02 01 thingvellirDer zweite Tag hatte uns mit einem verhangenen Himmel empfangen. Kaum sind wir ein paar Kilometer im Landesinneren in Richtung Þingvellir Nationalpark vorangekommen, hat es sogar zu schneien begonnen. Die Landschaft hüllte sich mit jedem Kilometer landeinwärts mehr und mehr in eine weiße Zuckerschicht. Das Auto piepste und gab eine Glatteiswarnung von sich, doch ganz so schlimm ist es nicht geworden. Die knapp 50 Kilometer von Reykjavik legten wir gemütlich zurück. Im Nationalpark angekommen war es soweit trocken, doch der Himmel zeigte sich in einem Einheitsgrau und ließ die Sonne nicht durch. Dennoch genossen wir die Aussicht vom großen Parkplatz am Besucherzentrum auf das Tal hinab. Die markante Þingvallakirkja mit den fünf süßen Häuschen daneben ist einfach ein Hingucker. Das Tal wird vom Fluss Öxará durchzogen. Der nach dem Fluss benannte Wasserfall, der Öxarárfoss fällt knapp eineinhalb Kilometer entfernt über eine etwa 20 Meter hohe Abbruchkante und schlängelt sich im Anschluss durchs Tal, ehe er unweit der Kirche in den Þingvallavatn, einen 84 Quadratkilometer großen See fließt. Hier könnt ihr unter diesem Youtube-Link einen kurzen Zeitraffer ansehen, wie ich mich dem Öxarárfoss annähere. Ein zweiter Videoclip zeigt die Umgebung und den weiteren Verlauf der Öxará. Da sieht man auch schön das nicht ganz optimale Wetter.

02 02 oxarafossWir durchwanderten die sogenannte Allmannagjá (dt. „Allmännerschlucht“). Diese wird deshalb so genannt, da vor 1.000 Jahren die gesamte Wikingerbevölkerung Islands an dieser Stätte zusammengekommen ist, um dort Recht und Gesetz zu verkünden. Das sogenannte Althing ist demnach eines der ältesten Parlamente und macht das Þingvellir damit zu einer historischen Stätte. Immer wieder klaffen Risse und Spalten im Erdboden. Dieses Areal befindet sich auf der Bruchkante der eurasischen und nordamerikanischen Kontinentalplatte. Nach einer Wanderung von 12 Kilometern quer durch das gesamte Tal kehrten wir zum Auto zurück und fuhren in Richtung Geysir. Für die 60 Kilometer benötigten wir eine Stunde. Unterwegs öffnete sich der Himmel wieder und es regnete und schneite, so dass wir zuerst den Gullfoss, den „Goldenen Wasserfall“ angesteuert haben, der etwa 10 Kilometer weiter entfernt liegt. Auch da wieder sehr viele Schneeflocken und Touristen. Wir haben einen kurzen Blick auf den Wasserfall geworfen und haben beschlossen, zum gebuchten Hotel in der Nähe des Geysirs zu gehen und abzuwarten, ob sich das Wetter bessern würde.

02 06 geysirIm Hotel angekommen und eingecheckt, haben wir uns erst einmal ausgeruht. Tatsächlich hörte es am Nachmittag auf zu regnen. Die Essenszeit rückte aber immer näher, so dass wir nur kurz zum Geysir geschaut haben. Strokkur, der bekannteste und aktivste Geysir, ist immer einen Besuch wert. Etwa alle fünf bis acht Minuten bricht er aus, indem eine Blase heißen Gases die Wasseroberfläche durchbricht und er je nach Stärke bis zu 30 Meter in die Luft schießen kann. Hin und wieder bricht er mehrmals hintereinander mit kurzen Fontänen aus. Begleitet von beißendem Schwefelwasserstoffgeruch ist man hier mit Leib und Seele ganz nah am aktiven Vulkanismus.

Auch das übrige Areal ist durchzogen von Löchern im Boden und überall dampft und stinkt es heraus. Hier seht ihr eine Strokkur-Eruption als Video-Clip. Nachdem der Regen langsam wieder stärker wurde, haben wir uns erneut ins Hotel zurückgezogen und unser erstes warmes Abendessen genossen. Ein Steakburger für umgerechnet 22 Euro hat dann doch sehr gut geschmeckt, auch wenn uns bekannt war, dass ein warmes Essen in einer touristisch sehr gut erschlossenen Gegend auf Island noch teurer ist als ohnehin. Nach dem Essen haben wir noch besprochen, was der dritte Tag mit sich bringen würde. Es wurden noch alle Kameraakkus an die Ladegeräte angeschlossen und dann setzten wir uns zur Ruhe...

Hier noch eine weitere Auswahl an Bildern des zweiten Tages:.

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Die Öxará

Die Þingvallakirkja Die Þingvallakirkja
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Momentaufnahme des Strokkur beim Ausbrechen Momentaufnahme des Strokkur beim Ausbrechen Der Strokkur in der Morgendämmerung