07 02 vestrahornOhne nennenswerte Gegenwehr konnten wir am siebten Tage die Unterkunft in Richtung Stokksnes verlassen. Keine 15 Minuten später erreichten wir den Abzweig kurz vor dem Tunnel und stellten unser Auto schließlich auf dem Parkplatz ab. Dort ist ein kleines Café „Viking“ vorhanden, ebenso ein Automat, an welchem man den kostenpflichtigen Zugang zur Halbinsel erwerben kann. 800 ISK kostet der Spaß und das gezogene Ticket muss man an einer automatischen Schranke scannen. Etwa zwei Kilometer weiter stellten wir den Mazda ab und von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zu Fuß über schwarze Dünen zum Strand. Es wurde langsam hell und schätzungsweise sollte es noch gute 20 Minuten bis zum Sonnenaufgang dauern. Es hatten sich bereits eine Handvoll andere Fotografen eingefunden. Ich stellte meine Kamera mit Stativ an einer Stelle auf, an der das Vestrahorn Bergmassiv gut zur Geltung gekommen ist. 07 03 vestrahornDer hellblaue Himmel und die nun aufgehende Sonne hüllten das Gebirge in ein bewundernswertes Licht. Die erst kurz zurückliegende Flut hat jeden Fußabdruck im schwarzen Vulkansand des Strandes verschwinden lassen. Bei der Wahl meines Standorts bedachte ich, die Unberührtheit bestehen zu lassen. Leider waren die anderen Fotografen nicht so rücksichtsvoll und spazierten kreuz und quer über den Strand. Doch zum Glück kam hin und wieder eine höhere Welle und verwischte die Spuren… Zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes war das Meer sehr ruhig... die Wellen reichten zwar weit in den Strand hinein, doch hoch und überraschend kamen diese nicht, so dass Kamera und Fotograf zu keiner Zeit einer Gefahr ausgesetzt war.

07 05 vestrahornDie Sonne erhob sich vollends am Osthorizont und erhellte die Landschaft nun komplett. Die intensiven Lichteindrücke waren nun verschwunden, doch wir dachten noch lange nicht daran, die Zelte abzubrechen. Die ersten Fotografen hingegen sind bereits weitergezogen, wir allerdings veranstalteten noch diverse Fotoshootings mit uns selbst, aber auch mit meiner mitgebrachten Glaskugel. Mit dieser Kugel lassen sich nette fotografische Experimente durchführen. Schwarzer Sand, blauer Himmel, graues Gebirge, Kontraste und Lichtspiele ohne Ende, was will man mehr? Das ist Island! Abwechslungsreich, rau und sanft, idyllisch und zerstörerisch, ruhig und tosend. Noch kein Ort der Erde hat mich mehr durch eine solche Abwechslung berührt wie diese Vulkaninsel.

07 07 vestrahornGegen 10:00 Uhr bewegten wir uns dann doch nochmal zurück zur Unterkunft. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir Heiða noch etwas Nettes ins Gästebuch geschrieben. Sie selbst war leider nicht anwesend, so dass wir uns nicht von ihr verabschieden konnten. Bjarnanes war der östlichste Punkt unserer Islandreise. Der siebte Tag sollte im Wesentlichen ein Autotag sein. 450 Kilometer mussten an diesem Tag zurückgelegt werden, ehe wir in Fluðir bei der nächsten Airbnb-Unterkunft ankommen würden. Im Grunde sind wir denselben Weg der Ringstraße entlang wieder zurück gefahren. Wem das zu langweilig erscheinen mag und sich fragt, warum wir nicht die übrige Runde um Island herum gefahren sind, dem sei gesagt, dass bei einem zweiten Vorbeikommen an einem Punkt sich die Chancen auf gutes Wetter verdoppeln. Insbesondere bei den Autofahrten während der Hinfahrt hat es doch hin und wieder mal geregnet, so dass wir auf der Rückfahrt dann die eingangs ausgelassenen Sehenswürdigkeiten wie den Dverghamrar (die Basaltformation) oder den Kirkjugolf (Mosaikboden aus Basaltsäulen) doch noch bestaunen konnten.

07 11 joekulsarlonAuch an der Jökulsárlón Gletscherlagune und am Diamond beach haben wir nochmals einen kurzen Zwischenstopp eingelegt, da wir schon von der Straße aus erkennen konnten, dass am schwarzen Strand wesentlich mehr und viel größere Eisbrocken herumgelegen haben als es auf der Hinfahrt der Fall war. Es hat sich zudem auch für mich gelohnt, da ich Zeuge wurde, wie ein gigantischer Eisberg unter tosendem Lärm zerbrochen ist und die Eisschollen hohe Wellen verursacht haben. Die Kamera konnte ich zwar zücken und auslösen, aber die wesentlichen Momente konnte ich dabei leider nicht einfangen. Hier habt ihr auch noch einen Videoeindruck, wie es im Inneren eines solchen kleinen Eisbergs aussieht. Für solche Spielereien ist die GoPro wirklich eine nette Sache...

Eine gute Stunde hat der Aufenthalt gedauert, ehe es weiter in Richtung Westen gegangen ist. Wir haben nochmals in Vík y Mýrdal für Einkauf und Tanken angehalten. Auch das eine oder andere T‑Shirt landete noch im Warenkorb. Ich rechnete die ISK schon gar nicht mehr in Euro um, ich werde es ja am Monatsende an der Kreditkartenabrechnung sehen…

07 15 vikEher spontan hatten wir am Vorabend einen Besuch in der „Gamla laugin“, der Secret lagoon in Fluðir, unserem Aufenthaltsort gebucht. Mit etwas Verspätung sind wir dann um 17:30 Uhr in Fluðir angekommen. Wir machten uns dann auch gleich für den Badebesuch in der Lagune fertig. Das Schöne war, dass wir von unserer Unterkunft aus keine drei Minuten zu Fuß zur Lagune benötigten. Der Zugang war schnell und unkompliziert, es lebe der QR-Code auf dem iPhone. Bis etwa 20:00 Uhr hielten wir uns in der Gamla laugin auf, eine kleine, überschaubare Badeanstalt mit sehr nettem Personal. Gespeist wird die Lagune von thermal aufgewärmtem Wasser, in unmittelbarer Nähe dazu bricht auch regelmäßig ein kleiner Geysir mit etwa einem Meter Höhe aus. Es waren vielleicht 100 weitere Besucher da, die nach Einbruch der Dunkelheit immer weniger wurden. Am Ende waren wir fast allein. Karin hat die Lagune vorher verlassen, da sie sich für eventuell auftretende Polarlichter vorbereiten wollte. Polarlichttechnisch sind wir an diesem Abend zwar leer ausgegangen, doch übrige Eindrücke haben wir an diesem Tag mehr als genug gewonnen. 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des siebten Tages:.

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Stokksnes

Stokksnes Ich im Einsatz
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Glasperlenspiel Auf Tuchfühlung Unser CX-5
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Der Batman-Felsen Ich am Diamond beach Der Diamond beach
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Eisbruch Eisbruch