Um 06:00 Uhr war die Nacht zu Ende. Das Frühstück stand wie versprochen zubereitet in der Küche. Auch die Gastgeberin gesellte sich zu uns und wir unterhielten uns sehr angenehm. Als Dame älteren Semesters erzählte sie uns interessante Geschichten über sich und die Umgebung. Der geplante Start der Weiterreise verschob sich aufgrund der tollen Unterhaltung, das haben wir jedoch sehr gerne in Kauf genommen.

Um 07:30 Uhr starteten wir in Richtung Kap Dyrhólaey. Die Dämmerung war bereits fortgeschritten, die Sonne schickte sich, über dem Osthorizont aufgehen zu wollen. Eine gut halbstündige Fahrt brachte uns zum Dyrhólaey, welches auch ein Schutzgebiet ist, vor allem im Sommer lassen sich dort zahlreiche Vogelarten beobachten. Besonders die bekannten Papageientaucher sind in den steilen Küstenkliffen beheimatet.

05 01 reynisdrangarVor uns lag also die Steilküste um Kap Dyrhólaey. In weiter Ferne ragten auch bereits gut sichtbar die drei versteinerten Trolle der Reynisdrangar in die Höhe. Direkt daneben kündigte sich die aufgehende Sonne an, so dass wir schnell eine Parkmöglichkeit für das Auto gesucht haben. Ein paar Meter zu Fuß brachte uns an die Steilküste mit einem fantastischen Blick in die Ferne. Ein Wolkenschleier am Horizont und das aufgehende Tagesgestirn hüllten den Himmel in ein unnatürliches orangerotes Licht. Die Kameras klickten wieder und der unvergessliche Anblick wurde für die Ewigkeit festgehalten, auch wenn der Anblick mit dem bloßen Auge unersetzlich ist.

05 08 dyrholaeyNach diesen Eindrücken besuchten wir das Kap Dyrhólaey. Dies ist ein Felsen, der seinen Namen aufgrund der Form erhalten hatte. Dyrhólaey bedeutet Türlochinsel und genauso sieht der Felsen aus: ein Bogen wie ein Schüsselloch. Der Weg dorthin ist nicht ohne und nur für allradgängige Fahrzeuge freigegeben. Doch man wird mit einer fantastischen Aussicht in die Ferne und einem tollen Blick auf den Schlüssellochfelsen belohnt. Leider hatte ich nicht das Weitwinkelobjektiv mitgenommen, so dass ich den Türlochfelsen lediglich mit dem Handy fotografieren konnte. Zum Zeitpunkt unseres Besuches waren wir allein, keine weiteren Touristen scharten sich um uns herum.

05 06 unterwegsNach den gesammelten Eindrücken setzten wir die Fahrt kurz fort, die Reynisfjara, steile Felsnadeln im Meer an einem schwarzen Strand erwarteten uns. Der dortige Parkplatz war schon wesentlich gefüllter, das liegt wahrscheinlich an der besseren Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeit. Aufgrund der enormen Größe des Strandes verlaufen sich die Mengen allerdings. Die Basaltgrotte gleich am Beginn ist noch ziemlich menschenbesucht, je weiter man jedoch ostwärts den Strand entlang geht, desto weniger werden die Besucher. Genauso beeindruckend wie gefährlich ist der rauhe Seegang des Atlantiks. Meterhohe Wellen treffen hier ungebremst auf die schwarze Küstenlinie. An zahlreichen Felsen bricht sich der Wellengang, Gischt spritzt meterhoch empor, Fischgeruch ist zu vernehmen. Die versteinerten Trolle der Reynisdrangar rücken immer näher. Kaum zu glauben, dass die Felsnadeln bis zu 66 Meter hoch ragen. Der Eindruck ist in jedem Falle imposant. Wir hielten uns lange hier auf, insbesondere die Kraft und Wucht des Ozeans hinterließen eindrucksvolle Spuren.

05 09 vikDie Strecke zum nächsten Stopp ist kurz, gerade mal 10 Kilometer sind es bis nach Vík y Mýrdal, einem kleinen Örtchen am ziemlich südlichsten Zipfel der isländischen Hauptinsel. Auch wenn Vík nur 240 Einwohner hat, so wird dort ziemlich jeder Tourist während seiner Reise um die Insel anhalten, und wenn es nur ein Tank- oder Toilettenstopp ist. Vík ist mittlerweile stark auf Tourismus ausgelegt, im vergangenen Jahr wurde ein großer Supermarkt im „Ice Wear“ errichtet. Dort deckten wir uns auch mit Lebensmitteln ein, ehe wir die nächste 70 Kilometer lange Etappe angetreten haben. Der Fjaðrárgljúfur, ein etwa 2 Kilometer langer Canyon erwartete uns. Das Wetter meinte es auch noch gut mit uns, doch als wir den Canyon nach einer guten Stunde erreicht haben, zog es so langsam zu. Dennoch wanderten wir los und erkundeten den Canyon vom oberen Rand aus.

05 11 fjadrargljufurDer Fußmarsch war nicht ohne, wir hatten aber auch einen ordentlichen Zahn drauf. Besucher waren zwar da, aber es hatte sich in Grenzen gehalten. Der Weg ist gut befestigt, teilweise war es jedoch leicht matschig. Am Ende des Canyons hat man einen fantastischen Blick in dieses Ergebnis der Naturgewalten. Ein Wasserfall war auch wieder mit dabei, wobei es in diesem Falle eher einer Wasserrutsche gleich gekommen ist. Wir hatten einige Bilder gemacht und bereits auf dem Rückweg zum Auto setzte leichter Regen ein. Glück gehabt, nass geworden sind wir nicht! Insgesamt war der Canyon auf jeden Fall einen Abstecher wert! Hier gibt es einen Eindruck in bewegten Bildern.

Während der Fahrt wurde der Regen stärker. Bis zur Unterkunft, dem Dalshöfdi Guesthouse, waren es zwar nur knapp 40 Kilometer, doch auf dem Weg dorthin war ein weiterer Stopp vorgesehen. Aufgrund des Regens haben wir uns dazu entschlossen, diesen Stopp am Dverghamrar, einer Basaltformation, auszulassen und stattdessen gleich zur Unterkunft zu fahren.

06 01 nachtAm Dalshöfdi Guesthouse angekommen, hatte uns Díana, die Gastgeberin, empfangen. Sie zeigte uns alles Nötige und wünschte uns einen guten Aufenthalt. Da es im Zimmer etwas kalt war, haben wir Díana gebeten, für etwas mehr Wärme zu sorgen. Sie brachte uns schließlich noch einen kleinen elektrischen Heizer. Dann waren wir zufrieden.

Als Katrin sich dann noch etwas zu Essen zubereiten wollte und sie missverständlicherweise statt in die gemeinschaftliche Küche in das Zimmer der koreanischen Nachbarn gestapft ist und es sich dort gemütlich gemacht hat, was schließlich für Verwunderung bei den anderen Gästen gesorgt hat, war im Nachhinein das Gelächter aufgrund des Missverständnisses groß. Schließlich wurde alles aufgeklärt und Katrin konnte sich doch noch ihre Tomatensuppe machen.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des fünften Tages:.

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Die Reynisdrangar

Die Reynisdrangar Die Reynisdrangar
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Unterwegs... Blick in die Ferne Friedhof in Vík