5D4 3909Da war er nun: der letzte Tag. Spüre ich Trauer? Spüre ich Enttäuschung, dass ich dieses faszinierende Land mit seinen tollen Facetten und Menschen bald wieder verlassen muss? Naja, nicht direkt. Ich bin dankbar, dass ich hier einige tolle Tage verbringen durfte, bin dankbar für die Erfahrungen und Eindrücke, die ich sammeln durfte. Schließlich hatte ich großes Glück mit dem Wetter. Wäre es grau und trist gewesen, so wären meine Eindrücke mit Sicherheit im wahrsten Sinne des Wortes getrübt gewesen. Aber dem war nun mal nicht so und ich trete frohen Herzens den Heimweg an.

Ein Blick auf meinen Tagesplan verriet mir, dass heute im Wesentlichen nur ein Punkt darauf steht: Reykjavík. Ich wollte jedoch noch ein paar Kilometer außerhalb unterwegs sein und hatte vor, erst am Nachmittag in die Stadt zu fahren. Doch vor allem tat ich erst mal Eines: Ausschlafen! Während all der Tage war ich bereits zu früher Stunde auf den Beinen, an diesem letzten Tag gammelte ich nochmal ordentlich rum und war um 13 Uhr immernoch in Jogginghose unterwegs. Gegen 14 Uhr brach ich auf und hatte mir die etwa 40 Kilometer entfernte "Midlina" als Ziel ausgesucht. Dort liegt die bekannte "bridge between the continents". Durch dieses Gebiet zieht sich die Riftzone und teilt Island in einen Bereich auf der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte. Steht man auf dieser Brücke, so ist dies quasi die Verbindung zwischen den beiden Kontinenten. Interessant ist vor allem, dass der etwa 8 Meter breite Graben, welcher die Riftzone selbst darstellt, jedes Jahr um etwa 2 Zentimeter breiter wird. Seit ich das letzte Mal dort war, verbreiterte sich die Spalte also um etwa 3 Zentimeter. Hier kann man sich die Vulkanologie Islands also wieder sehr gut vergegenwärtigen. Außer mir waren noch etwa 10 weitere Personen da. Das schöne Wetter begleitete mich auch an diesem letzten Tag.

5D4 3914Nach einer halben Stunde und einer Handvoll Fotos trat ich den Rückweg an. Unterwegs deckte ich mich noch mit ein paar Getränken im "Bonus" Supermarkt ein. Es gibt große preisliche Unterschiede. Die kleinen Flaschen Wasser, welche ich den ganzen Urlaub über getrunken habe, kosteten im Bonus 110 Kronen. Im "Hagkaup", einer weiteren Supermarktkette, kosteten diese 215 Kronen, also das Doppelte. An Tankstellen zahlte man hierfür gerne mal 350 bis 380 Kronen. Also nahm ich nochmal drei Flaschen mit. Vom Supermarkt in Hafnarfjördur aus fuhr ich direkt nach Reykjavík hinein und stellte das Auto an der Hallgrímskirkja ab. Leider waren die beiden Flügel der Kirche noch eingerüstet. Vor kurzem war die Kirche noch komplett mit einem Gerüst "verziert". Schöne Fotos konnte ich mir daher abschminken. Aber was solls... die Stadt hat ja noch mehr zu bieten. Doch irgendwie beschränkte ich mich doch lediglich auf die Sehenswürdigkeiten.

5D4 3922Als Tipp gab mir Agnes, die Gastgeberin des Gríma Guesthouse, eine Fahrt zur Seltjanarnes Halbinsel. Dort gibt es einen schönen Leuchtturm und bei Ebbe sei das ein schöner Anblick auf die untergehende Sonne. Ich begab mich dorthin und sie hatte Recht. Während die untergehende Sonne die Bucht von Reykjavík in ein warmes Licht hüllte und der Atlantik rund herum einem ein richtiges Gefühl von "jetzt bin ich am Meer" gibt, konnte ich an dieser Stelle nochmal richtig abschalten. Trotz weiterer Touristen, die den Weg hierher gefunden haben, konnte ich den Tag schön ausklingen lassen. Quackende Enten gaben der Szene dann einen leicht komischen Tatsch :)

5D4 3949Ich wartete den Sonnenuntergang ab und begab mich dann in Richtung Stadtzentrum. Ich stellte mein Auto am "Innanríkisráduneytid" ab. Dieses Wort wiederholen wir jetzt drei Mal schnell hintereinander :). Es handelt sich hierbei um das Innenministerium. Die Harpa, das Konzerthaus war nicht weit und wie bereits im ersten Blog erwähnt, hatte ich vor, diese noch einmal zu besuchen und zu fotografieren. Während meiner ausgiebigen Fotosession liefen mir dort auch zufällig Lizzy, Emilia, Shiobae (sorry for possibly spelling it wrong *g*), die drei Mädels aus Birmingham/London über den Weg. Kurzerhand zogen wir noch etwas gemeinsam durch Reykjavík und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Zufällig las ich vorher noch von dem Vorhaben der Stadt Reykjavík, an diesem Abend zwischen 20:30 Uhr und 21:15 Uhr die Straßenbeleuchtungen der Stadt auszuschalten. Ich ließ es mir nicht nehmen, davon Bilder zu machen.

5D4 4004 Licht aus 5D4 4008 Licht an

In der Unterkunft angekommen, machte ich mich an das Packen meiner Sachen. Komischerweise hatte ich weit weniger Probleme als vor dem Hinflug, meine Sachen alle zu verstauen. Auch wenn ich mir vorgenommen hatte, etwas früher ins Bett zu gehen, ist es doch weit nach Mitternacht geworden. Ich stellte zwei Wecker auf 04:15 Uhr, damit ich ja keinen davon verpasse. So... ein letztes Mal göda nótt aus Island!

5D4 3977Dies wäre also der letzte Tag in Island gewesen. Ich würde euch hier jedoch noch weiter berichten, schließlich bin ich auch noch ein paar Luftbilder und Videos schuldig. Falls etwas Lohnenswertes dabei sein sollte, lasse ich es euch wissen :). Wer hier aus der süddeutschen Gegend ist, sei herzlich zu meinem Vortrag über Island am Freitag, 17. März 2017 um 20:00 Uhr in Weikersheim (Näheres folgt noch) eingeladen!

Danke fürs Lesen!