða. Ein sehr schöner und interessanter Wasserfall, kommt man doch trockenen Fußes auch hier hinter den Wasservorhang und hat einen schönen Blick ins Tal. Die Drohne erhob sich auch hier, wurde aber von einer Küstenseeschwalbe angegriffen. Daher habe ich mein Fluggerät gleich wieder gelandet, ich will keine kaputte Drohne und keine zerfetzten Vögel haben :). Dennoch war es interessant zu beobachten, wie aggressiv das Verhalten einiger Vögel sein kann. Diese Schwalben greifen auch gerne Touristen an und attackieren diese mit ihren Schnäbeln.

Was nun tun? Ursprünglich hatten wir einiges vor an diesem Tag. Da es zwar bedeckt war, jedoch nicht regnete, entschlossen wir uns, auf die Stokksnes Halbinsel zu fahren. Kurz vor dem Almannaskarðsgöng, einem Tunnel, der durch das Vestrahornmassiv führt, biegt man rechts ab und hat noch etwa 4 Kilometer Piste vor sich, ehe man in einem Café Tickets für den kostenpflichtigen Zugang zum Bergmassiv lösen kann. Nach einigem Überlegen haben wir entschieden, Tickets zu lösen und haben uns gegen 18:00 Uhr auf dem Weg zum Vestrahorn gemacht. Was soll ich sagen… auf unsere Kosten sind wir nicht gekommen, das Bergmassiv lag in dichtem Nebel eingehüllt. Nur selten linsten Teile des Gebirges durch die Nebelbank.

Dennoch machten wir das Beste draus und haben einen Spaziergang am schwarzen Strand unternommen. Schwarze Dünen mit Buschbewuchs, Tümpel und Priele haben unseren Weg gesäumt und so wateten wir Meter um Meter durch das mystisch wirkende Land. Leider habe ich versäumt, unsere Route zu tracken, im Nachhinein hätte mich sehr interessiert, welchen Zickzack-Kurs wir gewandert sind. Eine gute Stunde dauerte unsere Wanderung, bis uns die einsetzende Dunkelheit wieder zu unserem Auto gezwungen hat. Der Rückweg war leicht unheimlich, der Nebel, die seltsame Lichtstimmung und nicht zuletzt jeder dritte Schritt, der einen geschätzte 20 cm tief in den matschigen Sand sinken ließ… das alles hatte einen leichten Tatsch von einem Horrorfilm. Doch schließlich schafften wir es heil zum Auto.

Am Abend unterhielten wir uns lange mit Heiða. Ihr Hund Fönn wich nicht von unserer Seite. Wir kochten noch Kartoffeln als Proviant für die kommenden Tage ab und erkundigten uns nach dem Wetter für den nächsten Tag. Noch ein weiteres Mal sollte die Islandkarte von lauter kleinen Regenwolkensymbolen gesäumt sein. Wir waren ja bereits daran gewöhnt, hätten aber auch nichts dagegen gehabt, wenn mal ein paar Sonnensymbole aufgetaucht wären. Zu dem Zeitpunkt haben wir noch nicht gewusst, dass unser Wunsch bald in Erfüllung gehen sollte...

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des neunten Tages:

 

Bergarfoss

Stokksnes im Nebel  

Tag 10. Wir wurden geweckt von… Fönn. Ein Schaben vor der Zimmertür war zu hören und kaum war die Tür offen, saß er auch schon auf unserem Bett. Heiða hatte ein tolles Frühstück für uns vorbereitet. Sie selbst war zu dem Zeitpunkt bei ihrem alten Nachbarn, weil sie in Reykjavík ein Auto für ihn besorgen soll. Doch nach einiger Zeit ist sie doch noch gekommen, so dass wir uns von ihr verabschieden konnten. Wir haben ihr versprochen, wieder zu ihr zu kommen. In der gegend um Höfn wird uns zukünftig keine andere Wahl bleiben, als bei ihr vorbeizuschauen, was wir aber gerne machen werden.

Um etwa 08:00 Uhr sind wir aufgebrochen. Wir sind die Ringstraße weiter in Richtung Osten gefahren. Nach nur wenigen Kilometern hielten wir jedoch schon an und wollten den Skutafoss besichtigen. Dies ist ein Wasserfall, den man nach etwa zehn Minuten Fußmarsch erreichen kann. Hier fällt das Wasser schätzungsweise sechs Meter in die Tiefe. Aber auch hier gibt es eine Besonderheit: man kann in eine Halbhöhle hinter den Wasserfall laufen und hat auch hier eine tolle Aussicht und ein tolles Feeling, wenn das Wasser vor einem rauscht. Da das Wetter mal wieder sehr trüb ist, halten wir uns nicht sehr lange dort auf und sind schon um 09:00 Uhr auf der Weiterfahrt. Unsere Tagesetappe sollte 280 Kilometer betragen, unterbrochen von mehreren Wasserfällen wie dem Flögufoss und dem Folaldafoss. Aufgrund des schlechten Wetters beschränkten wir uns jedoch auf einen der beiden genannten Wasserfälle und konzentrierten uns auf die recht anstrengende Fahrt aufgrund des mittlerweile immer häufiger einsetzenden Regens. Dichter Nebel hängt so tief, so dass teilweise nicht einmal die nahe der Ringstraße gelegenen Berge zu sehen sind.

Den Part der Ringstraße zwischen Höfn und Reyðarfjörður haben wir so gut wie gar nicht mitbekommen, da wir durch dichte Nebelbänke gefahren sind. Doch mit jedem Meter, den wir uns dem kleinen Städtchen Egilsstaðir genähert haben, wurde es heller und heller, bis sogar die Sonne herausgekommen ist. Scheinbar hatten wir ein großes Schlechtwettergebiet hinter uns gelassen. Hauptprogrammpunkt des heutigen Tages sollte der gewaltige Hengifoss sein. Mit 118 Metern Fallhöhe ist er der vierthöchste Wasserfall Islands. Ein schmaler weißer Strom fällt hier über eine Kante aus schwarzer Lava hinab, die durch fünf rotbraune Streifen durchzogen ist. Dies sind eisenoxidhaltige Lehmschichten, die sich auf den verschiedenen Lavaschichten abgesetzt und verdichtet hatten. Bei mittlerweile anständigem und trockenem Wetter haben wir uns dazu entschlossen, die nicht einfache Wanderung zum Wasserfall anzutreten.

Der Parkplatz am Hengifoss liegt etwa 35 Kilometer von Egilsstaðir entfernt. Schon vom Parkplatz aus sieht man, was einen erwartet: auf 2.500 Meter Wegstrecke müssen 450 Höhenmeter erklommen werden. Die Pfade sind teilweise sehr steil, doch wenn man sich Zeit lässt, ist dies eine tolle Wanderung. Wie bereits erwähnt, war das Wetter mittlerweile gut, auch wenn das direkte Sonnenlicht noch gefehlt hatte. Daher ließ ich die schwere Jacke im Auto und hatte die Wanderung nur mit Pulli angetreten. Nicole war sich nicht so sicher und hatte ihre Jacke lieber anbehalten. Doch der steile Aufstieg sorgte für Hochtouren im Körper, so dass sie etwas ins Schwitzen gekommen ist ;).

Wir benötigten etwa 45 Minuten für den Marsch zum Hengifoss. Immer wieder mal linst er auf dem Weg nach oben zwischen Felsen hervor, doch sein wirklich mächtiges Ausmaß kommt erst wenige Meter bevor man an seinem Fuß steht, zum Vorschein. Unterwegs kamen wir noch am Litlanesfoss vorbei, ein kleinerer Wasserfall, der zwischen tollen Basaltsäulen hinabfällt. Doch kein Vergleich zum Hengifoss, der einen erstmal nur sprachlos dastehen lässt. Es ist trocken, das Licht ist nicht schlecht, nach ein paar Fotos mit der Spiegelreflexkamera, wurde die Drohne nochmal freigelassen. Mit der gesetzlichen Höhenbeschränkung der Drohne von 120 Metern stößt man hier an die Grenzen des Erlaubten, ein Blick über den 118 Meter hohen Wasserfall ist nur schwer möglich, will man sich streng an die gesetzlichen Vorgaben handeln. Man kann dies etwas umgehen, indem die Drohne von einer leicht erhöhten Position gestartet wird, dann klappt das auch mit einem Blick über die Fallkante hinaus :).

Man hätte meinen können, dass der Rückweg aufgrund des abschüssigen Geländes einfacher wäre. Zwar sind wir nicht so sehr ins Schwitzen gekommen, aber der ständige Weg abwärts beanspruchte die Gelenke doch ziemlich stark. Wir freuten uns schon auf den Muskelkater… :). Besonders gemein ist, dass der fast 400 Höhenmeter tiefer gelegene Parkplatz vom Fuß des Hengifoss aus in weiter Ferner sichtbar ist. Umgekehrt ist der Hengifoss vom Parkplatz aus sichtbar und man ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche Anstrengungen vor einem liegen... :). Doch jedem Besucher kann ich nur empfehlen, die Strapazen auf sich zu nehmen, der Anblick des Hengifoss ist die Mühen wert!

Um 16:00 Uhr saßen wir wieder im Auto und starteten in Richtung Unterkunft in Seyðisfjörður. Seyðisfjörður ist ein kleines verschlafenes Küstendorf, welches 25 Kilometer von Egilsstaðir entfernt liegt. Man muss jedoch einen steilen Pass überqueren und hat dabei eine tolle Sicht auf Egilsstaðir. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass ein Überqueren im Winter keinen Spaß machen würde. Ich habe mittlerweile auch gelesen, dass ein Tunnel zwischen Egilsstaðir und Seyðisfjörður in Planung ist, welcher dann der längste Tunnel im gesamten Land sein und auf den Namen Fjarðarheiðargöng hören soll. Mal sehen, wann Spatenstich ist. Auf jeden Fall wird damit zu rechnen sein, dass der Tunnel mautpflichtig sein wird, zumindest solange, bis die Baukosten erwirtschaftet sein werden.

In Seyðisfjörður angekommen, haben wir gleich die Unterkunft bezogen. Das Örtchen selbst hat außer seiner Idylle nicht viel zu bieten. Man bekommt zwar, was man braucht, aber wer sich entscheidet, hier dauerhaft zu leben, entschließt sich zu einem Leben abseits jeglichen Trubels. Wir waren in der „Old Apothecary“ untergebracht, ein zu einem Gästehaus umfunktionerten Apothekengebäude mit spartanischer Einrichtung. Die Zimmer waren schön und die Unterkunft selbst sehr zentral gelegen, nicht weit von der bekannten „Rainbow road“ mit Blick auf die Seyðisfjarðarkirkja, die Kirche des Ortes. Darüber hinaus haben wir auch wegen des schlechten Wetters, das komischerweise nur auf dieser Seite des Passes herrschte, nicht viel vom Örtchen mitbekommen.

Hatten wir in Egilsstaðir noch vergleichsweise gutes Wetter mit Sonne und einigen Wolken am Himmel, fuhren wir über den Pass in eine dichte Nebelbank, die sich auch bis Seyðisfjörður nicht aufgelöst hat. Wolken und Nieselregen herrschten vor, wo wir lediglich einige Kilometer vorher noch Sonnenschein hatten. Aufgrund dieser Wetterlage haben wir uns entschlossen, in ein erst kürzlich eröffnetes neues Thermalbad zu gehen: das „Vök baths“ bei Egilsstaðir. In bis zu 38 Grad heißen Wasserbecken, die direkt auf dem See Urriðavatn schwimmen, haben wir den Abend ausklingen lassen. Zu einem Bad im 10 Grad kalten See haben wir uns dann doch nicht durchringen können…

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des zehnten Tages:

Der Skutafoss

Der Hengifoss Der Hengifoss
 
Der Hengifoss Schaf  

Die Gelegenheit, das Örtchen Seyðisfjörður ausgiebig zu fotografieren, konnten wir aufgrund des Wetters leider nicht wahrnehmen. An diesem Morgen jedoch wollten wir zumindest die „Rainbow road“ fotografieren und sind daher zeitig um 06:30 Uhr aufgestanden, um die für Fotografen interessante sogenannte „blaue Stunde“ nutzen zu können. Die beleuchtete Kirche mit der davorliegenden regenbogengepflasterten Straße unter tiefblau erscheinendem Himmel… so war zumindest die Wunschvorstellung. Ansatzweise haben wir es hoffentlich hinbekommen… Das Bild hierzu seht ihr unter dem Blogeintrag des vorherigen Tages.

Um 08:30 Uhr waren wir bereits wieder „on the road“ in Richtung Norden. Der gewaltige Dettifoss sollte das Hauptziel dieser Tagesetappe sein. So setzten wir unsere Fahrt auf der Ringstraße fort, ehe wir zur Weiterfahrt nach rechts in die „864“ abbiegen mussten. 32 Kilometer Schotterpiste lagen vor uns. Mit jedem Kilometer besserte sich auch das Wetter, so dass wir Hoffnung auf schöne Fotos am Wasserfall hatten. Um etwa 10:45 Uhr Dort angekommen lag noch ein Fußmarsch von etwa 500 Metern vor uns. Der Parkplatz war zwar schon recht voll, dennoch waren es keine Menschenmassen, die sich am Wasserfall bewegten. Es ist wie im scheinbar überfüllten Supermarkt...: es verläuft sich halt... :).

Man steht da schon mit etwas Ehrfurcht beim Betrachten der gewaltigen Wassermassen, die da in jedem Moment hinunterstürzen. Im Hinterkopf spielt sich bei mir die Eröffnungsszene aus „Prometheus – dunkle Zeichen“ ab, in welcher ein großgewachsenes humanoides Alien am Dettifoss steht und in die Fluten stürzt. Mir fällt auf, dass im Gegensatz zum südlichen Island, wo jede Spate, jeder Wasserfall und quasi jedes Erdloch mit Absperrungen versehen ist, keinerlei Geländer oder sonstige Sperrungen vorhanden sind. Hier muss man wirklich aufpassen, keinen falschen Schritt zu tun, wenn man nicht in den unweigerlichen Tod fallen will…

Die Wolkendecke ist mittlerweile großflächig aufgebrochen, kurzzeitig ist auch ein intensiver Regenbogen über den Wassermassen zu sehen. Eindrücke, die man so schnell nicht vergisst. Die zwei Stunden Aufenthalt sind wie im Fluge vergangen, kurz vor 13:00 Uhr haben wir die Weiterfahrt angetreten. Wir sind nicht die „864“ zurück, sondern weitergefahren. Nur wenige Kilometer flußabwärts in nördlicher Richtung liegt der Hafragilsfoss, dem wir auch einen kurzen Besuch abgestattet haben. Hier hätte ich gerne die Drohne kreisen lassen, im Gegensatz zum Dettifoss wäre es hier erlaubt gewesen. Doch ein recht starker Wind machte mir hier einen Strich durch die Rechnung.

Die Fahrt ging weiter in Richtung Norden. Nach 20 Kilometern Schotterpiste stießen wir auf die asphaltierte „85“, den Norðausturvegur. Wir machten einen kurzen Abstecher in die Ásbyrgi-Schlucht. Schon von der Straße aus erkennt man eine kreisförmig zusammenlaufende Schlucht, in welche man bis an deren Ende fahren kann. Drohnenaufstiege sind hier leider verboten, da die Schlucht zum Vatnajökull Nationalpark gehört, in welchem Drohnenflüge generell verboten bzw. genehmigungspflichtig sind. Ursprünglich war vorgesehen, den Dettifoss auch von der anderen Uferseite anzufahren. Hier hätten wir in die „862“ wieder in Richtung Süden einbiegen müssen. Doch wir haben uns kurzfristig umentschieden, zum einen da wir den Dettifoss bereits intensiv besichtigt haben und zum andren da wir eine Weiterfahrt an der Küste in Richtung sonniges Wetter bevorzugt haben.

Diese Wahl war goldrichtig. Der Himmel war mittlerweile zum größten Teil blau und stellenweise verlief die Straße sehr nah an der Küste entlang. An einem Parkplatz machten wir einen Fotostopp, bei welchem ich mit der Drohne ein paar Kilometer geflogen bin. Die Weiterfahrt brachte uns an unseren nördlichsten Punkt des Islandaufenthalts und führte uns durch Húsavík, wo wir auch unsere Skyr- und Kartoffelvorräte auffrischten. Dort haben wir auch eine kurze Pause eingelegt und die Sonnenstrahlen genossen. Húsavík selbst wird uns als ruhiges und beschauliches Städtchen in Erinnerung bleiben. Bekannt ist Húsavík vor allem durch die Walbeobachtungstouren, die hier ihren Startpunkt haben. In den Meeresgebieten von Islands Norden ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Sichtung von Walen wohl am vielversprechendsten.

Eigentlich war geplant, die Ringstraße entlang aus östlicher Richtung zu unserer Unterkunft in der Nähe des Mývatn zu kommen. Doch stattdessen kamen wir aus nördlicher Richtung angefahren und haben die Unterkunft in Laugar bezogen. Gleich im Anschluss sind wir –zum Glück- zum Mývatn, einem See vulkanischen Ursprungs, aufgebrochen. Der Himmel war mittlerweile wieder etwas mehr von Wolken bedeckt, doch tolle Lichtstimmungen gab es mehr als genug. Zahlreiche Pseudokrater am und im See, Schafe auf Hügeln, die über dem See untergehende Sonne und einen Abstecher zum „Námafjall“, einem Berg mit Hochtemperaturgebiet und Solfataren sorgten für einen eindrucksvollen Abschluss dieses tollen Tages im Norden Islands. Nachdem die frisch gekauften Kartoffeln abgekocht wurden, haben wir uns auch zur Ruhe gesetzt.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des elften Tages:

Der Dettifoss

Selfies am Dettifoss Aus der Luft
Die Straße Pseudokrater Schaf
Go away... Stimmung am Mývatn Námafjall
Schlammtopf Hverarönd Schlammtopf

Tag 12. Wir verlassen das Hvítafell Guesthouse in Laugar um 08:00 Uhr und fahren nochmals zum Námafjall bzw sind kurz vorher abgebogen, um zur Grjótagjá (isl. Für „Felsspalte“) zu fahren. Dies ist wie der Name schon sagt eine Felsspalte vulkanischen Ursprungs aufgrund einer Verwerfungszone. Zu Beginn unserer Reise standen wir am Þingvellir und betrachteten denselben Riss, der die amerikanische und eurasische Kontinentalplatte voneinander trennt. Dieser zieht sich über die ganze Insel und kommt auch am Mývatn wieder besonders zum Vorschein. In dieser Felsspalte steht Wasser, welches von einem unterirdischen See gespeist wird. Die Grjótagjá (isl. "Grottenhöhle") war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Badehöhle beliebt, bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen. Doch aufgrund erhöhter vulkanischer Aktivitäten in diesem Gebiet hatte sich die Wassertemperatur von 30 Grad auf 60 Grad erhöht, was das Baden natürlich unmöglich machte. Inzwischen hat das Wasser eine Temperatur von 43 Grad, das Baden ist noch immer verboten. Gegen 09:00 Uhr erreichten wir die Grjótagjá und machten darin einige Weitwinkelfotos. Da nur wenig Tageslicht hinein fällt, ist ein Stativ für sinnvolle Fotos unbedingt mitzunehmen. Platz hat es nicht wirklich darin, mehr als zwei bis drei Fotografen passen nicht rein, ohne dass man sich dabei gegenseitig auf den Aufnahmen hat. Da wir recht früh dran waren und die ersten waren, konnten wir unsere Wunschfotos jedoch recht schnell machen. Im Übrigen wurde diese Höhle im Jahre 2013 in der Filmwelt berühmt, da eine markante Szene aus „Game of Thrones“ dort gedreht worden ist.

2019 09 27 (4)Die Weiterfahrt führt uns entlang der Ringstraße zum Goðafoss (isl. „Götterwasserfall“), einem der bekanntesten Wasserfälle Islands. Auf eine Breite von etwa 100 Metern stürzt der Skjálfandafljót etwa 12 Meter halbkreisförmig in die Tiefe und wird dabei von mehreren Felsen unterbrochen. Die Form erinnert etwas an die Niagarafälle. Trotz des schlechten Wetters –zeitweise gibt es Nieselregen- sind viele Besucher am Goðafoss. Tiefhängende Wolken machen es schwer, reizvolle Aufnahmen zu bekommen. Ich habe mich daher auf Detailaufnahmen konzentriert, die ich im Nachgang zu Schwarzweißaufnahmen verarbeitet habe, um die Dramatik zu erhöhen. In einer Regenpause mache ich auch Luftaufnahmen, insbesondere die Sicht von oben nach senkrecht unten auf den Wasserfall bringt interessante Perspektiven hervor…

Nur wenige Meter vom Goðafoss entfernt muss man in eine Schotterpiste, die „842“ abbiegen. Folgt man dieser Piste etwa 40 Kilometer, gelangt man zum Aldeyarfoss. Auf Bildern erkennt man hier einen gewaltigen Wasserfall, in dessen Fluten man lieber nicht stürzen möchte. Von zahlreichen Basaltsäulen gesäumt, gehörte er vorab zu meinen Fotofavoriten. Der Eindruck vor Ort war durchaus imposant und begeisternd, doch der wolkenverhangene Himmel sorgte in meinen Augen nicht für zufriedenstellende Fotoaufnahmen. Würde ich diesen Wasserfall noch einmal anfahren? Ja, aber nur bei optimalem Wetter und nachts mit evtl. Aussichten auf Polarlichter.

Weiter geht es in Richtung Akureyri, dem „kleinen Reykjavík im Norden Islands“. Folgt man der Ringstraße, so kann seit Januar 2019 die Strecke durch einen neuen Tunnel, den Vaðlaheiðargöng, abgekürzt werden. Man spart einige Kilometer und Minuten und im Winter evtl. Stress. Doch die Durchfahrt kostet 1.500 Kronen, also etwa 11 Euro. Hochmodern wie die Isländer sind, kann man sich hierfür eine App herunterladen und im Voraus bezahlen für jede einzelne Fahrt oder sogar bis zu 100 Fahrten, so dass es dann nur noch 700 Kronen (5,15 Euro) je Fahrt kostet.

Wir haben uns zur Spazierfahrt außenrum entschlossen, sind also nicht durch den neuen Tunnel nach Akureyri gefahren. Dort angekommen haben wir zuerst das Auto mit Diesel und im Anschluss wir uns mit Lebensmitteln versorgt. Die vielen Bónus Einkaufsmärkte im ganzen Land waren dabei unsere primäre Anlaufstelle, da man dort alles zu relativ günstigen Preisen bekommt. Wir haben uns auch gleich auf den Weg zu unserer Unterkunft gemacht, denn für diesen Tag hatten wir nichts mehr auf dem Programm stehen, außer die Klärung der Frage, wo wir an diesem Abend essen gehen würden.

Eine Tatsache erhöhte jedoch unseren Stresspegel leicht: der vorhergesagte kP-Index erhöhte sich auf Werte zwischen 5 und 6. Je höher der Zahlenwert, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von Polarlichtern. Können auf Islands Breiten schon ab kP-Werten um 2 Polarlichtaktivitäten beobachtet werden, ist ein Auftauchen bei Werten um 6 schon nahezu sicher. Die Wetterprognosen für Akureyri waren für diese Nacht nicht gut, der Himmel sollte bedeckt bleiben. So mussten wir uns also entscheiden, ob wir an Ort und Stelle unter einer dichten Wolkendecke verharren und polarlichttechnisch leer ausgehen oder aufbrechen und auf die Jagd gehen würden.

Auf der Webseite des isländischen Wetterdienstes vedur.is hatte ich ohnehin die ganze Zeit die Wetterlage verfolgt. Auf dieser Seite gibt es nicht nur Wettervorhersagen, sondern auch Prognosen zur Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern und wo man diese am besten beobachten kann. Ich studierte die entsprechenden Karten nahezu stündlich aufs Neue und so haben Nicole und ich uns dazu entschlossen, nach dem Abendessen in westlicher Richtung zu fahren.

Gesagt, getan. Noch in der Abenddämmerung haben wir Akureyris Ortsschilder in westlicher Richtung hinter uns gelassen. Auch wenn man in Akureyri gerne an roten Ampeln steht, die roten Herzchen sind einfach zu süß, so haben wir zugesehen, möglichst schnell möglichst viel Land hinter uns zu lassen. Nach etwa 50 Kilometern sind wir ersten Wolkenlücken entgegengefahren. Ein kurzer Stopp, mit dem bloßen Auge war nichts zu erkennen. Die Spiegelreflexkamera hergeholt, auf höchsten ISO-Wert gestellt und freihändig in den Himmel gehalten du siehe da… grüne Flecken am Himmel sind auf dem Display zu sehen. Nach ein paar Kilometern Weiterfahrt wurden die Wolkenlücken größer und wir konnten unsere ersten Polarlichter während dieses Islandaufenthalts fotografieren.

Blassgrüne Vorhänge tanzten über den Himmel zwischen den Sternen, Wolken unterbrechen dieses Schauspiel immer wieder, Aufregung und Stress, beim Fotografieren alles richtig zu machen kommen auf. Insbesondere Nicole setzte sich selbst ziemlich unter Druck, machte am Ende aber doch alles richtig. Dann fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter. Bei Sauðárkrókur, 100 Kilometer von Akureyri entfernt, hatten wir schließlich unseren Fotostandort gefunden. Gerade rechtzeitig, denn die erste Polarlichtsichtung hatte sich lediglich als Vorgeplänkel erwiesen. Nun waberten über den kompletten sternklaren Himmel Vorhänge von Aurora borealis. Schnell zuckende oder langsam dahingleitende Lichter, der ganze Himmel war in Bewegung. Nicole ist mit dem Fotografieren nicht hinterhergekommen und ich wusste auch nicht, was ich mit meinen beiden Kameras anstellen sollte. Instinktiv bediente ich beide mit Weitwinkelobjektiven bestückte Kameras. Schließlich klappte es am Ende dann doch noch ganz gut. Doch neben all der Fotografie wollten wir auch eines nicht zu kurz kommen lassen, nämlich das Genießen dieses unglaublichen Spektakels mit dem bloßen Auge!

Nach etwa einer halben Stunde hat die Aktivität nachgelassen. Das Firmament war zwar noch immer in ein deutlich sichtbares Blassgrün gehüllt, doch die sich bewegenden Beamer waren nicht mehr auszumachen. Da wir gut 100 Kilometer von Akureyri entfernt waren und uns mehr als eine Stunde Heimfahrt bevorstehen würde, hatten wir uns dazu entschlossen, die Heimreise anzutreten. Während der Fahrt hatten wir immer wieder den Blick aus dem Auto in die dunkle Nacht geworfen, doch zumindest in dieser ersten Nachthälfte hatten sich keine weiteren Polarlichter mehr gezeigt. Zudem hatte sich der Himmel auch immer weiter mit Wolken bedeckt, je näher wir an unsere Unterkunft gekommen sind. Zufrieden und noch immer aufgeregt fielen wir ausgelaugt ins Bett.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des zwölften Tages:

Der Goðafoss

Der Goðafoss Der Goðafoss
Der Goðafoss Nach der Fahrt Erste Aurora
Aurora bei Varmahlíð Aurora bei Sauðárkrókur Aurora bei Sauðárkrókur

Da wir von Akureyri bisher noch so gut wie überhaupt nichts zu sehen bekommen haben, wollten wir vor unserer Abreise wenigstens noch eine Sightseeingtour machen. Mit dem Auto sind wir an die bekannte Akureyrarkirkja gefahren und sind dort etwas herumgelaufen. Die anmutende, 1940 fertiggestellte lutherische Kirche ist ein Wahrzeichen von Akureyri. Die darauf zulaufende Treppe bietet zahlreiche Fotomotive, auch wenn an diesem Tag der Himmel wieder bedeckt war. So versuchten wir uns fotografisch an dieser Kirche, die aufgrund der absoluten Symmetrie eine kleine Herausforderung dargestellt hat. will man die fluchtenden Linien parallel und symmetrisch im Bild festgehalten haben.

Aufgrund unserer Polarlichtodyssee in der vergangenen sind wir die Ringstraße bereits am Vorabend in westlicher Richtung unterwegs gewesen. So haben wir entschieden, unsere Weiterfahrt einen anderen Weg anzutreten. Unsere Route führte uns in nördlicher Richtung über Dalvík, Ólafsfjörður, Siglufjörður und somit über den ziemlich nördlichsten Teil der Insel. Dass diese teilweise wirklich entlegenen Orte hauptsächlich vom Fischfang und deren Weiterverarbeitung leben, war nicht schwer zu bemerken: während der Durchfahrt einmal das Fenster heruntergekurbelt und schon wusste man Bescheid… ich als Nichtfischesser könnte mir ein Leben hier nur schwer vorstellen, auch kaum vorzustellen, dass man sich daran gewöhnen könnte...

Eines unserer Tagesziele war das Schwimmbad bei Hofsós. Auf dieses bin ich durch Bilder aus dem Internet aufmerksam geworden. Ein blaues Schwimmbecken mit Aussicht auf die Fjorde Islands machte uns diesen Umweg schmackhaft. Nach gut 130 Kilometern und einigen Fahrtunterbrechungen aufgrund Sichtungen von Fotomotiven haben wir Hofsós erreicht. Der Eintritt kostet 1.000 Kronen pro Nase. Ohne Badebekleidung gründlich duschen ist übrigens Gesetz auf Island. Also haben wir das Gesetz geachtet und sind bei 10 Grad Außentemperatur in das 30 Grad warme Wasser. Ohne viel Bewegung wird das recht schnell kühl und entweder man zieht fleißig Bahnen im etwa 25 m x 10 m großen Becken oder man wechselt in das 38 Grad warme Thermalbecken, welches aber deutlich kleiner ist.

Nach gut zwei Stunden hatten wir genug und haben Hofsós verlassen, aber nicht ohne vorher noch die Stađarbjargavík zu besichtigen. Keine 20 Meter vom Parkplatz des Hofsós Schwimmbades entfernt führt eine Holztreppe zur Küste hinab, wo eindrucksvolle Basaltsäulen ins Meer ragen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs gab es so gut wie keinen Wellengang, so dass wir dort noch einmal Ruhe auftankten und die Umgebung genossen haben.

Ein kurzer Halt beim Glaumbær Kirchdorf und die Durchfahrt durch Sauðárkrókur und Weiterfahrt brachte uns von der „76“ und „75“ schließlich wieder auf die Ringstraße. Blönduós lautete unser nächster Stopp, das ist eine kleine Ortschaft mit 900 Einwohnern an der Ringstraße. Dort tankten wir nochmals und erledigten unsere Einkäufe. Der Himmel hatte zwischenzeitlich ziemlich aufgeklart, die Sicht und die Lichtstimmung waren toll. Vom Parkplatz des Supermarktes aus konnten wir sogar schon schemenhaft das Ziel unserer Reise erkennen: den Hvitserkur „Dinofelsen“ an der Ostseite der Vatnsnes Halbsinsel. 15 Kilometer Luftlinie trennten uns noch vom Ende der Tagesetappe, doch die Fahrt sollte noch eine Stunde dauern, waren es doch tatsächlich noch 62 Straßenkilometer. That’s Iceland… besonders deprimierend ist die Fahrt in den Fjorden, wenn das Ziel in weniger als 8 Kilometern Luftlinie liegt, doch der gesamte Fjord ausgefahren werden muss und noch 60 Kilometer zurückgelegt werden müssen.

Um 18:30 Uhr haben wir unser Ziel erreicht. Die Sonne neigt sich dem Westhorizont entgegen. Wir haben schnell eingecheckt und sind dann noch kurz an den Hvitserkur „Dinofelsen“ hinuntergelaufen. Diese fünfzehn Meter hohe Basaltfelsenformation ragt aus dem Ozean heraus und erinnert in seiner Form an einen trinkenden Troll, eine Kuh oder eben an einen Dino. „Hvitserkur“ bedeutet „weißes Hemd“. Weiß ist der Felsen teilweise durch Ausscheidungen von Seevögeln. Der Sage nach soll es sich hierbei um einen von der Sonne versteinerten Troll handeln, der ein nahegelegenes Kloster mit Steinen beworfen haben soll.

Ich habe den Hvitserkur ausgesucht, da mir im Wesentlichen zwei Fotomotive in Gedanken vorgeschwebt sind. Zum einen hatte ich mit Polarlichtern in der Nacht spekulierte und zum anderen stellt der Felsen zu jeder Jahreszeit ein dankbares Fotomotiv zum Sonnenaufgang dar. Was soll ich sagen…: fast hätte es zu beidem gereicht, doch die Polarlichter sind verschwunden, kurz bevor wir den Felsen um 05:00 Uhr in der Früh erreicht haben. Darüber hinaus setzt die Dämmerung auf Island aufgrund der Lage in hohen Breitengraden viel früher vor Sonnenaufgang ein, als wir es von Süddeutschland aus gewöhnt sind.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des dreizehnten Tages:

Siglufjörður

Ford Kuga Bei Hofsós
Aus der Luft Islandpferd Islandpferd
 
Beim Hvitserkur Beim Hvitserkur  

Der Sonnenaufgang sollte erst um 07:30 Uhr sein. Bis dahin sollte es noch zweieinhalb Stunden dauern. Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits am Strand neben dem Hvitserkur gestanden. Die Temperaturen bewegten sich nahe am Gefrierpunkt. Nicole spielte zähneknirschend mit, als ich meine Unlust bekundet hatte, wieder in die Unterkunft zurückzukehren, nur um eine gute Stunde später aufgrund der Morgendämmerung wieder erneut losziehen zu müssen. Also sind wir am Felsen geblieben und haben einige Nachtaufnahmen gemacht. Früh am Morgen haben wir noch nicht geahnt, dass uns mit dem 14. Tag der fotografisch ergiebigste Tag bevorstehen würde. Zum Einen sollte uns ein fantastischer Sonnenaufgang am Hvitserkur erwarten, zum Anderen sollte uns die Fahrt zur Snæfellsnes Halbinsel eine sonnige Tagesetappe bieten. Doch nun der Reihe nach...

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs am Hvitserkur Felsen war grade Ebbe, so dass wir aufgrund des niedrigen Wasserstands auch auf die andere Seite des Felsen gelangen konnten. Watend und mit der Handyfunzel leuchtend suchten wir uns den Weg durch den schwarzen und nassen Sand. Doch schneller als uns lieb war, hat uns der steigende Wasserstand wieder von unserem Fotostandort weg in Richtung Strand vertrieben. Auf durch das Wasser abgeschnittene Wege zurück zum trockenen Festland hatten wir dann doch keine Lust. Außerdem war uns das zu gefährlich. Zudem kann ich jetzt von mir behaupten, auf einer gestrandeten Qualle ausgerutscht zu sein…

Pünktlich wie die Maurer ist die Sonne am gegenüberliegenden Horizont der Halbinsel Skagi aufgegangen. Wir haben uns so positioniert, dass die aufgehende Sonne unter dem „Hals des Dinos“ zu sehen ist. Es war gar nicht schlecht, dass wir unseren idealen Fotostandort so früh behauptet hatten, da einige andere Fotografen diese Idee scheinbar ebenso gehabt haben. Das lange Warten in der kalten Nacht hat sich gelohnt und an diesem Standort habe ich Fotos machen können, die mir mit am besten gefallen haben.

Da die Unterkunft bis dato die am wenigsten attraktive war, haben wir zugesehen, dass wir unsere Sachen gepackt haben und verschwunden sind. Noch am Abend haben wir uns Kartoffeln abgekocht, die uns wieder für eine Weile als Proviant dienen sollten. Das alles war recht schnell im Auto verstaut und so waren wir bereits um 09:00 Uhr schon wieder unterwegs nach Stykkishólmur und zur Snæfellsnes Halbinsel. 220 Kilometer haben vor uns gelegen und das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. Südlich der Vatnsnes Halbinsel sind wir wieder auf die Ringstraße gelangt. Bei meinem Besuch in 2017, bei welchem ich Island allein unsicher gemacht hatte, bin ich aus südwestlicher Richtung kommend bis zum Hvitserkur gefahren. So habe ich persönlich zu diesem Zeitpunkt die Insel also genau einmal umrunden können. Bis zu Nicoles Umrundung sollte es noch einige Kilometer dauern...

Nach unzähligen Fotostopps haben wir Stykkishólmur, ein kleines Hafenstädtchen im Norden der Snæfellsnes Halbinsel erreicht. Wir suchten einen Souvenirshop auf, machten einen kleinen Spaziergang am Hafen und am Leuchtturm, haben die Gegend genossen und sind dann schließlich weiter in Richtung unserer nächsten Unterkunft gefahren. Der Selvallafoss, ein etwas versteckter Wasserfall, ist noch weitgehend unbekannt, obwohl dieser nur etwa fünf Fußminuten von einem Parkplatz entfernt ist. Hier haben wir nochmals eine längere Pause eingelegt und haben das tolle Wetter genossen. Der Parkplatz war zwar ziemlich voll, den Gang um Wasserfall haben allerdings nur wenige auf sich genommen.

Ziel unserer Tagesetappe war Grundarfjörður, ein Städtchen mit 890 Einwohnern. Man bekommt hier alles, was man braucht und das verschlafene Örtchen hat einen markanten Hausberg: den Kirkjufell. Dies bedeutet übersetzt „Kirchberg“ und der Name rührt von seiner spitz zulaufenden Form her. Von einer bestimmten Stelle aus kann man zwei schöne Wasserfälle als Vordergrund mit dem Berg im Hintergrund fotografieren. Diese Szenerie gehört zu den am häufigsten fotografierten Motiven auf Island. Zusammen mit einem Sonnenaufgang oder Polarlichtern am Himmel ist dies aber ein wahrhaft idyllischer und paradiesischer Ort. Weniger paradiesisch ist die mittlerweile astronomisch hohe Anzahl von Touristen rund um diese Location. Klar, wir sind auch Touristen und haben eigentlich am wenigsten das Recht, uns zu beschweren. Deshalb behelfen wir uns einiger Tricks, die Schönheit der Gegend am besten genießen zu können. Dazu gehört, sich nahe der Sehenswürdigkeiten, in diesem Falle dem Kirkjufell, eine Unterkunft zu buchen. Dann muss man sich selbst überwinden, zu unchristlichen Zeiten das Bett zu verlassen und auf Motivsuche zu gehen. Beherzigt man diese Aspekte, so ist die Wahrscheinlichkeit, weitgehend ungestört zu sein, am höchsten.

Ein Flug mit der Drohne und ich konnte Grundarfjörður aus einer etwas anderen Perspektive sehen. Nach dem Flug eilten wir noch schnell zum Kirkjufell, um noch das letzte Licht des Tages einfangen zu können. Da wie vermutet recht viele Touristen am Parkplatz zugegen waren, sind wir noch ein paar Meter weiter gefahren, um den sich im ruhigen Wasser einer Lagune spiegelnden Berg zu fotografieren.

Am Abend in der Unterkunft angekommen, haben wir uns erst einmal „was Vernünftiges“ zu essen gemacht: Pasta Bolognese. Nach Tagen Kartoffeln und Wurst haben wir uns auf ein solches Mahl gefreut. Der Blick aus dem Fenster offenbarte einen tollen Sternhimmel und die aufgeregten Rufe der koreanischen Zimmernachbarn ließen uns vermuten, dass es draußen Polarlichter geben würde. Dem war auch so und schließlich konnten wir auch in Grundarfjörður noch einige Polarlichter fotografieren, ehe wir dann die Lichter ausknipsten.

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Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des vierzehnten Tages:

Morgendämmerung

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang Guggsdu? Der Hrútafjörður
Der Hrútafjörður Fotoshooting Fotoshooting
Bei Stykkishólmur Stykkishólmur Stykkishólmur
Der Selvallafoss Der Selvallafoss Am Selvallafoss
Aus der Luft  Aus der Luft Die "54"
Der Kirkjufell Der Kirkjufell Der Kirkjufell
 
Grundarfjörður Grundarfjörður und Aurora  

Wir starteten früh, am Himmel war keine Wolke zu sehen. Der Gipfel des Kirkjufell war bereits in Sonnenlicht getaucht, die übrige Umgebung lag noch im Schatten. Das Gästehaus hatte einen Waschplatz für PKW, dieses Angebot habe ich dankend angenommen, um das am Kuga haftende Hochlandmaterial abzuspritzen. Klarer Himmel, sauberes Auto… perfekte Voraussetzungen, um die Snæfellsnes Halbinsel zu umrunden. Von Grundarfjörður aus haben wir mit bester Laune die Fahrt angetreten und legten zahlreiche Fotostopps ein. Die Ingjaldshólskirkja, die Lóndrangar Felsformation, das Fischerdörfchen Arnarstapi oder einfach nur der Verlauf der Straße haben uns mehr Fotomotive geboten, als uns lieb war. Spontan nach links abgebogen, haben wir sogar gut 700 Höhenmeter (mit dem Auto) zurückgelegt, um dem Gipfel des Snæfellsjökull etwas näher zu kommen. Bereits vom Boden nahe der Küstenlinie aus hatte mich der Vulkan fasziniert. Bei wolkenfreiem und tiefblauem Himmel hatte ich ihn noch nie zu Gesicht bekommen. An der Westflanke sind Ströme erkalteter Lava zu erkennen. Die Gletscherkappe auf dem Gipfel setzte dem ganzen sprichwörtlich noch die Krone auf, es war einfach ein Anblick nicht von dieser Welt. Die Aussicht auf die Halbinsel war gigantisch, man konnte den Esja Gebirgszug bei Reykjavík in über 120 Kilometern Entfernung erkennen.

Wir haben uns richtig Zeit für die Fahrt gelassen. Für die 180 Kilometer von Grundarfjörður bis Borgarnes haben wir etwa achteinhalb Stunden benötigt. Es war zu keinem Zeitpunkt langweilig, im Gegenteil, die Zeit ist wie im Fluge vergangen, das tolle Wetter tat sein Übriges dazu. Zu diesem Zeitpunkt ist mir allerdings klar geworden, dass es bis zur Hauptstadt Reykjavík und somit quasi zum Ende des Urlaubs lediglich noch 80 Kilometer sind. Die Runde um die Ringstraße ist also nahezu komplett. Ich habe die Entfernungsangabe zu Reykjavík auf den Wegweisern zwar immer wieder gesehen, so richtig bewusst geworden ist es mir allerdings erst an diesem Tag.

Wir sind also wieder im Bereich um die Hauptstadt angekommen. Ein Tankstopp in Borgarnes sollte nochmal sicherstellen, dass uns der Sprit nicht ausgeht. Der noch immer blaue und wolkenlose Himmel begleitete uns bis ins Þingvellir. Ganz in der Nähe zum Eingang in den Nationalpark lag unsere Unterkunft für die kommende Nacht. Dort angekommen, wollten wir noch das letzte Licht des Tages nutzen und das zerfurchte Tal im Abendlicht fotografieren. Doch als wir die Parkgebühren per Kreditkarte am Automaten bezahlen wollten, hat Nicole bemerkt, dass ihre Karte verschwunden ist. Durch intensives Nachstellen des Tagesablaufs konnte sie nur im Tankautomaten in Borgarnes steckengelassen worden sein. Unsere Fotovorhaben haben wir natürlich abgeblasen und leiteten alles Notwendige in die Wege, um die Kreditkarte zu sperren. Eine Fahrt ins 80 Kilometer entfernte Borgarnes war keine Option, da die mittlerweile gesperrte Karte ohnehin nur noch ein wertloses Stück Plastik war.

Da aber auch meine Kreditkarte bereits seit dem vierten Tag nicht mehr funktioniert hatte, und unsere Bargeldreserven quasi auf ein Minimum geschrumpft war, schwante uns schön Übles, dass wir die letzten drei Tage auf Island ohne Einkäufe überstehen müssten. Wir hofften, dass unsere normale EC-Karten uns zumindest zu Bargeld an einem Automaten verhelfen würden. Doch Island ist nicht so sehr mit Geldautomaten übersät, der dem Þingvellir nächstgelegene, um 19:00 Uhr noch zugängliche ATM war laut Google Maps im 40 Kilometer entfernten Reykjavík z ufinden. Wir sind also die Strecke bis nach Mosfellsbaer gefahren und haben dort zum Glück beide Bargeld erhalten. Die letzten Tage auf Island waren gerettet.

Erleichtert haben wir die Rückfahrt ins Þingvellir in unsere Unterkunft angetreten. Unterwegs haben wir noch eine herrliche Sicht auf das in der Abenddämmerung liegende Reykjavík genossen. Der 120 Kilometer entfernte Snæfellsjökull strahlte prominent in der Ferne, die gesamte Snæfellsnes Halbinsel war am Horizont zu erkennen. Logisch, dass wir hier noch eine erhöhte Position gesucht hatten und eine Fotosession eingelegt haben.

In der Unterkunft angekommen, atmeten wir erst einmal auf, der Tag war doch ziemlich lang, anstrengend und ereignisreich. Plötzlich piepste Nicoles Handy und sie wurde per Facebook von einem Unbekannten angeschrieben. Dieser fragte sie, ob sie sich derzeit auf Island aufhalte und ihre Kreditkarte vermisse. Nach ein paar Zeilen Unterhaltung wurde nicht nur klar, dass die Kreditkarte tatsächlich im Slot des Tankautomaten in Borgarnes vergessen wurde, sondern sie wurde auch noch gefunden und dieser Jemand meldete sich bei ihr. Weiter noch, auch das Flugzeug des ehrlichen Finders sollte am Donnerstag um 07:25 Uhr von Reykjavík nach Frankfurt fliegen, am Ende stellte sich sogar heraus, dass wir nicht nur dasselbe Ziel hatten, sondern im Flieger auch noch in derselben Reihe gesessen haben…

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des vierzehnten Tages:

Die Ingjaldshólskirkja

Der Snæfellsjökull Die Weite der "54"
Lóndrangar Making-of Lóndrangar
Lóndrangar Snæfellsjökull Snæfellsjökull & me
Snæfellsjökull & me On the line Lóndrangar
Der Selvallafoss Lóndrangar & me That's us
Gatklettur Lonely house I Lonely house II
Stapafell Snæfellsjökull summit Snæfellsjökull summit
Búðir Am Þingvellir Aurora @ Þingvellir
Aurora @ Þingvellir Aurora selfie Aurora selfie

Der erste Tag des neuen Monats und somit der vorletzte nutzbare Tag unseres Urlaubs hat mit durchwachsenem Wetter und Nebelbänken begonnen. Ursprünglich hat der tagesplan vorgesehen, nochmal ins Þingvellir zu fahren. Dies hatten wir jedoch nicht mehr für notwendig gehalten, da wir das Þingvellir bereits am zweiten Tag bei bestem Wetter erlebt hatten. So hatten wir mehr oder weniger eine Fahrt ins Blaue unternommen mit dem Ziel, das beste Wetter mitzunehmen. Ein Blick auf die Wetterkarte hat uns verraten, dass südlich des Þingvellir die Wolkendecke aufreißen sollte. Gesagt, getan und so ist der Himmel mit jedem Kilometer in südlicher Richtung mehr und mehr aufgerissen. Nicht weit von unserer Unterkunft entfernt liegt der Þórufoss. Dies ist ein von der Straße aus nicht sichtbarer Wasserfall. Er ist zwar nur 12 Meter hoch, beeindruckt jedoch aus der Ferne und bietet tolle Möglichkeiten, sich im Vordergrund zu positionieren, um schöne Portraitaufnahmen zu machen. Auch dieser Wasserfall ist bekannt durch „Game of thrones“.

Da wir für diesen Tag nicht wirklich einen festen Plan hatten, haben wir uns kurzerhand entschlossen, die Reykjanes Halbinsel unsicher zu machen, da unser Tag ohnehin in Reykjavík enden würde. So besuchten wir den Kleifarvatn und konnten dort tolle Luftaufnamen machen. Dem nur 6 Kilometer entfernte Hochtemperaturgebiet um Krýsuvík statteten wir ebenfalls einen Besuch ab, doch da aufgrund einer Fotosession einzelne Teile der Pfade gesperrt waren – gerade die interessantesten Stellen waren zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht zugänglich- sind wir relativ schnell wieder von dort aufgebrochen. Von einer Rundfaht um die Reykjanes Halbinsel haben wir uns mehr erhofft.

Eine Weiterfahrt zur „Brücke zwischen den Kontinenten“ hat uns schon wieder recht nahe an Reykjavík herangebracht. Dort ist eine Verwerfung an der Erdoberfläche zu sehen, die auf einen Bruchgraben zwischen den beiden Kontinentalplatten (Nordamerika und Eurasien) zurückzuführen ist. Auf dem Weg in Richtung Hauptstadt haben wir auch festgestellt, dass es hier einen Planetenweg entlang der „425“ im Westen der Reykjanes Halbinsel gibt. Für die Tatsache, dass wir ursprünglich keinen wirklichen Plan für diesen Tag hatten, haben wir doch recht viel unternommen und sind erst gegen 17:00 Uhr in Reykjavík angekommen. Wir haben gleich unser Hotelzimmer im „Leifur Eiriksson“ bezogen. Dies ist ein Hotel direkt an der berühmten Hallgrímskirkja. Ein Blick aus unserem Fenster fiel direkt auf diese wunderschöne Kirche.

Das Wetter macht am Spätnachmittag leider nicht mehr mit. Doch für einen Spaziergang durch Reykjavík hat es gereicht. Wir klapperten die gängigen Sehenswürdigkeiten im Norden der Stadt ab: die Hallgrímskirkja, de Harpa, die Sólfarid Skulptur, die Einkaufsstraßen und abends haben wir schließlich noch im Hardrock Café gegessen.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des sechzehnten Tages:

Am Þórufoss

Am Þórufoss Am Þingvallavatn
Am Þingvallavatn Gegenlicht Am Kleifarvatn
Krýsuvík Miðlína Miðlína
   
Sólfarid    

Der frühe Vogel fängt den Wurm. So zumindest der Gedanke, während der blauen Stunde ein schönes Foto der Hallgrímskirkja zu bekommen. Also sind wir noch vor 07:00 Uhr die Skólavörðustígur hinab gelaufen, um vom unteren Ende eine tolle Sicht auf die Kirche zu haben. Rund eine Stunde hat unser Fotoausflug gedauert, die Stadt hat sich zu diesem Zeitpunkt noch im Tiefschlaf befunden. Kaum ein Auto hat uns dabei gestört, als wir mit unseren Kameras und Stativen mitten auf den Straßen gestanden haben. Im Anschluss an die Fotosession haben wir im Hotel erst einmal ausgiebig gefrühstückt und uns dabei nochmal richtig aufgewärmt, denn es war ziemlich frisch.

Gegen Mittag haben wir einen weiteren Spaziergang durch die Stadt unternommen. Dabei haben wir einen Kaffee im Kattakaffihúsið zu uns genommen. Das Besondere an diesem Café ist die Anwesenheit von rund einem Dutzend Katzen, die auf den Tischen, den Bänken, der Theke oder Heizung geschlafen haben. Manche kuschelten sich an die Gäste heran. Dieses Café ist eine klare Empfehlung an jeden Reykjavík-Besucher.

Der letzte Tag in Reykjavík verging sehr schnell. Ein Aufstieg auf die Hallgrímskirche und ein Besuch der Perlán haben uns tolle Ansichten auf die Stadt verschafft. Als Ausklang haben wir in der „Lebowski Bar“ zu Abend gegessen.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des vorletzten Tages:

Die Hallgrímskirkja

Die Hallgrímskirkja In der Hallgrímskirkja
Im Kattakaffihúsið Reykjavík Inside Harpa
   
Harpa    

Dann war er da, der Tag der Abreise. Die Fahrt zum 40 Kilometer entfernten Flughafen war im wahrsten Sinne des Wortes sehr stürmisch. Starker Wind zerrte am Auto und ich musste stark gegenlenken. Wie sich das wohl im Flugzeug anfühlen würde…?

Nach Rückgabe des Mietwagens haben wir im Terminal gleich unser Gepäck aufgegeben und mit fast einer Stunde Verspätung haben wir abgehoben und Islands Boden verlassen. Wehmütig blickten wir aus dem Fenster des Flugzeugs. Der starke Wind hatte den Flieger beim Start ziemlich durchgeschaukelt, doch letztendlich blies er uns in Richtung Deutschland. Nach gerade mal zwei Stunden und fünfzig Minuten landeten wir wohlbehalten in Frankfurt. Unser „Fahrservice“ Vesna begrüßte uns gleich und die eineinhalbstündige Fahrt nach Bad Mergentheim verging auch wie im Fluge.

Was soll ich sagen…? Sehr schön war‘s und sehr schnell war‘s wieder vorbei. War‘s das letzte Mal Island? Nein, sicher nicht. Schließlich muss Nicole noch ein paar Mal auf die Insel und ich würde gerne vor allem den Osten und Norden Islands nochmals bei schönem Wetter erleben. Auch die Westfjorde und das Hochland rufen nach einem weiteren Besuch, so dass ich insgeheim schon wieder grobe Planungen an die nächste Reise habe… :).