5D4 3270 mIch melde mich hiermit mit dem vierten Hauptteil meines Resieblogs zu Wort. Entschuldigt bitte, dass ich zwei Tage im Verzug bin. Aber die Fülle an Eindrücken, das (mir selbst) auferlegte "Programm" und der eine oder andere unvorhersehbare Zwischenfall sowie die Übernachtungen im Auto lassen mir kaum Zeit zum Schreiben. Ich muss ja auch noch irgendwann schlafen. Aber nun genug der Worte, hier der vierte Tag.

Ich nächtigte im Grábrók Guesthouse ganz in der Nähe einiger alter Vulkankrater. Mein Plan war eigentlich, den gleichnamigen Krater zu besteigen und vor allem mit der Drohne zu überfliegen. Aber aufgrund der späten Ankunft am Vorabend sowie extrem starken Windes strich ich den Krater kurzerhand aus meinem Vorhaben. So erfreute ich mich vor allem am Abend der heilen Ankunft und ruhte mich aus. Am nächsten Tag war eine frühe Abfahrt geplant. Auch die erste Etappe, der Kerid-Krater, ließ ich aus den gleichen Gründen wie den Grábrók-Krater aus, der Wind war einfach zu stark. Hier habe ich aber noch später die Möglichkeit, das spontan nachzuholen, da ich ein paar Tage später nochmals in die Gegend des Kerid-Kraters kommen werde. Mein erstes Etappenziel sollte also der Strokkur Geysir sein. Nach einem Zwischenstopp in Borgarnes an der Küste, fuhr ich weiter in Richtung Reykjavík. Ich überlegte kurz, den Fjord entlang zu fahren und am Glymur vorbei zu schauen, verwarf das dann aber aufgrund der Fülle meines Tagesprogramms und nahm letztendlich den "Hvalfjardargöng" -also den Tunnel. Kurz vor der Einfahrt machte ich einen Halt und entsorgte meinen Müll in einem Container. Es ist nicht gerade ein schöner Anblick, am frühen Morgen einen kotzenden Asiaten zu sehen, aber ihm war die Fahrt und eventuell das Wetter nicht so bekommen, so dass er an der gleichen Stelle ebenso einen Zwangsstopp machen musste.

5D4 3275 mMit einem kleinen Trauma fuhr ich durch den Göng (lol) vorbei an den Millionen Blitzern darin (wehe, es schimpft nochmal jemand über die Blitzer in Bad Mergentheim) und kam schließlich urz vor Reykjavík raus. Doch kurz vorher muss man links abbiegen in Richtung Thingvellir. Von dirt aus sind es lediglich 40 km. Das Thingvellir ist ein großer Nationalpark mit dem gleichnamigen See: Thingvallavatn. Eigentlich wollte ich das Gebiet auf dem Weg zum Geysir nur durchfahren, aber aufgrund des schönen Wetters und nur eines kleinen Umwegs entschied ich mich dann doch dazu, Thingvellir (gesprochen "think-vet-lir" mit dem englischen th) zu besuchen. Eintritt kostet es ja keinen. Im Thingvellir wurden bereits vor über 1.000 Jahren Volksversammlungen abgehalten. "Thing" bedeutet altisländisch "Volksversammlung".

1DX 0678 mAlso fuhr ich einen der Parkplätze an. Eine der Neuerungen gegenüber meinem letzten Besuch in 2015 war nun die "Parkscheinlösepflicht". 500 Kronen kostet ein Parkticket, das sind umgerechnet 4 Euro, bezahlbar bequem mit Kreditkarte. Ich plante zwar keinen langen Aufenthalt, aber bevor mein Auto von Thors Hammer zerschlagen werden würde, löste ich einen Parkschein. Das schöne Wetter ausnutzend, lief ich eine ganze Weile, ehe sich aus Richtung Küste eine Schneefallwand ankündigte. Ich erinnerte mich an den Spruch "Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte einfach 5 Minuten". Dieser Spruch hat auch in umgekehrter Reihenfolge Gültigkeit: "Wenn das Wetter gut ist, beeil dich, denn du hast nur 5 Minuten". So in etwa wars dann auch. Heftiger Schneefall setzte ein, der viele Besucher, und auch mich, zum Aufbruch bewegten. Aber nach 5 Minuten war auch dieser vorbei, im Laufe der weiteren Fahrt herrschte wieder bestes Winterwetter.

5D4 3281 mIch näherte mich dem Strokkur im Hochtemperaturgebiet des Haukadalur. Schon etwa 15 Kilometer vorher war durch die Lüftung des Autos ein eindeutiger Schwefelgeruch wahrnehmbar. Und bevor dem Leser jetzt unkeusche Gedanken durch den Kopf schwirren: der Geruch kam von AUSSEN! Dann war er da: der Parkplatz vor dem Geysir. Und mit ihm etwa elf Millionen weitere Touristen. Ich erwischte genau die Hauptzeit um etwa 14 Uhr. Auch Google Maps vermeldete "außergewöhnlich viele Besucher" des Strokkur. So fuhr ich kurzerhand zum nur 10 Kilometer entfernten Gullfoss, dem goldenen Wasserfall. Dort war etwas weniger los. Verständlich, denn die Touristenfahrten starten für gewöhnlich von Reykjavík und Umgebung und klappern eine Sehenswürdigkeit nach der anderen ab. Am Gullfoss war ich dem Hauptstrom offensichtlich ein paar Minuten voraus. Hier machte ich also ein paar Bilder des goldenen Wasserfalls, der von einem Regenbogen verziert war. Die rötliche Farbgebung am oberen Bildrand rührt von einem sogenannten Farbverlaufsfilter her, der nur dem oberen Bildteil eine Farbgebung verleiht. Mir hat das ganz gut gefallen, also hab ichs so gelassen :). Der Weg zurück führte mich wieder am Geysir vorbei. Dort war die Besuchersituation unverändert, so dass ich ich dazu entschloss, den Geysir erst mal auszulassen. Auch hier könnte ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zurückkehren.

5D4 3336 mDie nächste Etappe führte mich zum etwa 70 km entfernt gelegenen Hjalparfoss. Der eine oder andere wird sich jetzt vielleicht fragen, weshalb ich wegen ein bisschen fallenden Wassers solche Fahrtstrecken auf mich nehme. Ich habe mich für diesen Wasserfall entschieden, weil er eben aufgrund der Entfernung außerhalb der Reichweite der Touristen liegt. So kam es dann auch. Zudem haben mich die Bilder im Internet angesprochen und somit wollte ich selbst einmal Fotos davon machen. Als ich dort ankam, stand nur ein einziges Auto am Parkplatz, der direkt am Wasserfall liegt. Dieses Auto fuhr aber sogleich weiter, so dass ich allein war. Leider setzte zeitgleich heftiger Sturm und Schneefall ein. Ich dachte wieder an besagten Spruch mit den 5 Minuten. Allerdings waren es dieses Mal etwas längere 5 Minuten, so dass es eine gute halbe Stunde dauerte, bis ich den in etwa 70 Metern Entfernung liegenden Wasserfall wieder erkennen konnte. Zwischenzeitlich hielten vier Jugendliche am Wasserfall an, stapften ohne Jacke durch den Schnee, machten ein paar Fotos, johlten rum, ließen auch noch eine leere Getränkeflasche einfach so stehen und fuhren wieder davon. Muss man nicht verstehen, aber so ein Verhalten prägt dem Tourismus nicht gerade eine positive Marke auf. Also... den Hjalparfoss konnte ich mehr oder wenger erfolgreich ablichten. Leider machte die Lichtsituation nicht so mit, wie ich das gerne gehabt hätte, und ich wäre dort auch gerne mit der Drohne geflogen, aber auch hier mal wieder: der Wind...

5D4 3359 mWeiter ging es in Richtung Selfoss. Knapp 90 Kilometer Fahrt lagen vor mir, die bei bestem Wetter ohne Zwischenfälle verlief. Der eine oder andere Fotostopp musste bei dieser genialen Landschaft einfach sein. In Selfoss besprgte ich mir noch etwas Bargeld, gab dem Mazda und mir etwas zu futtern und fuhr in Richtung Unterkunft, dem "Kálfholt Guesthouse". Auf dem Weg dorthin und nur etwa 4 Kilometer davon entfernt, fiel mir die Wegweisung zum "Urridafoss" auf, zu welchem ich auch Bilder im Internet gesehen hatte. Ich rgriff die Gelegenheit, machte einen kurzen Abstecher dorthin und nahm ein paar Bildchen auf. Der Urridafoss, dessen Wassermassen des Flusses "Tjorsá" etwa 6 Meter tief fallen lässt und das auf eine Breite von 40 Metern, gilt als Islands wassereichster Wasserfall.

So... das wars bildertechnisch. Ich erreichte die Unterkunft und war ob der langen Fahrtstrecken ziemlich geschlaucht, so dass ich recht schnell das Bett suchte. Zum Glück nahm ich alle meine Habseligkeiten aus dem Auto mit in die Unterkunft. Weshalb, das erfahrt ihr im nächsten Teil meines Blogs :).