So... ich melde mich aus dem von einer leichten Schneedecke eingehüllten Reykjavík. Die Reise verlief weitgehend ohne Zwischenfälle. Die Betonung liegt auf "weitgehend". Doch der Reihe nach... :)

Ich hatte im Voraus ja alles recht großzügig geplant, so auch die Zugfahrt nach Frankfurt an den Fraport. Abfahrt aus Bad Mergentheim um 07:34 Uhr, Ankunft am Flughafen um 09:55 Uhr. So war der Plan. Die großzügig berechnete Fahrtzeit mit der Deutschen Bahn zahlte sich aus, denn der Abflug war ja erst um 13:35 Uhr. Doch aufgrund einer Weichen- und Signalstörung standen wir vor Aschaffenburg erst mal in der Pampa rum. Nichts ging mehr weiter, erst nach einigen Minuten kam die Durchsage des Lokführers, dass sich die Weiterfahrt um etwa 40 Minuten verzögert. Also kein Grund zur Sorge... :). Ich kam dann schließlich um 10:35 Uhr am Fraport an. Noch schnell zum Terminal 2 shuttlen lassen, nach erfolgtem Onlinecheckin von Zuhause aus am Abend zuvor konnte ich mich auch gleich direkt zur Gepäckabgabe (mit der kurzen Schlange) begeben. Sicherheitskontrolle und dann hieß es Warten. Warten und Beobachten... Warten und Beobachten und Wundern... was geht in Mitmenschen asiatischer Herkunft vor bzw. welchen Zweck verfolgen diese, jeden Schritt und jeden Meter via Skype mit dem Gegenüber (wohl aus China/Korea/Japan?) verbunden zu sein? Klar... ich teile mich hier schließlich auch mit, aber diese Beobachtung heute war doch extrem. Das Handy der guten Frau lag auf dem Gepäckwagen, so dass sie ihren Gesprächspartner und er sie sehen konnte. Mit einer Hand wurde ein Kleinkind getragen, mit der anderen Hand der Wagen geschoben... Gut... andere Länder...

tag01 glorie mDann ging es planmäßig los. Keine Verspätungen dieses Mal, schließlich war London ja außen vor :). Sitzplatz 28F, ein Platz am Fenster mit Blickrichtung Norden und Nordosten. So konnte ich zeitweise schön den Schattenwurf des Kondensstreifens und des Flugzeugs auf den darunterliegenden Wolken sehen. Zeitweise gesellte sich auch die Lichtstreuungserscheinung einer Glorie hinzu, siehe erstes Bild. Vom darunterliegenden Festland konnte ich nicht viel erkennen, lediglich über dem Atlantik lösten sich die Wolken etwas auf. Hin und wieder konnte ich ein Schiff beobachten.

Das Bordpersonal der Icelandair war sehr nett. Auch die Verpflegung war gut, auch wenn so ein Schinkenkäse-Baguette mit 8 Euro doch sehr überteuert ist. So etwas gehört meiner Ansicht nach wie bei den meisten Airlines in den Flugpreis inbegriffen. Der Flug an sich verlief auch sehr ruhig.

tag01 faroer mHin und wieder lichteten sich die Wolken und mitten auf dem Atlantik erschien plötzlich Festland. Es waren die Faröer-Inseln, die zwischendurch recht gut zu erkennen waren. Und so landeten wir um 16:20 Uhr Ortszeit in Keflavík. Das Gepäck aufgegriffen und ab zum Autoschalter. Die Übergabe verlief problemlos, der reservierte Ford Kuga stand auch schon bereit, der Motor lief und das Auto war schön warm. Also begab ich mich auf die Fahrt in Richtung Reykjavík zur ersten Unterkunft.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich auch bei fremden Autos das Gaspedal mal testweise auslote. So tat ich dies auch bei dem Kuga und wollte mal sehen, was die 150 Diesel-PS so können. Ich wunderte mich noch, warum ob fehlender Beschleunigung der Drehzahlmesser hochging. War es etwa schon so glatt? 3 Grad zeigte das Außenthermometer an. Könnte sein, ja. Aber der Geruch, der den Innenraum erfüllte, gefiel mir gar nicht. Ein paar Meter weiter tat sich das Auto schwer, überhaupt noch zu beschleunigen, wieder ein paar Meter weiter konnte es nicht mal die Geschwindigkeit halten. Ich rollte gerade noch von der Hauptstraße 41 runter und kam auf dem Kreisverkehr in Richtung Grindavík zum Stehen. Toll... fängt ja gut an. Ich rief den Menschen von der Autovermietung an und begrüßte ihn mit "the clutch of the car you gave me just fucked up right now!". "Oh... ok.", war die wenig begeisterte Antwort.  Dennoch reagierte er professionell. Ich schilderte ihm meinen Standort und etwa 20 Minuten später kamen zwei Mann mit einem Mazda CX-5. Mit diesem konnte ich die Hauptstadt und meine erste Unterkunft auch schließlich erreichen :).

tag01 harpa mDie Unterkunft befindet sich in einem mehrstöckigen Apartement. Ich ging nochmal los, um Verpflegung einzukaufen, denn am morgigen zweiten Tag steht eine größere Etappe an den Kirkjufell in etwa 300 Kilometern Entfernung an mit dortiger Übernachtung im Auto. Ich denke aber, dass ich im nahegelegenen Ort Grundarfjördur eine Mahlzeit finden kann. Fürs leibliche Wohl sorgte heute Abend die Firma KFC. Zuhause in Deutschland muss man diese Filialen regelrecht suchen, hier sind diese Dinger gefühlt alle 250 Meter vorhanden. Ich bin jetzt nicht höchst begeistert von dem Zeug, aber es ist immerhin einigermaßen preiswert. Für umgerechnet enen Zehner konnte ich heute abend warm essen. Der Heimweg führte mich dann noch am Harpa Konzerthaus vorbei. Dieses futuristisch anmutende Gebäude erstrahlt des nachts in den Farben der Aurora borealis. Ein schöner Anblick und ein Muss für den Fotofreund. Die letzten beiden Tage verbringe ich ja ebenfalls in Reykjavík. Da werde ich wahrscheinlich nochmals zur Harpa gehen, dann mit mehr Zeit.

So... jetzt heißt es gute Nacht, morgen geht es wie erwähnt an den Kirkjufell über der Snaeffelsnes Halbinsel!