2019 08 02 (1)Mit Stanley Kubrick hat der Bericht über meinen zurückliegenden Island-Trip zwar nichts zu tun, doch ein so beeindruckendes Urlaubsziel hat auch einen würdigen Titel verdient… Bereits beim Aussteigen aus dem Flugzeug vermag man die Andersartigkeit der Insel zu spüren. Island, die Insel aus Feuer und Eis, kaum ein anderer Ort ist so von Kontrasten und Gegensätzen erfüllt wie diese größte Vulkaninsel der Erde. Gletscher, Wasserfälle, Geysire, Canyons, Vulkane, Weiden, Moos, Schafe, Pferde… nur ein paar Schlagworte, die die Vielfalt dieser Insel zeigen sollen.

Nach meiner Rückkehr bin ich von einigen Bekannten angesprochen worden, wie denn der Erlebnisurlaub verlaufen sei. Warum dann nicht wieder einen Beitrag für die eigene Homepage verfassen? Gesagt, getan. Nachfolgend möchte ich kurz meine dreiwöchige Reise rund um Island zusammenfassen und dich vielleicht auf den Geschmack bringen, dies auch einmal zu erleben. Denn ich kann nur sagen, dass man schon mit dem Gang aus dem Flugzeug eine andere Welt betritt!

Es war nicht viel Überredungskunst nötig, um meine Freundin von einem Abenteuerurlaub auf Island zu überzeugen. Wie ich selbst liebt auch sie die Fotografie und durch Bilder aus Zeitschriften und Internet hat sie schon viel von Island gesehen. Nur das persönliche Erlebnis hatte sie noch nicht. Da ich seit dem Jahre 2015 die Insel bereits drei Mal unsicher gemacht hatte, konnte ich meine Erfahrungen spielen lassen und die für mich vierte Reise mitsamt der Route und den Unterkünften war schnell geplant. 

Islands internationaler Flughafen Keflavík liegt etwa 40 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavík (isl. „Rauchbucht“) entfernt. In Keflavík kann man das Mietfahrzeug entgegennehmen und auch wieder abgeben. Es macht Sinn, die erste Übernachtung entweder in Keflavík oder im in 45 Minuten erreichbaren Reykjavík zu buchen. Reykjavík würde ich etwa mit Würzburg vergleichen. 230.000 Einwohner leben dort, rechnet man alle Vororte mit ein. Das übrige Drittel der Bevölkerung des ganzen Landes lebt auf der Insel hauptsächlich auf Höfen und Siedlungen verteilt. Bereits die viertgrößte Stadt des Landes, Akureyri, hat weniger Einwohner als Bad Mergentheim! 

Das besondere an Island ist, dass man immer da rauskommt, wo man losgefahren ist: die „1“, die sogenannte Ringstraße führt einmal komplett um die Insel herum. Wie man die Reise beginnt, ob mit dem oder gegen den Uhrzeigersinn, spielt keine Rolle. Meine Freundin Nicole und ich starteten gegen den Uhrzeigersinn und fuhren zunächst etwas ins Landesinnere in den geschichtsträchtigen Þingvellir Nationalpark. Die Landschaft dort ist von zahlreichen Rissen und Furchen durchzogen. Ganz in der Nähe liegt auch ein bekannter Geysir, der auf den Namen „Strokkur“ hört. Dieser bricht regelmäßig alle paar Minuten aus und speit heißes Wasser und Dampf über dreißig Meter in die Höhe.

Island ist das Produkt vulkanischer Aktivität und liegt genau auf der Grenzverwerfung der nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte, auf dem sogenannten mittelatlantischen Rücken. Entlang dieses Risses ist der Vulkanismus besonders aktiv und kann dort oftmals gesehen, gefühlt, gespürt und sogar gerochen werden. Leichte Erdbeben sind an der Tagesordnung, Geysire und Fumarolen sprudeln und stinken, daher ist es in diesen Gegenden besonders ratsam, die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen, will man nicht abstürzen oder Verbrühungen erleiden. Im Südwesten des Landes gibt es über einen Canyon eine „Brücke zwischen den Kontinenten“. Dieser Canyon verbreitert sich jedes Jahr um zwei Zentimeter, da sich die beiden Kontinentalplatten voneinander wegbewegen. Somit ist klar, dass die Lager der Brücke nicht nur die Wärmeausdehnung kompensieren müssen… 

Der Süden des Landes ist gesäumt von eindrucksvollen Wasserfällen mit teilweise über 100 Metern Höhe. Canyons und Höhlen finden sich alle paar Kilometer. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll und fühlt sich wie im Märchen- oder Elbenland. Ortsnamen wie „Vík í Mýrdal“ (isl. „Bucht im sumpfigen Tal“) unterstreichen dies. Allerdings gibt es auch Zungenbrecher wie „Kirkjubæjarklaustur“. Sturm und Regen liegen stets dicht beieinander mit Sonnenschein. Ein isländisches Sprichwort besagt „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten! 

So hatten wir während der drei Wochen sowohl regnerische als auch sonnige Tage und machten stets das Beste aus der Wettersituation. Hatte die Sonne geschienen, haben wir Wanderungen unternommen. Hatte es geregnet, haben wir Canyons mit Wasserfällen durchwandert, bei welchen wir ohnehin nass geworden wären. Hatte es klare Nächte gegeben, konnten wir mehrmals die eindrucksvollen Polarlichter erleben. Hatte es nachts geregnet, haben wir geschlafen.

Insgesamt legten wir in diesen drei Wochen knapp 4.500 Kilometer mit dem Auto zurück. 130 Kilometer Wanderungen zu Fuß und auch die Drohne war fleißig und legte knapp 100 Kilometer zurück. Mehr als 6.000 Bilder und 200 Gigabyte Daten waren allein meine Bilanz des Aufenthalts. Unzählige Wasserfälle und Lavafelder begeisterten uns ebenso wie dutzende Gletscherzungen und etliche Canyons. Kein Wunder, dass auch die Filmwelt Island entdeckt hat. Ohne es zu wissen, standen wir an Drehorten bekannter Filme. James Bond, Batman, Game of Thrones sind nur einige Beispiele namhafter Filmproduktionen.  

Der Flug von Frankfurt nach Keflavík dauert gut drei Stunden. Im Sommer fliegt man zwei Zeitzonen zurück, im Winter nur eine. Mit Icelandair kosten Hin- und Rückflug etwa 350 €. Fährt man die seit kurzem durchweg asphaltierte Ringstraße rund um die Insel, so genügt ein normaler PKW ohne Allrad wie zum Beispiel ein Ford Focus, der mit etwa 40 € am Tag zu Buche schlägt. Möchte man Sehenswürdigkeiten abseits der Ringstraße erleben, so wird man häufig mit Schotterpisten konfrontiert. Spätestens für eine Fahrt ins Hochland benötigt man ein geländegängiges Allradfahrzeug mit genügender Bodenfreiheit wie zum Beispiel einen Mazda CX-5 oder einen Ford Kuga. Dann muss man auch tiefer in die Tasche greifen und etwa 75 € am Tag kalkulieren. Generell kann man sagen, dass auf Island alles ein gutes Stück teurer ist.

Unterkünfte haben wir über AirBNB und booking.com gebucht. Nutzt man eigene Zimmer in Privathaushalten von Einheimischen, so kommt man mit ca. 60 € pro Nacht und Person aus. Möchte man in Hotels untergebracht sein, darf man hier locker 50 % bis 100 % aufschlagen. Islands Ringstraße hat knappe 1.400 Kilometer. Nimm dir Zeit und plane für eine Umrundung etwa zwei Wochen, mindestens jedoch 10 Tage ein. Alles darunter ist reine Hetze! Mautgebühren gibt es keine, außer im Norden in der Nähe von Akureyri, dort gibt es einen neuen und mautpflichtigen Tunnel. Eine kleine Erwähnung am Rande: in der Nähe von Reykjavík gibt es einen sechs Kilometer langen Tunnel, durch welchen man sich etwa 50 Kilometer Strecke durch einen Fjord sparen kann. Dieser war jahrelang mautpflichtig, eine Durchfahrt kostete etwa 6 €. Nach 20 Jahren Betrieb wurden im Jahre 2018 die Baukosten durch die Maut wieder eingeholt und seitdem ist der Tunnel mautfrei... 

Klamotten? Alles mitnehmen! Von der Badehose für das Baden in Thermalquellen bis zur wind- und wasserfesten Jacke und Hose für den Gang hinter die vielen Wasserfälle sollte alles mit in den Koffer. Wer mit Icelandair fliegt, kann seinen Koffer mit bis zu 23 Kilo Zeug vollstopfen. Ein Handgepäckstück mit bis zu 10 Kilogramm ist inklusive. Durch den dreiwöchigen Aufenthalt bin ich da fast in Schwulitäten geraten, denn durch Teile der Fotoausrüstung, Stative, Drohne und so Zeug schnellt der Zeiger der Waage rasch in die Höhe. Und dann braucht man ja noch so lästiges Zeug wie Wechselwäsche… Eine Lösung ist, die Wäsche unterwegs zu waschen und dementsprechend nur die Hälfte mitzunehmen. Möglichkeiten hierfür gibt es genug. Oftmals bieten die Gastgeber auch einen solchen Service an. 

Welche Jahreszeit eignet sich am ehesten? Das kommt ganz darauf an, was du erleben möchtest. Möchtest du die reiche Artenvielfalt der Tierwelt erleben, so reise in den Sommermonaten. Von April bis August können insbesondere die bekannten und süßen Papageitaucher zu Millionen beobachtet werden. Hinzu kommt die Sonnenscheindauer von bis zu zwanzig Stunden pro Tag. Im Norden des Landes geht Mitte Juni die Sonne überhaupt nicht unter! So hast du viel Zeit und Tageslicht, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu erleben! Möchtest du jedoch eine in warmes Licht gehüllte bunte Landschaft mit tiefstehender Sonne erleben und nachts die Chance auf eindrucksvolle Polarlichter haben, so reise am besten in den Monaten September bis April. Es gibt also keinen perfekten Zeitpunkt, Island zu besuchen, denn jeder Zeitpunkt birgt etwas Perfektes.

Hast du Blut geleckt? Dann schreib mich an, vielleicht kann ich dir ein paar Tipps für deine Reise geben. Einen ausführlichen und bebilderten Bericht der diesjährigen Reise findest du ebenfalls auf meiner Homepage.