5D4 3601 mSo... Tag 6 ist nun auch vorbei. Nach einer abwechslungsreichen Nacht an der Jökulsárlón Gletscherlagune mit einigen Polarlichtern, führte mich mein Weg weiter ins etwa 80 km entfernte Bjarnanes in der Nähe von Höfn. Dies sollte der "Wendepunkt" meiner Reise sein. Doch ich fuhr nicht los, ohne vorher ein Bild der Gletscherlagune bei Tageslicht sowie den "Diamond beach" besucht zu haben. Die vom Vatnajökull abgekalbten Gletscherbruchstücke treiben auf der Lagune entlang in Richtung Meer, wo sie durch eine nur wenige Hundert Meter breite Enge hinaustreiben. Dieses nur sehr kurze Stück hat einen eigenen Namen, nämlich die "Jökulsá". Auf dem offenen Meer angekommen, werden die Eisberge von teilweise beträchtlicher Größe doch recht schnell kleingemahlen beziehungsweise stranden gleich wieder, so dass die Bruchstücke angeschwemmt am schwarzen Strand herumliegen.

1DX 0735 mWie Diamanten auf schwarzem Samt liegen sie da. Klarstes Gletschereis ohne jegliche Trübungen, lediglich Einschlüsse von Vulkanasche sorgen für Abwechslungen. Eisblöcke in allen Größen, Varianten, Form- und Farbgebungen sorgen für volle Speicherkarten der Kameras. Dementsprechend waren hier einige Fotografen unterwegs. Jeodch weit weniger als auf der anderen Seite der Straße an der Gletscherlagune. Es war etwa 10 Uhr, das ist die Anreisezeit aus den umliegenden Orten und Unterkünften.

1DX 0745 mWeiter ging es in Richtung Höfn. Etwa 30 Kilometer vorher gibt es eine Abzweigung zum Fláajökull, einem weiteren Gletscher, an welchen man vergleichsweise nahe herankommen kann. Von der Abzweigung sind es noch 8 Kilometer holprige Schotterpisten, bis man den nächstmöglichen Parkplatz zum Gletscher erreicht hat. Von dort aus sind es noch einige Hundert Meter zu Fuß, die einen zunächst über eine etwa 30 Meter lange Hängebrücke über einen Fluss führen. Ich fühlte mich dabei etwas wie Indiana Jones, ganz wohl war mir nicht dabei, hinzu kam noch der unerträglich starke Wind. Wenn jetzt Handy, Schlüssel oder sonst was runterfallen würden, hätte ich ein riesiges Problem gehabt...

1DX 0769 mIch schaffte es denoch wohlbehalten, am Gletscher anzukommen. Außer mir verirrten sich noch einige Andere dorthin. Der Wind war teilweise so stark, dass ich kaum die Kamera ruhig für ein scharfes Foto halten konnte. Unterwegs teilte mir Heida, die gastgeberin meiner nächsten Unterkunft noch mit, dass ich gerne ab sofort schon kommen könne, da ihr letzter Gast sehr früh abgereist sei. Das kam mir sehr gelegen, da ich mich nach der Nacht im Auto doch ziemlich stark nach einer Dusche sehnte. Also begab ich mich zurück zum Auto und brach die letzten 30 Kilometer zur Unterkunft auf.

5D4 3605 mZunächst erledigte ich in Höfn jedoch einige Einkäufe und tankte das Auto voll. Ich war um 12:30 Uhr dort, es musste gerade Mittagspause einer ind er Nähe befindlichen Mädchenschule stattgefunden haben. Auf jeden Fall wimmelte es in dem Supermarkt von Mädels, die sich für ein paar Kronen ihr Mittagessen kauften.

Um etwa 13 Uhr war ich dann in Heidas Unterkunft angekommen. Es empfing mich eine überaus freundliche Dame, deren gute Bewertungen mir bei AirBNB aufgefallen sind. Sie erfüllten sich ausnahmslos alle als wahr.

mazdaDie Unterkunft war wirklich außerordentlich gut und die Gastgeberin und ihr Mann extrem freundlich und zuvorkommend. Sie machten mir am Abend sogar etwas Warmes zu essen, was bei Buchungen über AirBNB eigentlich nicht üblich ist. So kamen wir auch sehr gut ins Gespräch. Es war sehr angenehm. Heida bot sogar an, mich zu wecken, falls es Polarlichter geben würde.

5D4 3619 mDas war aber gar nicht nötig, denn die Polarlichter erschienen recht früh am abend, so dass ich mich gleich fertig machen und losziehen konnte. Ich wollte erst zum Fláajökull fahren, da dieser eine schöne Kulisse für Fotos abgeben würde, aber der starke Wind würde das zunichte machen. Daher war die Standortwahl sehr schwierig, überall herrschte starker Wind. Doch ein paar Kilometer hinter Höfn in Richtung Vestrahorn fand ich eine recht ansehnliche Stelle. Es ist am Allmannaskardpass, wo jetzt ein 1.300 Meter langer Tunnel durch das Bergmassiv führt. auch dort wehte ein heftiger Wind. Ich musste das Stativ festhalten, dass es nicht umkippte und einigermaßen scharfe Aufnahmen gewinnen zu können.

5D4 3627 mLetztendlich war ich jedoch sehr zufrieden mit den Ergebnissen, so dass ich nach etwa 30 Minuten den Heimweg antrat und auf keine weitere Polarlichtaktivität abwartete. Zuhause angekommen sichtete ich zufrieden das Bildmaterial und ging dann auch recht schnell schlafen, denn am nächsten Tag erwartet mich eine Mammutetappe zurück nach Selfoss mit über 400 Kilometern Fahrtstrecke. Gute Nacht und bis morgen!