10 02 reykjavikAm zehnten und vorletzten Tag bestand der Tagesplan lediglich aus der Weiterfahrt nach Reykjavík. Weiter stand nichts auf dem Programm, so dass wir den Aufenthalt im Lambalækur Gästehaus nach hinten in die Länge gezogen haben. Ein ausgiebiges Frühstück und eine angenehme Unterhaltung mit Amanda, einer Frau aus Pennsylvania rundeten den Aufenthalt dort ab. Erst nach Mittag haben wir die Weiterreise nach Reykjavík angetreten. Nach gut eineinhalb Stunden und 80 Kilometern Fahrt erreichten wir die Hauptstadt. Dieses Mal sind wir die 6 Kilometer durch den Hvalfjarðargöng –den Tunnel- gefahren. Es ist eindrucksvoll, wie steil die Ab- und Auffahrt in und aus dem Tunnel erfolgt. Es ist auch leicht vorstellbar, wie viel Zeit man durch diesen Tunnel sparen kann. In dieser Region sind mir im Übrigen auch die einzigen Stellen aufgefallen, an denen auf Island geblitzt wird... Dieser Youtube-Clip gibt euch vielleicht einen kleinen Eindruck der Fahrt durch den Tunnel.

In Reykjavík angekommen, haben wir nach einem Besuch im KFC direkt die Unterkunft angesteuert. Thor’s guesthouse in der Skólavörðustígur war schnell gefunden, das Einchecken gestaltete sich jedoch nicht ganz reibungsfrei. Ich hatte eine Standardnachricht erhalten, nach welcher ich eine weiße Tür mit rotem Herz aufsuchen sollte. Nur war keine solche Tür zu finden. Ein Anruf jedoch brachte Aufklärung, dass das rote Herz gestohlen worden ist. So kamen wir dann doch noch zu unserer Unterkunft, ein Appartment inmitten von Reykjavík, keine 200 Meter von der Hallgrímskirkja entfernt. Idealer und zentraler hätte es nicht liegen können. Für gerade einmal 50 Euro pro Nacht und Nase ist das wirklich traumhaft.

10 05a hallgrimskirkjaNach dem Auspacken und dem Organisieren des Gepäcks aufgrund der kurz bevorstehenden Abreise, haben wir uns in Richtung Krysuvík aufgemacht, einem Hochtemperaturgebiet, an welchem man den aktiven Vulkanismus auf der Insel mit Leib und Seele spüren kann: kleine Geysire, blubbernde Schlammtöpfe und dampfende heiße Quellen in Verbindung mit Schwefelgeruch ließen erahnen, wie es unter diesem Gebiet rumoren muss. Aufgrund des starken Regens war ich der Einzige, der das Auto verlassen hatte. Karin und Katrin bevorzugten die Mimimiii-Methode und blieben im Trockenen, während ich wenigstens einmal die Dichtigkeit meiner Goretex-Kleidung testen und Island von der „anderen“, regnerischen Seite erleben wollte...

Dennoch haben wir beschlossen, nach dem Besuch Krysuvíks wieder nach Reykjavík zurückzukehren, da der Regen keine Anstalten gemacht hatte aufzuhören. In Reykjavík angekommen, hat der Regen doch schnell nachgelassen und dementsprechend stand am frühen Abend eine erste Erkundung der Stadt auf dem Programm. Unmittelbar gegenüber der Unterkunft war ein Souvenir- und Bekleidungsgeschäft, in welchem ich mich erst einmal weiter eingedeckt hatte. Ein Gang zur Hallgrímskirkja war auch schnell geschehen. Ich bin jedesmal fasziniert von diesem Gebäude.

10 06 harpaNur wenige Hundert Meter zu Fuß und man ist an der „Sæbraut“, der Straße direkt am Meer. Dort befindet sich unter anderem die Sólfarid (Sonnenfahrt), eine künstlerische Nachbildung eines Wikingerschiffes aus Metall. Nicht weit davon entfernt ist die Harpa Konzerthalle, ebenfalls ein absoluter Hingugger und ein Muss bei jedem Reykjavík-Besuch. Ein faszinierendes Bauwerk, welches seinerzeit im Jahre 2010 über 160 Millionen Euro verschlungen hatte. Deshalb hatte das Gebäude zuvor in der Kritik gestanden, da die Finanzkrise Islands im Jahre 2008 nur kurz zuvor überwunden war und die Regierung nur knapp am Staatsbankrott vorbeigeschrammt war. Doch schnell verflog die Kritik und die Isländer sind nun froh über dieses Wahrzeichen Reykjavíks. Die Fassade des Gebäudes ist komplett aus dichroitischem Glas, welches je nach Sonnenstand und Blickwinkel seine Farbe ändert. Hinzu kommt nach Einbruch der Dunkelheit eine Beleuchtung mit LED, welche das flackernde Polarlicht simulieren soll. Die Harpa während der blauen Stunde stellt ein tolles Fotomotiv dar. Hier ein Video aus dem Innenbereich der Konzerthalle.

10 05 reykjavikWir haben das Konzerthaus auch betreten. Darin befindet sich auch ein Souvenirshop, in welchem wir auch noch ein paar Euro bzw. Kronen haben liegen lassen. Ein wirklich tolles Gebäude von architektonisch hochwertigem Niveau und absoluter Schönheit! Dann hat sich die Frage nach dem kulinarischen Höhepunkt des Tages aufgetan. KFC war raus aus dem Rennen, das in der Harpa befindliche Restaurant „Kolabrautin“ hatte an der Speisekarte keine Preise ausgewiesen, was uns leicht verunsichert hatte. Dann googlete ich nach einer göttlichen Eingebung, ob es in Rexkjavík ein Hard Rock Cafe gibt. Ergebnis positiv: YES! Es hatte zwar wieder leicht zu regnen begonnen, doch das Hard Rock Cafe war nur einige Hundert Meter von der Harpa entfernt. Nach wenigen Metern haben wir es schließlich erreicht und wir haben auch noch ohne Reservierung einen schönen Platz bekommen. Auch dort fiel meine Wahl wieder auf einen netten Burger. Karins Wahl fiel auf Fajita, während Katrin Fisch ausgewählt hatte. Beides nicht meins, ich war mit meinem Burger zufrieden... Dieser Clip zeigt vielleicht einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre im HRC.

Nach einem angenehmen Aufenthalt an diesem Abend sind wir fußläufig zurück in die Unterkunft. Der Regen hatte auch aufgehört, so dass der Heimweg sehr angenehm war und wir noch etwas von Reykjavíks Nachtleben mitgenommen haben. In der Unterkunft angekommen, waren wir dann aber doch ziemlich platt, so dass wir dann schnell die Lichter ausgemacht haben.