04 02 seljalandsfossUm 07:00 Uhr starteten wir nach einer angenehmen Nacht weiter die Ringstraße entlang in Richtung Westen. Noch während der Dunkelheit wollten wir damit der Touristenwelle vorauseilen, liegt der erste Wasserfall, der Seljalandsfoss, mit 130 Kilometern Entfernung zu Reykjavík noch in guter Reichweite für Tagestouren mit dem Bus. Dementsprechend ist dort tagsüber auch die Hölle los. Die Lage des Wasserfalls direkt an der Ringstraße tut ihr Übriges dazu. Als wir angekommen sind, waren etwa ein halbes Dutzend Fahrzeuge da und noch kein einziger Bus. So freuten wir uns auf einen weitgehend ruhigen Aufenthalt. Der Himmel war wolkenfrei und wir freuten uns auf tolle Eindrücke...

04 01 seljalandsfossDer Seljalandsfoss dürfte mit dem Skógafoss der bekannteste Wasserfall Islands sein. Die Seljalandsá stürzt hier 66 Meter in die Tiefe. Das Besondere an diesem Wasserfall ist die Tatsache, dass man hinter den Fallvorhang in eine Halbhöhle gelangen kann und quasi hinter dem Wasserfall in die Ebene hinausblicken kann. Besonders zum Sonnenuntergang bieten sich hier märchenhafte Anblicke und Fotomotive. Mithilfe dieses Youtube-Videos könnt ihr einen Eindruck erhalten, wie es als Videoclip hinter dem Wasserfall aussieht. Noch ein Video zeigt den Wasserfall nochmals von hinten heraus und ein dritter Clip zeigt ihn schließlich von der Seite. Unser Aufenthalt in der Morgensonne hatte den Wasserfall im Gegenlicht. Es dauerte nicht lang und die ersten Busse aus Reykjavík sind angerollt. Mehr und mehr füllte sich der Ort mit Touristen, so dass wir uns nach einer guten Stunde Aufenthalt dazu entschlossen hatten, die Weiterfahrt in Richtung Skógafoss anzutreten. Diesen Wasserfall ließen wir aber auch erst einmal aus, da dieser erst in den Nachmittagsstunden im Sonnenlicht liegt und so als besseres Fotomotiv aussehen würde. Dafür parkten wir den Mazda direkt am Skógar Museum und traten einen etwa 20-minütigen Fußmarsch in Richtung Kvernufoss an.

04 09a kvernufossKvernufoss? Nie gehört? Mag sein, ich würde den Kvernufoss auch noch als sogenanntes „hidden gem“ Islands bezeichnen, ist er doch noch ziemlich unbekannt. Hinzu kommt die Tatsache, dass man eben ein paar Meter zu Fuß laufen muss und den Wasserfall nicht von einem Parkplatz aus innerhalb von 50 Metern erreichen kann. Ein paar Meter über matschiges Gelände, ein Klettern über einen Zaun, vorbei an Schafen und manchmal Pferden, Gehen von Trampelpfaden und Überwinden von Felsbrocken gehören dazu, diesen tollen Wasserfall zu erreichen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall und der knappe Kilometer Fußweg ist wirklich machbar. Und der Weg dorthin ist wirklich ein tolles Erlebnis, wie dieses Video vielleicht einen kleinen Eindruck vermitteln mag.

04 11 kvernufossAuch der Kvernufoss ist hinter dem Fallvorhang begehbar. Die Kverna fällt hier etwa 22 Meter tief und meiner Ansicht nach ist der Kvernufoss beeindruckender als der Seljalandsfoss. Insbesondere durch die „Ruhe“ punktet der Kvernufoss. Ruhig ist es allerdings nicht wirklich, denn die Wassermassen prallen ungehindert auf die Felsen und sorgen für ohrenbetäubenden Lärm, wenn man sich in der Nähe aufhält. Aber auch schon die Umgebung vor dem Wasserfall kommt der perfekten Idylle extrem nahe, wie dieses Video zeigt. Hier bieten sich zahlreiche Fotomotive und die aufsteigende Sonne zauberte schließlich auch einen Regenbogen um den Wasserfall herum. Insgesamt haben wir uns vier Stunden dort aufgehalten, der Kvernufoss hat uns einfach nicht losgelassen. Hinzu kommt die Abgeschiedenheit, den Weg vom abgestellten Fahrzeug nehmen nicht viele Touristen auf sich. Hier noch ein kleiner Videoeindruck von hinter dem Wasserfall.

 

04 15a skogafossNach diesen tollen Eindrücken begaben wir uns schließlich zum großen Nachbarn, dem Skógafoss. Dieser lag bereits im Licht der Nachmittagssonne. Das satte Grün der Umgebung flashte die Augen, hinzu kam ein fantastischer Regenbogen, der Bildeindruck war perfekt. Perfekt voll war auch der Parkplatz, es tummelten sich verständlicherweise Hunderte von Touristen am Wasserfall. Dies gehört zum Skógafoss einfach dazu. Hin und wieder erwischt man auch mal einen kurzen Moment, in dem man den Wasserfall ohne Menschen beobachten und fotografieren kann. Die Anzahl an Menschen nimmt auch exponentiell ab, je näher man sich dem Wasserfall nähert. Es gibt dort keine Absperrungen, man kann sich den Wassermassen sehr annähern, wird aber dementsprechend nass, was auch der Grund für die wenigen Leute in unmittelbarer Nähe des Falls ist. Aber gerade dort können imposante Weitwinkelaufnahmen generiert werden, sofern man genügend Tücher für das Trocknen der Objektivlinsen dabei hat. Hier empfiehlt sich das Nutzen einer kleinen Actioncam (z. B. GoPro oder Rollei), da die Linsen ggf. auch mit einem T-Shirt kurz abgewischt werden kann. Mit diesem Video nehme ich euch mit auf die nasse Reise bis zum Skógafoss.

04 16 skogafossNachdem ich schon einige Male am Skógafoss zugegen war, ich aber noch nie die Stufen aufgestiegen bin, nahmen wir dies dieses Mal in Angriff. Gezählt habe ich die Stufen zwar nicht, aber irgendwie müssen die 60 Meter Höhenunterschied überwunden werden. Der Aufstieg ist anstrengend, aber gut machbar. Oben auf der Aussichtsplattform angekommen, bietet sich ein schöner Anblick in die Ebene in Richtung Atlantik. Auch der Wasserfall ist gut sichtbar, doch von unten ist das Erlebnis imposanter. Läuft man die Skóga –dies ist der Fluss- einige Meter aufwärts, so gelangt man bereits nach etwa 100 Metern zu einem weiteren eindrucksvollen Wasserfall. Wenn man noch immer nicht genug hat, steht einem nichts im Wege, den Pfad weiter in Richtung Landesinnere zu gehen, irgendwann landet man in der Þórsmörk und am Ende gar im Landmannalaugar. Beides sind beliebte Wanderziele, vor allem letzteres besticht durch eindrucksvolle und farbenfrohe Landschaften.

Von der Aussichtsplattform am Skógafoss konnten wir in der Ferne bereits unser nächstes Tagesziel erkennen: Kap Dyrhólaey zeigte sich in 30 Kilometern Entfernung bei bestem Wetter deutlich und wir freuten uns auf den nächsten Tag. Nach dem Abstieg begaben wir uns zur Unterkunft, dem Skóga Guesthouse, das in unmittelbarer Nähe zum Skógafoss gelegen ist. Nach einem freundlichen Empfang von Lucy, der Enkelin der Eigentümerin, machten wir es uns erst einmal gemütlich. In rekordverdächtiger Zeit waren alle Kameraakkus am Netz, ein halbes Dutzend an LED leuchtete auf und wir ließen den Tag mit seinen 160 Kilometern Strecke Revue passieren. Da der nächste Tag bereits um 7 Uhr mit der Weiterfahrt beginnen würde, hatten wir das Angebot der Gastgeberin angenommen, unser Frühstück früher zuzubereiten.

04 22 gljufrabuiNach einer kurzen Erholung entschlossen wir uns, noch einmal zum Seljalandsfoss zu fahren. Die 30 Kilometer sind ja keine Strecke. Den Sonnenuntergang verpassten wir leider knapp, dafür haben wir den relativ unbekannten Nachbarn des Seljalandsfoss besucht, den Gljúfrabúi, was auf deutsch so viel wie "Schluchtenbewohner" heißt. Wenn man diesen Wasserfall sieht, der etwa 500 Meter in nördlicher Richtung zum Seljalandsfoss liegt, dann weiß man auch, woher der Name kommt. Man bekommt ziemlich wahrscheinlich nasse Füße, will man dieses Spektakel aus nächster Nähe erleben. Doch der Aufwand des Watens durch knöcheltiefes Wasser lohnt sich: eine kleine und enge Schlucht und tosende Wassermassen stürzen in diese hinab. Und mittendrin: du selbst! Ein klasse Erlebnis mit kostenloser Dusche. Dieses Video zeigt kurz den Eindruck, wie es beim Gljúfrabúi aussieht.

04 23 skogafossnachtDa der Himmel noch immer wolkenlos war und wir Hoffnung auf Polarlichter hatten, begaben Katrin und ich mich in der Nacht noch einmal zum Skógafoss. Der Wasserfall ist nicht beleuchtet, es ist dunkler als der Hintern eines schwarzen Stieres in einer mondlosen Prairienacht, um einmal aus „Big Lebowski“ zu zitieren. Polarlichter hat es zwar keine gegeben, aber der fantastische Sternhimmel beeindruckte auch so. Auf den Bildern zeigte sich aber sogar doch fotografisches Polarlicht in Form von rotem und grünem Schimmern.

 

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des vierten Tages:.

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Auf einem Parkplatz...

Schafe und die Vestmannaeyjar Der Eyjafjallajökull
04 07 unterwegs 04 08 unterwegs 04 09b kvernufoss
Unterwegs... Unterwegs... Der Kvernufoss von der Seite
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 Am Kvernufoss  Frisch abgefüllt...  An der Kverna
04 14 kvernufoss 04 15 skogafoss 04 17 skogafoss
 Ein Selbstportrait an der Kverna Der Skógafoss Gesperrte Wege
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 Blick auf den Parkplatz Seljalandsfoss am Abend Seljalandsfoss
04 21 seljalandsfoss 04 05 vestmannaeyar  
 Der Seljalandsfoss Die Vestmannaeyjar