00 reisefuehrerIsland. Die größte Vulkaninsel der Erde. Mit gut 103.000 Quadratkilometern besitzt diese etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands, hat aber mit 350.000 Einwohnern die dünnste Besiedlung in Europa. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt im Gebiet um die Hauptstadt Reykjavík. Schon die drittgrößte Stadt Islands Hafnarfjörður hat weniger Einwohner als mein Heimatstädtchen Bad Mergentheim. Pro Jahr besuchen etwa drei Millionen Touristen die Vulkaninsel und übertreffen damit die Einwohnerzahl um das Zehnfache. Noch beeindruckender ist die Tatsache, dass zu den Spielen der Fußballwelt- und Europameisterschaften jeweils mehr als 10 Prozent der isländischen Bevölkerung in den Fußballstadien in Russland bzw. Frankreich waren.

Das Land, die Menschen und die Sehenswürdigkeiten heben Island auf den Status als fotografisches Paradies schlechthin an. Grund genug für mich, die Insel nun zum dritten Mal zu besuchen. Angefangen hat dies im Jahre 2015, als Timm Kasper aus Ottobeuren, mit welchem ich schon in Namibia unterwegs war und einige Fotoausstellungen durchgeführt hatte, den Vorschlag gemacht hatte, einmal Island zu bereisen. Gesagt, getan. Im Spätherbst 2015 tourten wir das erste Mal über 2.000 Kilometer über die Insel. Leider hatten wir mit dem Wetter kein großes Glück, auch wenn wir in mehreren Nächten Polarlichter, die sogenannte Aurora borealis, sehen und auch fotografieren konnten. Ein gutes Jahr später bereiste ich Island allein und erlebte die Insel in winterlichen Konditionen. In einer der Nächte sind damals über 80 cm an Neuschnee in Reykjavík gefallen, ein 80 Jahre alter Rekord war damit gebrochen worden. Und ich war dabei und steckte mehrere Stunden in einer Straßensperrung fest. Mit dem Wetter hatte ich im Februar 2017 mehr Glück und konnte ebenfalls in einigen Nächten Polarlichter beobachten, dafür hüllte sich fast die komplette Insel in eine geschlossene Schneedecke, so dass ich von der Landschaft nicht allzu viel sehen konnte.

00 planSo hatte sich im Frühjahr 2018 ergeben, dass ich mit zwei bekannten Fotokolleginnen meines Fotostammtisches Island erneut bereisen würde. Die Planung ist schnell auf die Beine gestellt gewesen, im Wesentlichen zog ich die Tour der vergangenen Reise heran. Es besteht zwar grundsätzlich die Möglichkeit, Island entlang einer Straße komplett zu umrunden. Die sogenannte Ringstraße (Hringvegur) umrundet die Insel einmal komplett auf einer Strecke von 1.330 Kilometern. Ich habe es jedoch vorgezogen, nicht die gesamte Ringstraße zu befahren, sondern nur bis zum östlichen Teil Islands, zur kleinen Hafenstadt nach Höfn. Das mag zwar langweilig erscheinen, aber ich lege bei solchen Reisen großen Wert auf gutes Wetter mit angenehmen Lichtverhältnissen. Wenn es einen Umkehrpunkt einer Reise gibt, so wird jeder Ort zweimal passiert, was die Chance auf gutes Wetter verdoppelt. Diese Rechnung ist aufgegangen. Mit dem Wetter hatten wir sehr großes Glück, bereits zwei Tage nach unserer Rückkehr nach Deutschland ist auch im Süden Islands großflächig Schnee gefallen.

Die Planungen und Buchungen haben also bereits im März 2018 stattgefunden. Vom 2. Oktober bis 13. Oktober machten wir Island unsicher. Die Unterkünfte wurden via Airbnb gebucht. So sparten wir bei den Übernachtungen doch einiges an Geld, da die Hotels auf Island in der Regel sehr teuer sind. Dennoch waren unter den Übernachtungsstandorten auch zwei Hotels dabei, nämlich am Geysir "Strokkur" und am bekannten Wasserfall des Skógafoss.

11 Tage, 3 Personen, 2.533 Kilometer Fahrstrecke, 92 Kilometer Wanderung, 4.200 Fotos, 140 Videos, 14 Eimerchen Skyr, 10 Tüten Zimtschnecken und gefühlte 5 Kilogramm Kartoffeln sind die Eckdaten der Reise. Nach der Landung in Keflavík verbrachten wir die erste Nacht in einer Airbnb-Unterkunft in Reykjavík. Ein sehr geräumiges und schön eingerichtetes Appartement machte uns den Aufenthalt auf Island schmackhaft und wir freuten uns nach dem anstrengenden ersten Tag über die erste Ruhe und das bevorstehende Abenteuer. Der Þingvellir Nationalpark und der Geysir im Haukadalur Geothermalgebiet sowie der Gullfoss (der „goldene Wasserfall“) standen am zweiten Tag auf dem Programm. Diese am sogenannten „Golden circle“ gelegenen Sehenswürdigkeiten liegen in unmittelbarer Nähe von Reykjavík, so dass dorthin viele Tagesfahrten mit Bussen unternommen werden. Dementsprechend sind sehr viele Touristen anzutreffen.

Tag 3 hat weitere Wasserfälle wie den Hjálparfoss, den Haífoss sowie den Þjófafoss vorgesehen. Die Wasserfalldichte ist vor allem im Süden des Landes in der Nähe der Gletscher des Mýrdalsjökull oder des Vatnajökull sehr hoch.

Der vierte Tag der Reise führte uns zu den bekanntesten Wasserfällen Islands, dem Seljalandsfoss und dem Skógafoss. Diese beiden Wasserfälle liegen in knappen zwei Autostunden Entfernung zu Reykjavík direkt an der Ringstraße. Daher werden viele Touristen per Bus dorthin gekarrt. Oftmals steigen diese nur aus dem Bus aus, machen einige Bilder und reisen dann weiter. Dementsprechend bleiben viele Geheimnisse, sogenannte „Hidden gems“, den meisten Besuchern Islands verborgen. Unweit des bekannten Skógafoss beispielsweise liegt in nur 15 Fußminuten Entfernung der „Kvernufoss“, ein 22 Meter hoher Wasserfall, der an Schönheit mit den beiden großen Brüdern Seljalandsfoss und Skógafoss locker mithalten kann, die beiden aber an Unberührtheit um ein Vielfaches übertrifft.

Am fünften Tag hatte uns die Reise zum Black beach nach Reynisfjara geführt. Das in der Nähe gelegene Kap Dyrhólaey bietet ebenfalls eindrucksvolle Ansichten. Eine Pause in Vík y Mýrdal stellte den südlichsten Punkt der Fahrt dar, ehe eine kleine Wanderung zum Fjaðrárgljúfur Canyon angestanden hatte. Ganz in der Nähe hatte sich auch die Airbnb-Unterkunft befunden.

Halbzeit am sechsten Tag standen die Besichtigung der Gletscherzunge des Svínafellsjökull und einer Torfkirche auf dem Programm. Eine etwas weitere Wanderung zum „Svartifoss“, dem „schwarzen Wasserfall“ sorgte für ausreichend Bewegung an diesem Tag. Zahlreiche große und kleine Gletschereisbrocken liegen am sogenannten „Diamond beach“ herum. Zusammen mit dem schwarzen vulkanischen Sand des Strandes ergeben sich hier außerordentliche Fotomotive. Gleich gegenüber befindet sich die bekannte Gletscherlagune des „Jökulsárlón“. Hier mündet die Gletscherzunge des Breiðamerkurjökull in einen 18 Quadratkilometer großen See, welcher über einen kurzen Fluss direkt in den Atlantik fließt. Die dort abbrechenden Eisberge werden zermalen und vom Meer wieder an den Strand gespült, wo sie schließlich als „Diamanten“ auf dem schwarzen Sand enden.

Bjarnanes bei Höfn und die Stokksnes Halbinsel waren am siebten Tag unsere Ziele. Nachdem ich bereits im letzten Jahr bei Heiða in Bjarnanes meine Unterkunft gebucht hatte und ich von der Gastfreundschaft und Idylle des Örtchens und der Unterkunft so angetan war, entschloss ich mich, auch dieses Mal wieder dort per Airbnb unterzukommen.

Der achte Tag hatte im Wesentlichen aus einer über 400 Kilometer langen Fahrt zurück in Richtung Reykjavík bestanden. Die nächste Airbnb-Unterkunft hatte sich in weniger als 100 Metern zur „Gamla laugin“, einer kleinen Thermallagune befunden. Wir hatten die Gelegenheit natürlich genutzt und sind dort baden gegangen. Eine Wohltat nach der langen Fahrt am Tage.

Weitere 230 Kilometer führten uns am neunten Tag auf die Snæffelsnes Halbinsel. Am Kirkjufell, dem wohl bekanntesten Berg Islands, hatten wir die Nächste Unterkunft via Airbnb gebucht.

Die Tage 10 und 11 hielten wir uns im Herzen von Reykjavík auf. Keine 200 Meter von der bekannten Hallgrímskirkja entfernt konnten wir fußläufig viele der Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt erreichen.

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